Regionalsport See Ost Der FV Ravensburg wird sich steigern müssen

Fußball-Oberligist ärgert sich über den vierten in der Schlussminute vergebenen Sieg beim Abstiegskandidaten Oberachern. Jetzt folgen die Highlights gegen Bissingen und Stuttgarter Kickers.

Fußball-Oberliga: 90 Minuten war der FV Ravensburg am Karsamstag drauf und dran, in Oberachern die Wende zu schaffen. Nach drei Niederlagen gegen Pforzheim (2:3), Balingen (2:3) und Spielberg (0:2) wollte die Elf von Trainer Wolfram Eitel unbedingt zurück auf die Siegerstraße. Schließlich soll die Saison mit der besten noch möglichen Platzierung beendet werden; schließlich steht am Wochenende das interessante Aufeinandertreffen mit dem Tabellenzweiten FSV Bissingen an; schließlich wollten sich die Oberschwaben auch Selbstvertrauen holen für das nur vier Tage später stattfindende Pokal-Halbfinale gegen den Regionalligisten Stuttgarter Kickers, die sich im Viertelfinale gegen Bissingen durchgesetzt hatten.

Letztlich wurde aber nichts daraus für die Turmstädter, die sich wieder einmal selbst im Weg standen. Dabei wären die drei Punkte hochverdient gewesen. Die Gäste waren spielerisch, körperlich und in der Anzahl der Möglichkeiten überlegen. In der Schlussphase aber spielten die Ravensburger zum wiederholten Mal in dieser Saison nicht clever genug. Eitel bemängelte, dass sie die Bälle in der Offensive hätten festmachen und sichern müssen. In der Nachspielzeit schaffte es seine Mannschaft nicht, in mehreren Kopfballduellen hintereinander den Ball zu klären und kassierte das bittere 2:2.

Für den FV Ravensburg keine unbekannte Situation. Im Vorrundenspiel gegen den SC Freiburg II schoss Jascha Fiesel in der vierten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer für klar unterlegene Ravensburger. Danach aber vergeigte der FVR etliche Spiele in den Schlussminuten. In Pforzheim (1:1), bei den Stuttgarter Kickers (1:1), in Göppingen (1:1) und jetzt in Oberachern kassierte er den Ausgleich in der 90. Minute – oder später. Einen Lerneffekt blieb die Mannschaft bislang schuldig. Zwei Punkte aus den beiden Spielen gegen Oberachern sind für die Ansprüche des Ravensburger deutlich zu wenig. Die Gastgeber hingegen waren froh, am Ende zumindest einen Punkt gewonnen zu haben.

Thomas Leberer, Trainer des SV Oberachern, sprach von „zwei guten zehn Minuten. Das waren die ersten und die letzten zehn.“ Ansonsten sah Leberer klare Vorteile bei den Gästen, freute sich aber umso mehr über den Punktgewinn, der im Abstiegskampf noch entscheidend sein könnte. Nach dem ersten Gegentreffer habe er „die Befürchtung gehabt, dass das zweite Tor noch vor der Halbzeit fällt. Dann wäre das Ding gegessen gewesen.“

Dem FV Ravensburg wünschte Leberer alles Gute für das in einer Woche anstehende Pokalspiel. Die Kickers, meinte der SVO-Coach zu seinem Kollegen „haut ihr weg, davon bin ich überzeugt.“ Zunächst aber steht die Partie gegen Bissingen auf dem Programm. In der Vorrunde kassierte Ravensburg beim FSV die erste Saisonniederlage. Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg in die Oberliga klopft die Mannschaft des Trainergespanns Andreas Lechner/Alfonso Garcia bereits an die Tür zur Regionalliga. Wolfram Eitel schätzt den punktgleichen Tabellenführer SC Freiburg II zwar etwas stärker ein. Bei einem Unterschied von zwei Toren nach 29 Spielen dürfte das Rennen aber bis zum Ende spannend bleiben. Die Ravensburger würden Bissingen gerne ein Schnippchen schlagen.

Bis zum Wochenende dürfte Harun Toprak, der in Oberachern krank fehlte, wieder fit sein. Felix Schäch war erstmals in diesem Jahr in der Oberliga im Einsatz und beackerte im 4-1-4-1-System die linke Außenbahn. Er habe seine Sache „richtig gut gemacht“, lobte Eitel. „Jona Boneberger und Felix Schäch waren die auffälligsten Spieler.“ Youngster Schäch habe sich durch gute Leistungen in der U 23 und im Training aufgedrängt, erklärte Eitel den Einsatz von Beginn an. Auch die Leistung von Moritz Jeggle wollte Eitel nicht kleinreden. Zwar nahm er seinen Sechser in der ersten Halbzeit gelb-rot-gefährdet vom Feld. Aber: Die Gelbe Karte sei völlig übertrieben gewesen. Zudem wurde Jeggle vor dem 1:0 gefoult und war auch nach dem Freistoß von Steffen Wohlfarth am Ball, ehe Boneberger traf.

Trotz insgesamt guter Leistung wird sich der FV Ravensburg in den kommenden Spielen weiter steigern müssen. Anders sind eine gute Platzierung in der Oberliga sowie die Titelverteidigung im Pokal wohl nicht möglich.

Tickets fürs Halbfinale

Der Kartenvorverkauf für das wfv-Pokal-Halbfinale gegen die Stuttgarter Kickers (Mittwoch, 26. April, 17. 30 Uhr) beginnt am Freitag. Im Sport Reischmann und im Fußball Store können Karten erworben werden. Zudem gibt es einen Verkauf an der Stadionkasse am Freitag, Montag und Dienstag (jeweils 17 bis 19 Uhr) sowie am Samstag (14 bis 16 Uhr). Karten im Vorverkauf kosten zwischen fünf und neun Euro, an der Abendkasse einen Euro mehr.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Regionalsport See Ost
r
Regionalsport See Ost
Regionalsport See Ost
r
Regionalsport See Ost
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren