Handball Nächste bittere Pille für HSG Konstanz

Eine 28:31-Niederlage in der 2. Handball-Bundesliga müssen die Konstanzer nach großem Kampf in Coburg hinnehmen. HSG-Spieler Benjamin Schweda verletzt sich schwer.

Handball, 2. Bundesliga. HSC 2000 Coburg - HSG Konstanz 31:28 (13:15).

Die nächste bittere Pille für die HSG Konstanz. Nach einem tollen Spiel und Fünf-Tore-Führung mussten die Bodensee-Handballer beim HSC 2000 Coburg eine knappe 28:31-Niederlage hinnehmen. Noch mehr als die unglückliche Pleite beim letztjährigen Erstligisten schmerzte die schwere Verletzung von Benjamin Schweda und die lange Pause, die nun für den Spielmacher zu befürchten ist.

Schwere, müde Beine, ein intensives Derby am Freitag in den Köpfen und Muskeln, dazu die Hiobsbotschaft am Sonntagmorgen, dass die Schmerzen in der Hand bei Torwart Konstantin Poltrum zu groß sind und ein Einsatz damit unmöglich ist: Die Ausgangssituation vor der für einen Doppelspieltag doch sehr weiten Fahrt zu Erstliga-Absteiger HSC 2000 Coburg glich einer Herkules-aufgabe. War die HSG so schon – trotz einiger Verletzungssorgen der Gastgeber – großer Außenseiter, so blieb immer noch die Erkenntnis, dass sie in Coburg in der Vergangenheit stets gut aussah und mit viel Pech knapp unterlag. „Große Spieler liegen uns eigentlich“, sagte etwa Mathias Riedel.

Wie Recht er hatte. Die HSG Konstanz knüpfte nahtlos an die tolle Vorstellung vom Freitagsspiel an und agierte mit viel Kampf und Leidenschaft in der 5:1-Abwehr. So kam auch Torhüter Hanemann gleich im zweiten Angriff zu seiner ersten Parade. Unter dem Jubel einer kleinen, aber lautstarken Abordnung des Fanclubs stellte Paul Kaletsch das 0:1 her. Beide Teams mussten ihre Anfangsnervosität ablegen, danach zündete vor allem Felix Klingler den Turbo, traf zum 3:4 und danach im Gegenstoß, von außen und auch aus dem Rückraum in den Winkel. So auch, als Schweda das Tempo über die schnelle Mitte sofort aufnahm und wieder Klingler zum 5:7 für Konstanz bediente.

Die HSG spielte wie aus einem Guss und legte vor, bis Nationalspieler Florian Billek seine individuelle Klasse aufblitzen ließ und zum 8:8 ausglich. Konstanz zog dabei immer wieder das Tempo an, wurde aber, wie schon am Freitag, reihenweise beim Versuch, über die schnelle Mitte zu kommen, von den Unparteiischen zurückgepfiffen. Als der selten zu stoppende Stefan Lex dann zum 11:10 traf, ließ sich Konstanz jedoch nicht entmutigen und hielt Coburg alles entgegen, was Kopf und Beine hergaben. Und das war viel. Kaletsch und Klingler brachten die HSG zur Pause mit zwei Toren in Front. (13:15)

Direkt nach der Halbzeit folgte die beste Phase der Konstanzer. Die Fehler der Hausherren, die noch nicht richtig zurück aus der Kabine schienen, wurden über Klingler mit seinem sechsten von neun Toren, und Fabian Schlaich zum 13:18 genutzt. Es roch nach einer Sensation. Doch genauso schnell wie die HSG davongezogen war, drehte der Ex-Erstligist den Spieß um und kam mit einem 5:0-Lauf zum 18:18 (38.). Der Spielverlauf liest sich dabei wie ein Spiegelbild der ganzen Saison. Kaletsch scheiterte beim Siebenmeter an HSC-Keeper Oliver Krechel, der danach noch eine Doppelparade bei freien Einwurfmöglichkeiten folgen ließ. Und das Pech war auch wieder da. Paul Kaletsch traf den Pfosten und bei freien Chancen hieß der Sieger nun fast immer Torhüter Krechel.

Folgerichtig ging Coburg mit 26:22 in Führung (49.). Beim Siebenmeter des HSC war Hanemann zwar noch dran, der Ball landete aber trotzdem im Netz. Auf der anderen Seite traf Konstanz wieder nur den Pfosten. Dann der negative Höhepunkt. Schweda knickte um und blieb mit einem lauten Schrei liegen. Nach minutenlanger Behandlungspause auf dem Feld wurde er hinausgetragen. Der nächste Ausfall nach Poltrum, Michael Oehler, Julius Heil und Samuel Wendel. Als dann Billek noch das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite hatte und den von der Latte zurückgeprallten Siebenmeterwurf zum vorentscheidenden 29:26 verwandeln konnte, war die umkämpfte Partie gelaufen, ehe trotz großen Kampfes der HSG 31:28-Sieg der Franken feststand. „Wir hatten etwas Wurfpech, obwohl wir in der zweiten Halbzeit etwas Oberwasser hatten“, sagte der Konstanzer Trainer Daniel Eblen. „Und wir haben zu viele freie Chancen ausgelassen.“

HSC 2000 Coburg: Foluszny, Krechel (Tor); Hagelin, Wucherpfennig, Sproß (2), Kelm, Weber, Lex (7), Kellner, Billek (12/7), Riehn, Knauer, Varvne (4), Kirveliavicius (6). – HSG Konstanz: M. Wolf, Hanemann (Tor); Schlaich (2), Schweda, Riedel (5), T. Wolf (2/2), Kaletsch (8/3), Krüger, Maier-Hasselmann, Gäßler, Jud, Berchtenbreiter (2), Schwarz, Bösing, Klingler (9). – Z: 1789.

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