Es ist nicht so, dass die Schweiz das einzige Land der Welt wäre, in dem sich hervorragend wandern lässt. Und doch übt das Wandern in den Schweizer Bergen auf Menschen weltweit eine ganz besondere Faszination und Anziehung aus. Und das völlig zurecht. Das hat auf jeden Fall mit den berühmten Bergen zu tun. Und noch mit vielem anderen.

  • Die berühmten Schweizer Berge
  • Wandern in den Schweizer Alpen
  • Geführte Bergtouren
  • Bergwanderungen in der Grenzregion
  • Wandern auf der Schweizer Seite des Bodensees
  • Wanderung auf den Säntis
  • Wanderung auf den Hohen Kasten
  • Wanderurlaub in den Schweizer Bergen
  • Zusammenfassung

Die berühmten Schweizer Berge

Vielen Schweizern geht es mit ihren Bergen so, wie es den Deutschen mit Neuschwanstein und der Zugspitze oder den Österreichern mit dem Wiener Prater geht: Sie sind noch nicht oft dort gewesen. Viele Touristen aus der ganzen Welt hingegen bereisen nach einem akribisch ausgetüftelten Plan die Schweizer Alpen und kennen sich hervorragend aus. Schließlich sind Matterhorn, Jungfrau & Co. weltberühmt und gehören zu den schönsten Attraktionen, die das Land zu bieten hat. Vor allem fünf Berge sind es, die Menschen – und natürlich Berg- und Naturliebhaber weltweit – ehrfurchtsvoll werden lassen, wenn sie deren Namen hören.

Matterhorn (H3)

Das Matterhorn – das mit Fug und Recht von sich behaupten darf, das Wahrzeichen der Schweiz zu sein – ist auf jeden Fall einer der berühmtesten Bergen der Schweizer Alpen. Doch obwohl es so bekannt und auch so beliebt ist, ist es mit seinen 4.478 Metern zwar sehr wohl einer der höchsten Berge der Schweiz, aber nicht DER höchste. Das Siegertreppchen im Hinblick auf die Höhe geht an die Dufourspitze. Das Matterhorn ist – wie viele andere der Viertausender der Schweizer Alpen – im Wallis gelegen zwischen Breuil-Cervinia und dem beliebten Skiort Zermatt. Neben seiner eindrucksvollen Form, die sich selbst Laien schnell einprägt, ist eine weitere Besonderheit, dass zwar seine Ost-, Nord- und Westwand in der Schweiz liegen, seine Südwand aber in Italien. Als Wanderregion ist der Berg selbst eher schlecht geeignet: Mit seinen 4478 Metern gilt das Matterhorn als einer der schwierigsten Klassiker der Alpen, denn der Auf- und Abstieg erfolgt ausschließlich in Fels und Eis. Ohne eine ausgezeichnete Fitness und jahrelange Erfahrung im Felsklettern mit und ohne Steigeisen ist ein Zugang nicht möglich und erst recht nicht sinnvoll. Die Normalroute führt über den Hörnligrat und eignet sich nur für versierte Bergsteiger in Begleitung eines Bergführers. Doch auch, wer nicht ganz so alpenversiert ist, kann in den Genuss des Matterhorns kommen: Um es zusammen mit Breithorn und Monta-Rosa-Massiv richtig bewundern zu können, lohnt sich eine Wanderung nach Höhbalmen. Und wer schwindelfrei ist, kann auf der „Charles Kuonen Hängebrücke“ eine atemberaubende Aussicht genießen.

Jungfrau (H3)

In den Schweizer Alpen gibt es ein Dreigestirn von Weltruhm, denn wer „Jungfrau“ sagt, muss in der Regel auch „Mönch“ und „Eiger“ sagen. Alle drei Gipfel liegen in den Berner Alpen und sind 4158 Meter (Jungfrau), 4107 Meter (Mönch) und 3970 Meter (Eiger) hoch. Zwischen den Kantonen Bern und Wallis gelegen, ist die Jungfrau der höchste Berg der Dreiergruppe und gehört als Teil des rund 820 Quadratkilometer großen Jungfrau-Aletsch-Gebiets zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die ersten Menschen, die den Berg am 3. August 1811 erklommen, waren die Brüder Johann Rudolf und Hieronymus Meyer sowie die Walliser Gamsjäger Alois Volker und Joseph Bortis. Sie brauchten vier Tage aus dem Lötschental, bis sie oben angekommen waren. Die Route, die sie vor mehr als 110 Jahren wählten, folgte im Großen und Ganzen der heute etablierten Normalroute. Was für unerfahrene Ohren durchaus machbar klingt, ist bei genauem Hinsehen eine echte Herausforderung: Selbst auf der einfachsten Route Richtung Gipfel sind Kletterpassagen im Schwierigkeitsgrad III zu bewältigen. Dass das für viele Wandertouristen eine Nummer zu groß ist, bestätigt die Unfallstatistik. Seit das Jungfraujoch mit seinen 3.466 Metern durch die 1912 gebaute Zahnradbahn erschlossen ist, trauen sich auch immer wieder technisch wenig versierte und unzureichend akklimatisierte Bergsteiger die Jungfrau-Tour zu – zu unrecht. Um trotzdem in den Genuss des spektakulären Blicks zu kommen, eignet sich zum Beispiel der höchste Bahnhof Europas am Jungfraujoch oder das Drehrestaurant Piz Gloria auf dem Schilthorn.

Rigi (H3)

Die Rigi in der Zentralschweiz beeindruckt als Bergmassiv weniger durch ihre Höhe von fast 1798 Metern, sondern viel mehr mit ihrer atemberaubenden Aussicht auf den Vierwaldstätter und andere Seen in der Region. Mit zwei Zahnradbahnen und mehreren Luftseilbahnen touristisch optimal erschlossen, kommen inzwischen nicht mehr nur trainierte Wanderer in den Genuss des Ausblicks, sondern auch weniger sportliche Besucher. Wer sich allerdings dazu entscheidet, sämtliche Bahnen links liegen zu lassen und stattdessen die eigenen Beine für den Aufstieg zu benutzen, wird auf der gesamten Tour von einer unfassbar schönen Aussicht über die Schwyzer Alpen belohnt. Dass die Rigi bei Besuchern so beliebt ist, ist kein neues Phänomen. Schon im 18. Jahrhundert gehörte sie zu den beliebtesten Ausflugs- und Ferienzielen in der Region rund um den Vierwaldstätter See. Bereits seit 1816 lädt hier ein Gasthaus zur Einkehr ein und ihm folgten viele weitere auf dem Fuße. Schon seit 1975 gibt es mit dem „Grand-Hotel Schreiber“ ein Hotel im Bereich des Gipfels. Für Wanderer, die sich den Strapazen des Aufstiegs ausgesetzt haben, können die gute Infrastruktur und der Trubel durchaus etwas befremdlich wirken. Möglichkeiten, den Gipfel zu erklimmen, haben sie mehrere, darunter den Mark-Twain-Themenweg.

Säntis (H3)

Der Berg im Appenzell ist mit seinen knapp 2500 Metern zwar nicht so hoch wie andere berühmte Schweizer Berge. Dennoch ist er so markant, dass man ihn von Weitem sehen kann. Völlig zurecht gilt er deshalb als Hausberg des Bodensees, weil er von dort betrachtet das Alpenpanorama bestimmt. Von seinem Gipfel aus lässt sich in sechs Länder blicken: Schweiz, Deutschland, Österreich, Lichtenstein, Frankreich und Italien. Eine Bergtour am Säntis klingt für passionierte Wanderer, die eine spektakuläre Gipfeltour nach der anderen machen, zunächst nicht sonderlich verlockend. Denn der Gipfel im Alpsteinmassiv ist im internationalen Vergleich nicht unbedingt das, was man ein imposantes Gebirge nennt. Trotzdem hält er nicht nur eine, sondern gleich viele spektakuläre Routen bereit. Die meisten von ihnen sind im Winter bei Schnee für Hobbywanderer nicht zu empfehlen. Doch im Sommer führt eine der schönsten und intensivsten, weil anspruchsvollen, Wanderrouten am Säntis von Wasserauen über den Rotsteinpass und den Lisengrat hinauf zum Gipfel. Wer schneller in den Genuss des Ausblicks kommen will, steigt auf der Schwägalp in die Säntisbahn und bestaunt vom Gipfel aus die Aussicht auf das Appenzellerland.

Dufourspitze (H3)

