Regionalsport See Ost Mit Fourcross-Virus infiziert

Daniel Anger aus Weingarten fährt mit seinem Mountainbike spektakuläre Rennen. Aus dem Hobby ist Profitum geworden.

Radsport: Auf der Bikeanlage in Nessenreben wurde Daniel Anger mit dem Mountainbikefieber infiziert. Kaum ein Tag verging, an dem der damals 16-Jährige nicht im „Radpark“ Weingarten zu finden war. Fourcross heißt die Renndisziplin, die es dem gebürtigen Weingartener angetan hat, mit speziellen Rädern und Ausrüstung. Wie beim Skicross starten vier Fahrer aus einem Gatter. Meist ist die Strecke 500 Meter lang, abschüssig, kurvig und mit spektakulären Sprüngen gespickt. Die beiden Schnellsten erreichen die nächste Runde. So kommen die Besten am Renntag schon mal auf fünf bis sechs Einsätze.

Was der 24-jährige Groß- und Außenhandelskaufmann anfangs als Hobby betrieb, hat sich im Laufe der Jahre zum Profitum entwickelt. Dabei investiert der sympathische Sportler allerhand. Zunächst sehr viel Zeit. „Ein Opfer ist das für mich nicht“, sagt der seit 2015 als Profi (Elite Men) Fahrende und fügt hinzu: „Ich möchte es ja so.“ Vier bis fünf Mal wöchentlich sieht man ihn in den kalten Wintermonaten im Fitnessstudio schwitzen. Zusätzlich feilt er am Fahrstil in einer Bikehalle in Pfäffikon (Schweiz) oder in Straßburg (Frankreich). Da bleibt für eine Vollzeitbeschäftigung nicht genügend Spielraum.

„Zum Glück habe ich einen Teilzeitjob als Ausfahrer im Lesezirkel Weingarten gefunden“, ist er nicht nur über die zusätzliche Zeit für sein Training, sondern auch über den Nebenverdienst froh. Von seinem Sport kann der Athlet (noch) nicht leben. Im Gegenteil! Weil Fourcross keine Mannschaftssport ist, muss Daniel Anger alles auf eigene Faust bewältigen. Startgebühren, Reisen, Verpflegung und diverse andere Ausgaben reißen ein gewaltiges Loch in die Kasse des jungen Mannes, der in der European Series meist zwischen Rang drei und sechs ankommt.

Deshalb ist er immer auf Sponsorensuche, die ihm helfen, seinen Traum zu verwirklichen. Und der ist nicht unrealistisch. Nachdem er sich 2016 für die WM in Val di Sole (Italien) qualifiziert hatte, ist die erneute WM-Teilnahme erklärtes Ziel. Ende August an gleicher Stelle möchte er Rang 38 aus dem Vorjahr verbessern. Bis dahin sind noch einige Wettbewerbe zu bestreiten, in denen er sich in den Nationalkader fahren muss. Sowohl bei den 4X World Series wie auch beim European 4X Cup und den Deutschen Meisterschaften „greife ich wieder voll an“, ist sein Focus ausnahmslos auf die Karriere gerichtet. „Ich bin sehr motiviert und möchte den nächsten Schritt gehen“, wirbt er in seiner Sponsorenmappe für Unterstützung.

Für einen Sportler, der leuchtende Augen bekommt, wenn er von seiner Leidenschaft erzählt: „Ein Tag ohne Bike ist ein verlorener Tag.“ Selbst wenn das Wetter ganz mies sein sollte, Training in der freien Natur ist kein Tabu. „Da darf man keine Scheu haben, nass und dreckig zu werden“, sagt der Blondschopf lächelnd. Und so werden der Wald und ein Gelände unter einer Autobahnbrücke bei Wangen von Daniel Anger regelmäßig befahren. Die Bikeanlage in Nessenreben aber liegt ihm besonders am Herzen. Dort hat er sich mit dem“ Bikervirus“ infiziert.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Regionalsport See Ost
r
Regionalsport See Ost
Regionalsport See Ost
r
Regionalsport See Ost
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren