Handball Julius Heil: "Immer positiv bleiben"

Von der Ostsee zur HSG Konstanz: Der ehemalige Rostocker Julius Heil verrät im Interview, ob er sich am Bodensee gut eingelebt hat

Herr Heil, Sie sind von der Ostsee an den Bodensee gewechselt. Was sind die Unterschiede?

Hier am Bodensee ist es nicht so windig wie in Rostock (lacht). Es ist sowohl dort als auch in Konstanz alles maritim angehaucht und sehr schön. Das macht es leicht, sich heimisch zu fühlen. So groß sind die Unterschiede nicht.

War es für Sie als Rückraumspieler anfangs besonders schwer, alle Abläufe zu verinnerlichen?

In eine neue Mannschaft zu kommen ist immer eine große Umstellung. Es dauert, bis man sich einspielt. Wir sind aber auf einem guten Weg. Ich habe mich in dieser Mannschaft von Anfang an wohlgefühlt und bin sehr zufrieden mit dem familiären und zugleich professionellen Umfeld.

Sie sind auf dem Spielfeld ein richtiger Allrounder, haben auf Mitte, Halblinks und zuletzt sogar Linksaußen gespielt und dabei unter anderem in Aue drei von drei Versuchen verwandelt. Ist die Variabilität eine Ihrer Stärken?

Linksaußen habe ich vorher tatsächlich noch nie gespielt. Ich weiß nicht, ob ich dafür geboren bin, aber ich versuche der Mannschaft bestmöglich zu helfen und immer das Beste daraus zu machen. Das hat zuletzt ganz ordentlich funktioniert, aber ich kann es noch nicht einschätzen, ob dies eine Stärke ist oder nicht.

Werden Sie beim Blick auf die Tabelle in diesen Tagen etwas nachdenklich?

Das Tabellenbild sieht nicht gut für uns aus. Meiner Meinung nach hätten wir aber nach teils guten Leistungen sechs Punkte verdient gehabt – aber so ist Handball. Wir müssen auf uns sehen und Spiel für Spiel versuchen, zu gewinnen.

Worauf führen Sie den misslungenen Saisonstart zurück?

Da spielen sicher einige Faktoren eine Rolle. Es ist jetzt aber auch nicht so, dass wir abgeschlagen wären. Wenn man dreimal mit einem Tor verliert, kann man sich ausrechnen, was mit nur drei Toren mehr möglich gewesen wäre. Wir haben halt in den entscheidenden Situationen nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Das sind diese zwei Prozent, die fehlen, wenn man mit einem Tor das Nachsehen hat.

Was kann man tun, um sich schnellstmöglich aus der schwierigen Situation zu befreien?

Jedes Training und jedes Spiel mit vollem Einsatz angehen. Und: immer positiv bleiben. Mehr ist nicht nötig und nicht möglich. Dann wird sich das Blatt bald wenden.

Ist es undankbar für Ihre Mannschaft, nun am Samstag beim ungeschlagenen Tabellendritten TV Emsdetten antreten zu müssen?

Ich denke, dass es ein ganz gutes Spiel wird. Wir können dort frei und ohne Druck aufspielen, der Gegner hat sicher Ambitionen und möchte sich vor eigenem Publikum keine Blöße geben. Wir haben nichts zu verlieren, wollen aber natürlich trotzdem Punkte holen. Emsdetten ist super drauf, wir sind klarer Außenseiter – aber manchmal ist das gar nicht so schlecht.

Fragen: Andreas Joas

Zur Person

Julius Heil (21) ist im Sommer vom Zweitliga-Absteiger HC Empor Rostock zur HSG Konstanz gewechselt. In der letzten Saison war Heil mit 110 Saisontoren und 79 Assists der sechstbeste Vorlagengeber der Liga. Der 1,90 Meter große variable Rückraumspieler studiert Wirtschaftswissenschaften.

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