Die Dufourspitze ist international nicht so bekannt wie das Matterhorn. Das ändert nichts daran, dass sie mit 4634 Metern der höchste Berg der Schweiz ist und zu den „Seven Second Summits“ gehört, den sieben zweithöchsten Bergen jedes Kontinents. Über den zweiten Titel lässt sich nicht streiten, über den ersten durchaus: Auch wenn ihre Spitze alle Viertausender in der Schweiz überragt, so liegt sie doch nur rund 160 Meter Luftlinie von der Grenze nach Italien entfernt – ein nicht unerheblicher Teil des Massivs befindet sich also genau genommen nicht in der Eidgenossenschaft, sondern im Nachbarland. Was hingegen nicht bestritten wird, ist, dass der Berg im Monte-Rosa-Massiv der Walliser Alpen nach dem Mont Blanc der zweithöchste Alpengipfel ist, ganz egal, ob er nun der Schweiz oder Italien zugerechnet wird. Benannt ist die Dufourspitze nach dem Schweizer General und Kartografen Guillaume-Henri Dufour, der Mitte des 19. Jahrhunderts die erste exakte Landkarte der Schweiz veröffentlichte. Bis heute gehört er zu den bekanntesten und einflussreichsten Personen in der Geschichte der Schweiz. Der schönste Blick auf die Dufourspitze lässt sich vom Cornergrat hinüberwerfen.

Wandern in den Schweizer Alpen

Beim Wandern in den Schweizer Alpen sind sich alle einig: Wer „Schweiz“ sagt, muss auch „Wandern“ sagen. Das eine lässt sich vom anderen einfach nicht trennen. Und warum auch? In einem Land, in dem fast 60 Prozent der Gesamtfläche auf die Alpen entfallen und 48 Berge mehr als 4000 Meter hoch sind, ist es mehr als naheliegend, sich nicht in der Horizontalen, sondern in der Vertikalen zu bewegen. Das Land im Herzen Europas verfügt nicht nur über Alpinwanderwege, sondern auch über Bergwander- und Talwanderwege. Viele Gipfel der Schweizer Berge sind bis weit ins Frühjahr hinein mit Schnee und Eis bedeckt und eignen sich deshalb zu Jahresbeginn nur für erfahrene Wanderer mit der entsprechenden Ausrüstung. Dank der Vielfalt lassen sich Wanderrouten für sämtliche Niveaus und Ansprüche finden – zu jeder Jahreszeit. Vor allem im Sommer, wenn das Thermometer hoch und höher steigt, ist es Zeit für die schönsten Wanderungen in den Schweizer Alpen. Denn mitunter sind die Zeitfenster, in denen einige der alpinen Touren gefahrlos begangen werden können, recht kurz. Also heißt es: Wanderrucksack gepackt, Wanderschuhe geschnürt und ab in die Berge! Mönch? Jungfrau? Eiger? Säntis? Rigi? Oder gar das Matterhorn? Alles, was in der Schweiz Rang und Namen hat, steht jetzt für Wanderer bereit – entweder, um selbst bewandert und beklettert zu werden, oder aber, um auf Panoramawanderungen auf den Höhenwegen mit respektvollem Abstand bewundert zu werden. Doch auch das Wandern im Herbst spricht alle Sinne an: die letzten warmen Sonnenstrahlen auf der Haut fühlen, das bereits getrocknete Laub riechen, die bunten Farben auf den Wiesen und Bäumen sehen, die würzige Heuluft schmecken und die Vögel hören, die noch nicht die Reise gen Süden angetreten haben oder hier bei ihrem Weg über die Alpen eine kurze Pause einlegen. Kein Wunder, dass jetzt genau die richtige Zeit ist, um die Wanderschuhe regelmäßig zu schnüren und zu den schönsten Wanderungen in den Schweizer Bergen aufzubrechen! Und wer gar nicht genug bekommt vom Berg, für den ist Winterwandern in den Schweizer Alpen ein ganz besonderes Erlebnis. Es ist leiser als das Rodeln und das Skifahren und nimmt sich mehr Zeit für Eindrücke und Erlebnisse entlang des Weges. Der Himmel in klarem Blau, kalte Luft und die Welt in reines Weiß getaucht: Beim Winterwandern kommt auf seine Kosten, wer Entschleunigung sucht und trotzdem aktiv bleiben will.

