Handball Frankreich ist eine Klasse für sich beim Topnationen-Turnier

Die 1450 begeisterten Fans sahen beim Topnationen-Turnier drei Tage lang Spitzen-Handball in der Schänzlehalle. Die deutschen U20-Handballer sicherten sich am Ende den zweiten Platz. Viel Lob bekamen auch die Organisatoren von der HSG Konstanz.

Drei Tage lang herrschte internationales Flair in der Konstanzer Schänzle-Sporthalle, drei Tage lang sahen die insgesamt 1450 Fans Spitzenhandball beim Topnationen-Turnier. Eine Klasse besser als die hochkarätige Konkurrenz – immerhin die besten Nachwuchsteams der Welt – präsentierten sich „Les Experts“ aus Frankreich. Mit drei Siegen in drei Spielen und dabei 99:74 erzielten Toren ließen die Franzosen der Konkurrenz keine Chance und verwiesen Deutschland, Spanien und Portugal auf die Plätze zwei bis vier.

Das hohe Niveau zeigte sich schon im Auftaktspiel, als sich Frankreich und Spanien ein mitreißendes Match lieferten, in dem die Franzosen schon wie der sichere Sieger aussehen, am Ende aber noch einmal richtig zittern mussten, ehe der 25:24-Sieg feststand. Hatten die Iberer ihren Gegner noch lange fordern können, so gelang dies weder Deutschland noch Portugal, die sich am Freitag vor 450 Zuschauern 30:30 getrennt hatten. Auch Portugal hinterließ einen durchweg starken Eindruck.

„Uns ist der Einsatz und Kampf abhanden gekommen“, monierte der neue Junioren-Bundestrainer André Haber nach der 25:32-Schlappe gegen Vizeweltmeister Frankreich an Tag zwei. „Aber darüber definieren wir uns. Der schnelle hohe Rückstand hat eine gewisse Enttäuschung verursacht.“ Die deutliche Überlegenheit des Nachbarlandes hatte auch für gedämpfte Stimmung unter den 400 an Tag zwei anwesenden Zuschauern gesorgt. Umso glücklicher waren die Verantwortlichen auf Seiten des Deutschen Handballbundes (DHB) und der Turnier-Organisatoren der HSG Konstanz über den Verlauf des Finaltages. Über 600 Zuschauer waren gekommen und sorgten für eine ansprechende Kulisse und Stimmung.

 

Deutsche Auswahl präsentierte sich in besserer Form

 

Die deutsche Auswahl konnte ihr Übriges dazu beitragen, präsentierte sich gegenüber dem Auftritt gegen Frankreich wesentlich verbessert und lieferte sich mit Spanien, das zuvor durch technisch feines und schnelles Kombinationsspiel begeistert hatte, einen dramatischen Schlagabtausch. Mit deutlich besserer Deckungs- und Torwartleistung zog Gastgeber Deutschland auf 10:5 (22.) davon, lag aber fünf Minuten vor dem Ende zum ersten Mal in dieser Partie mit 19:20 in Rückstand. Lautstark angetrieben von den über 600 Fans hatte das DHB-Team jedoch das letzte Ass im Ärmel: 21:20 25 Sekunden vor Schluss. Spanien kam nur noch zu einem Freiwurf, der im Block hängenblieb – und Deutschland jubelte über den zweiten Platz.

„Das war ein toller Abschluss“, meinte HSG-Präsident Otto Eblen zufrieden. „Mit einer guten Kulisse, der Stimmung und dem sportlichen Erfolg der deutschen Mannschaft.“ Von Donnerstagmittag bis zum späten Sonntagabend waren er und viele der über 100 ehrenamtlichen Helfer der HSG im Einsatz. „Das war eine große Herausforderung mit teilweise 20-Stunden-Tagen. Aber es hat alles super funktioniert und wir haben schönes Feedback erhalten.“ Auch von Bundestrainer André Haber: „Die Organisation, das Hotel, der Fahrdienst und die Halle waren super.“ Dazu konnte Haber wertvolle Erkenntnisse sammeln, wie jene, dass seine Mannschaft in der Lage ist, in kürzester Zeit – buchstäblich über Nacht – Schwachstellen zu minimieren und sich von einer ganz anderen Seite zu zeigen. „Am Ende haben beide Deckungen ganz gut funktioniert und wir hatten viel mehr Ballgewinne“, zog er Bilanz. „Wir haben uns viel vorgenommen und viel probiert, das war auch wichtig. So ein Spiel gegen Spanien am Ende zu gewinnen, ist bestes Teambuilding.“

Um Otto Eblens Mund zeichnete sich nach einem langen Turnierwochenende ein zufriedenes Lächeln ab: „Es ist unser Ziel, Highlights in Konstanz zu schaffen. Wir hatten die absolute Weltspitze bei uns zu Gast“, so Eblen. „Wir haben tollen Sport gesehen und hatten in drei Tagen 1450 Zuschauer, ein super Event.“ Trotz des großen Aufwandes freute sich Eblen über die Ehre, das Turnier ausrichten zu dürfen: „Wir haben wieder gezeigt, zu was wir in der Lage sind und haben einiges für unser Image getan.“

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