Sie war auf einem Bergwanderweg zwischen dem Gebiet Äscher und Chobel im Alpstein unterwegs, als sie am 18. Juli kurz nach 12 Uhr im Bereich Dürrschrennen stürzte und über einen steilen Abhang und eine Felswand rund 80 Meter in die Tiefe fiel: Eine 66-jährige deutsche Staatsbürgerin, die aus der Nähe von Augsburg stammt, wie die Appenzeller Kantonspolizei auf SÜDKURIER-Nachfrage mitteilt. Die sofort alarmierten Rettungskräfte konnten nur noch den Tod der Frau feststellen, erklärt Kantonspolizei-Pressesprecher Roland Koster.

Kurze Zeit später ereignet sich ein zweites Unglück

Als die Rettungskräfte noch dabei waren, den Leichnam der Frau zu bergen, stürzte an fast derselben Stelle ein weiterer Wanderer in die Tiefe. Der Sturz der 66-Jährigen war zu dem Zeitpunkt erst rund eine Stunde her. „Das war auch für die Helfer gefährlich, da er auf sie hätte stürzen können“, so Koster. Auch der zweite Sturz endete tödlich. Das Unglücksopfer: ein 58-jähriger Mann aus dem Kanton Bern.

Warum die beiden Wanderer gestürzt sind, sei noch nicht vollständig geklärt. Die Ermittlungen von Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft zu den Unglücksursachen laufen. „Es gibt keine direkten Augenzeugen“, erklärt Koster eine Schwierigkeit dabei. Denn der Ehemann der 66-Jährigen, mit dem sie unterwegs war, lief vor ihr, hatte ihr den Rücken zugekehrt.

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Der 58-jährige Wanderer war zwar ebenfalls mit einer weiteren Person im Alpstein unterwegs, doch auch hier kann niemand den genauen Unglückshergang bezeugen. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatten die beiden tödlich Verunglückten keinen persönlichen Bezug zueinander.

Was bei Wanderungen im Alpstein zu beachten ist

Es handelt sich bereits um den zweiten und dritten tödlichen Vorfall in der Nähe des Äschers innerhalb weniger Wochen: Am 26. Juni war eine 75-jährige Frau aus dem Kanton Bern gestolpert und ebenfalls rund 80 Meter in die Tiefe gestürzt.

„Wichtig zu betonen ist, dass es sich bei diesen Wegen, wo die Unglücke passiert sind, um Bergwanderwege handelt“, sagt Polizeisprecher Koster. Und wer auf diesen unterwegs sei, müsse gewisse Voraussetzungen erfüllen, um sich und andere nicht zu gefährden. Dazu gehörten eine gute Kondition, das richtige Schuhwerk wie Wanderschuhe und eine erhöhte Aufmerksamkeit.

„Man darf nicht einfach rumschauen während des Wanderns, sondern muss immer aufmerksam sein, und stehen bleiben, wenn man die Aussicht genießen will. Im Gebirge mag es keinen Stolperer leiden“, betont Koster.

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