Geführte Bergtouren

Unter fachkundiger Anleitung die Gipfel der Schweizer Alpen erklimmen? Mit geführten Bergtouren ist das kein Problem. Dabei lohnt sich die Begleitung eines Profis nicht nur auf Strecken, die viel Erfahrung und Ortskenntnis erfordern. Denn mit einem Einheimischen unterwegs zu sein, der das Wandergebiet kennt wie seine Westentasche, bedeutet immer auch, mehr zu erfahren und zu erleben, als auf eigene Faust unterwegs zu sein. Zudem ist es sehr entspannend, einmal nicht für die Streckenführung verantwortlich sein und sich ganz auf den Wandergenuss konzentrieren zu können. Erst recht, wenn der Wanderführer Wege kennt und wählt, die abseits der stark frequentierten liegen. Ob es auf eine Ein- oder Mehrtagestour hinauslaufen soll und ob sie alpin oder gar hochalpin sein soll, hängt dabei neben der zur Verfügung stehenden Zeit auch von der Kondition und der Erfahrung der Wanderer ab. Wie wäre es zum Beispiel mit dem „Walserweg“, der auf den Spuren der Walser durch den Kanton Graubünden führt? Er verläuft in 23 Tagesetappen von San Bernardino im bündnerischen Misox nach Brand im österreichischen Vorarlberg. Dabei erstreckt sich der Weitwanderweg auf historischen, naturnahen Wanderwegen über rund 300 Kilometer durch abgelegene Walser Gemeinden und Tälern. Auf einer geführten Tour ist es hier zum Beispiel möglich, das Gepäck von einem Übernachtungsort zum nächsten transportieren zu lassen, so dass sich nur das Tagesgepäck auf dem Rücken befindet. Doch auch Hochtouren, bei denen mitunter selbst im Sommer Tourenski und Stöcke zum Einsatz kommen, können sehr reizvoll sein, wenn sie gut begleitet werden. Dabei lassen sich auch Gipfel erklimmen, die nicht zu den Top Ten der beliebtesten (und am meisten frequentierten) gehören. Die Tour auf den Gältehore auf 3062 Metern im Kanton Bern, das Erklimmen des Sustenhorns mit seinen 3503 Metern im Kanton Uri oder die Hochtour auf den Piz Sardona und den Piz Segnas im Kanton Glarus sind nur drei von vielen Möglichkeiten, sich die Welt der Schweizer Alpen und fachkundiger Anleitung im wahrsten Sinne des Wortes zu erwandern.

Bergwanderungen in der Grenzregion

Wenn die Rede ist von Bergwanderungen in der Grenzregion zwischen der Schweiz und Deutschland, so sind damit oft Touren gemeint, die nicht zu weit entfernt von der Landesgrenze liegen. Denn unmittelbar links und rechts der Grenze lässt sich zwar gut wandern, doch bis in Höhen, die den Namen „Berge“ verdienen, sind es dann doch ein paar Kilometer. Wer sich aber entsprechend von der Grenze wegbewegt hat, kann aus dem Vollen schöpfen, schließlich gehören zur Grenzregion zum Beispiel auch der östliche Schweizer Kanton St. Gallen und das Appenzellerland. Das Alpsteingebirge im Appenzell zum Beispiel hält so berühmte Wanderdestinationen wie Äscher-Wildkirchli, Ebenalp, Seealpsee, Säntis, Schwägalp, Kronberg, Hoher Kasten, Stauberen, Bollenwees, Sämtisersee und viele andere mehr bereit. Das Toggenburg, eine Verwaltungseinheit des Kantons St. Gallen, glänzt ebenfalls mit vielen wunderschönen Wanderungen in unmittelbarer Nähe zur deutsch-Schweizer Grenze. Völlig zurecht zählt es zu den schönsten Wanderregionen der Eidgenossenschaft. Schon allein die Churfirsten als Wahrzeichen mit ihren sieben Gipfeln zum Erklimmen, sechs Bergbahnen zum Besteigen und vier Themenwegen zum Entdecken bieten unendlich viele Möglichkeiten. Auch auf dem Toggenburger Höhenweg warten spektakuläre Aussichten zwischen Wildhaus und Wil. Eine der leichteren Touren führt von Unterwasser zu den Thurfällen und zum malerischen Gräppelensee, der in einer breiten Mulde südlich vom Lütispitz auf 1307 Metern liegt.

> Link auf Einzeltext „Wandern in der Grenzregion“

Wandern auf der Schweizer Seite des Bodensees

Für das Wandern auf der Schweizer Seite des Bodensees bietet sich vor allem der Schweizer Kanton Thurgau an. Als reizvolles Wandergebiet mit sanft hügeliger Landschaft ist er mit seiner Lage in unmittelbarer Nähe zum Bodensee sowie seinen Weinbergen und Obstgärten immer einen Ausflug wert. Herrliche Aussichtspunkte, von denen der Blick in alle Richtungen schweifen kann, reihen sich auf vielen Routen wie die Perlen einer Kette aneinander. So gilt zum Beispiel das Seebachtal westlich von Herdern als eine bedeutende Natur- und Kulturlandschaft in der Schweiz. Die von der Eiszeit geprägte Glaziallandschaft zwischen Thur und Rhein erinnert an längst vergangene Zeiten. Am Ende der 17,9 Kilometer langen Wegstrecke liegt die 850 Jahre alte Kartause Ittingen. Der Panoramaweg Langenrickenbach heißt so, weil er eine herrliche Aussicht auf den Bodensee und die Berge bietet – von den Vorarlberger Alpen im Osten über das Alpsteinmassiv bis hin zu den Berner Alpen im Westen. Innehalten und Genießen ist hier in regelmäßigen Abständen angesagt. Durch eiszeitliche Tobel zwischen Bottighofen und Schönenbaumgarten führt eine weitere Wanderung, die optimal geeignet ist für heiße Sommertage. Denn sie verläuft auf weiten Strecken in den schattigen und kühlen Tobeln, die die letzte Eiszeit im Thurgau zurückgelassen hat. Und auch das Wandern rund um den Napoleonturm bei Hohenrain auf der „Route Napoléon“ ist empfehlenswert. Die Rundwanderung von mehr als 18 Kilometern Länge folgt den Spuren von Louis Napoleon, dem späteren Kaiser und Initianten des historischen Napoleonturms an der Stelle, wo seit 2017 wieder ein imposanter Turm aus Holz in den Himmel ragt.

