Diese Begriffe regen zum Schmunzeln an: Gucklochfahren und Iglu-Auto. Zum Lachen ist der Sachverhalt, der dahintersteckt, aber nicht. Wer sein Fahrzeugscheiben nicht komplett vom Eis oder Schnee befreit und so losfährt, handelt unverantwortlich. Er gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmer.

Jeweils vier Verkehrssünder angehalten

Acht Autofahrern hat am Dienstag- und Donnerstagmorgen, 17. und 19. Januar, schlicht der Durchblick gefehlt. Die Schaffhauser Polizei hat im Stadtgebiet und im Vorort Beringen jeweils vier Fahrzeuge mit vereisten Scheiben angehalten, wie sie in ihrer Pressemitteilung schreibt. Und Achtung! Wir reden von der Schweiz. Die acht Sünder müssen sich laut Angaben vor der kantonalen Staatsanwaltschaft verantworten.

Trotz aller Eile: Eis und Schnee müssen weg

Wer kennt das nicht? Früh morgens schnell ein Frühstück hinunterschlingen, rein ins Auto, Schlüssel umdrehen und los. Die Zeit drängt, die Arbeit ruft. Alles ist straff getaktet. Da kann man eine vereiste Autoscheibe wahrlich nicht gebrauchen.

Nur ein Guckloch freikratzen reicht nicht.
Nur ein Guckloch freikratzen reicht nicht. | Bild: Schaffhauser Polizei

Ein Guckloch freikratzen reicht nicht

Mal schnell ein Loch freikratzen, das müsste schon genügen. Eben nicht. Wenn General Winter seinen Atem über die Fahrzeuge haucht, muss man sich ein bisschen mehr Zeit nehmen – bei aller Eile. Wer nichts sieht, fährt blind.

Ein Fahrer muss in alle Richtungen freie Sicht haben

„Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass jeder, der mit eingeschränkter Sicht fährt, sich und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Ein Fahrer muss in alle Richtungen freie Sicht haben. Neben Front- und vorderen Seitenscheiben, müssen Scheinwerfer, Blinker und Rückspiegel sowie Fahrzeugdach und Motorhaube komplett von Eis und Schnee befreit sein“, schreibt die Schaffhauser Polizei. Eingeschränkte Sichtverhältnisse seien eine große Gefahr im Straßenverkehr.

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Kontrollen bei regem Morgenverkehr

Die Polizisten hatten den Durchblick an jenen Dienstag- und Donnerstagmorgen. Sie hatten sich in Beringen und in der Stadt postiert. Innerhalb von 40 Minuten, von 6.25 bis 7.05 Uhr, erwischten die Polizisten am Dienstag vier Autofahrer, die zu faul zum Kratzen waren. „Es herrschte ein reger Morgenverkehr“, heißt es weiter.

Alle Scheiben frei machen, dann darf‘s weiter gehen

Die Verkehrssünder mussten, so die Polizei, alle Scheiben rund ums Auto frei kratzen. Erst dann durften die „fehlbaren Lenkerinnen und Lenker“, wie sie die Schaffhauser Polizei nennt, weiterfahren. Ebenso erging es vier Fahrern am zweiten Kontrolltag.

Damit sind die Fälle keinesfalls auf Eis gelegt. Der Staatsanwalt wird den erwischten Fahrern mit einem frostigen Blick demnächst klare Sicht verschaffen.

Die Schweiz bestraft so ein Vergehen hart

In der Schweiz wird so ein Vergehen hart bestraft. In Medienberichten ist die Rede von bis zu 1000 Schweizer Franken oder gar Führerscheinentzug. Eine einheitliche Regelung gibt‘s nicht. Das werde von Fall zu Fall beurteilt.

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Die Strafen in Deutschland sind da eher mild

In Deutschland sind die Strafen eher mild. Wenn Windschutzscheibe und Seitenfenster laut „fuehrerscheine.de“ nicht eisfrei sind und der Blick auf die Straße eingeschränkt ist, werden 10 Euro fällig. Kommt ein Unfall hinzu, werden es 35 Euro.

Die Regel auch hier: Autofahrer sollten vor der Fahrt alle Scheiben komplett frei kratzen und von Schnee befreien. Auch Schnee auf dem Dach muss entfernt werden. Auch an Außenspiegel, Lichter und Nummernschilder muss gedacht werden.