So ganz nach dem Geschmack von Christian Wucherer

VfB Friedrichshafen kommt gut aus der Winterpause. 4:1-Heimsieg über das unangenehme Harthausen/Scher. Zwei Landesligaklubs, die in der Tabelle vor dem VfB Friedrichshafen liegen, patzen am Wochenende.

Fußball-Landesliga: Der vergangene Spieltag war so richtig nach dem Geschmack von Christian Wucherer und dem VfB Friedrichshafen. Zunächst einmal hat die Mannschaft diese auch mental unangenehme Hürde TSV Harthausen/Scher mit Bravour genommen. Keine Selbstverständlichkeit, das Hinspiel hatte ja gezeigt, dass es gegen das Tabellenschlusslicht auch ganz anders laufen kann; gleichzeitig aber auch dafür gesorgt, dass der Motivationsfaktor sehr hoch war. Und dann haben sich der FV Weiler und der FC Ostrach einen Ausrutscher in Weingarten und Maierhöfen-Grünenbach geleistet. „Die Mannschaften auf den Positionen zwei bis fünf sind enger zusammen gerückt“, kommentiert der Friedrichshafener Trainer das „blau-weiße Wochenende“ trocken. Deswegen in Euphorie zu verfallen, davon hält er überhaupt nichts.

Weingarten sei am Sonntag einfach die glücklichere Mannschaft gewesen, hat Augenzeuge Wucherer eine „vermeidbare Weiler Niederlage“ gesehen, die die Mannschaft wegstecken wird (in zwei Wochen treffen der VfB und der FV aufeinander). Ähnlich ist wohl die Partie in Maierhöfen auch gelaufen. Dort war der Tabellenzweite Ostrach bis vier Minuten vor dem Schlusspfiff auf der Siegerstraße, ehe die Gastgeber mit zwei schnellen, späten Toren das Spiel noch drehten. Eine Trendwende im Sinne des Verfolgers VfB lässt sich daraus also nicht ableiten. Glück, Pech, oder was auch immer zu diesen überraschenden Resultaten geführt hat: Der VfB nimmt sie zur Kenntnis, und das war’s. Erst einmal. Viel wichtiger: Die Landesligaelf ist nach einem souveränen 4:1 über Harthausen/Scher endgültig „gut aus den Startlöchern“ gekommen. Das Ergebnis, und vor allem die Art und Weise, wie es zustande gekommen ist, stärkt das Selbstbewusstsein der jungen Friedrichshafener Mannschaft.

Dass Harthausen/Scher, zur Überraschung aller, nicht total defensiv und destruktiv aufgetreten ist, sondern mutig versucht hatte, mit dem spielerisch besseren VfB mitzuhalten, hat den Platzherren natürlich in die Karten gespielt. Statt engen Räumen gab es erstaunlich viel Platz auf dem Kunstrasen im Zeppelinstadion. „Den haben wir dankend angenommen“, sagt Wucherer. Vor allem Pascal Booch, der Mann des Matches. „Enge Räume liegen Pascal eigentlich nicht“, erzählt sein Trainer. Der junge Stürmer brauche Platz, um seine Schnelligkeit auszuspielen. Ibrahim Tuncay sei der Mann für die 1:1-Situationen. Weil aber Harthausen/Scher nach vorn spielte, teils zu schlampig in der Rückwärtsbewegung war, hatten Booch und seine beiden Angreiferkollegen den Platz, den sie brauchten – und nutzten. „Es freut mich sehr für ihn“, sagt Wucherer, „dass er die beiden Buden macht und die anderen Tore mit vorbereitet.“ Zuletzt sei es ja nicht immer so toll gelaufen.

Nicht nur im Angriff, auch in der Abwehr war der VfB stets zur Stelle, mal abgesehen vom Gegentor, das leicht hätte verhindert werden können. Das 1:2 so kurz vor der Halbzeit machte die Elf nicht nervös, sie kam nicht ins Grübeln. „Abgeklärt“ habe sie auf ihre Chancen gelauert und diese „wie ein erfahrener Haufen“ genutzt. Dass dabei auch ein „8:1 oder 9:1“ möglich gewesen wäre – Schwamm drüber.

Ein Spiel also, so richtig nach dem Geschmack des VfB-Trainers. Und wenn er und sein Team am Wochenende noch ein wenig Fortune wie Weingarten und Maierhöfen-Grünenbach haben sollten, dann könnte für Friedrichshafen der zweite Platz durchaus noch in Reichweite gelangen. Die Wucherer-Elf spielt am Samstag beim souveränen Tabellenführer SSC Ehingen-Süd.

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