> Link auf Einzeltext „Wandern in der Nähe des Bodensees (Schweizer Seite)“

Wanderung auf den Säntis

Eine Bergtour am Säntis? Das mag für passionierte Wanderer, die eine spektakuläre Gipfeltour nach der anderen machen, zunächst nicht sonderlich verlockend klingen. Denn der Hausberg des Bodensees ist im internationalen Vergleich nicht unbedingt das, was man ein imposantes Gebirge nennen würde. Damit ist er mit seinen rund 2500 Metern nicht hoch genug. Trotzdem ist er der höchste Gipfel im Alpstein beziehungsweise der Appenzeller Alpen und hält als solcher nicht nur eine, sondern gleich viele spektakuläre Routen bereit. Die meisten von ihnen sind im Winter bei Schnee für Hobbywanderer nicht zu empfehlen. Im Sommer hingegen führt eine der schönsten und intensivsten Wanderrouten am Säntis von Wasserauen über den Rotsteinpass und den Lisengrat hinauf zum Gipfel. Schon der Anstieg vom hübschen Ort Wasserauen hinauf Richtung Seealpsee macht klar, dass diese Bergtour kein Spaziergang wird. Eine Stunde lang geht es steil bergauf, doch die Mühe lohnt sich. Auf dem Plateau des Seealpsees bietet sich ein spektakuläres Bergpanorama, das sich von den Terrassen der Gasthäuser Forelle und Seealpsee wunderbar genießen lässt. Eine kurze Rast ist keine schlechte Idee, bevor es weiter geht zur Meglisalp. Denn auch diese Strecke geht steil bergan, führt durch kühlen Wald und vorbei an schroffen Felswänden. Festes Schuhwerk ist nicht nur sinnvoll, sondern tut Not. Kurze Verschnaufpausen lohnen sich, weil sie immer wieder einen wunderschönen Blick auf den unten liegenden Seealpsee und hinüber zu Ebenalp erlauben. Doch die Pausen sollten kurz sein, damit genügend Zeit für eine längere Rast auf der Meglisalp bleibt. Das Sennendorf auf 1520 Metern über dem Meer liegt verträumt inmitten der hohen Berge und ist der ideale Ort, um einmal die Schuhe auszuziehen und die Füße ausdampfen zu lassen. Von hier an kann sich der Puls dann erst einmal beruhigen: Es geht flacher weiter Richtung Rotsteinpass. Doch auch dieser will erklommen werden, und zwar über einen steinigen Pfad, der sich Serpentine für Serpentine den Hang hinaufschlängelt. 1,5 Stunden dauert etwa der Aufstieg bis zum Berggasthaus Rotsteinpass, herrlich gelegen zwischen dem zweihöchsten Gipfel im Alpstein, dem Altmann, und dem Lisengrat. Auch hier sei eine Verschnaufpause empfohlen, denn danach geht es in den Endspurt Richtung Säntis. Und das bedeutet: den Lisengrat überwinden. Dank Drahtseilsicherung und künstliche Stufen ist er gut begehbar. Schwindelfrei sollten die Wanderer aber dennoch sein. Von ihr dauert es nur noch eine Stunde, bis der Säntis erreicht ist. Doch es lohnt sich, dieses Ziel auch ab und zu aus den Augen zu lassen. Denn vom Lisengrat erkennen die Augen bei günstigen Wetterbedingungen die Berner Alpen auf der einen und die Zugspitze auf der anderen Seite. Optimale Sicht macht auch das Erklimmen des Säntisgipfels zu einem Highlight, denn sie gibt den Blick frei auf sechs Länder: Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Frankreich und Italien können von hier oben auf 2501 Metern eingesehen werden. Mit dieser spektakulären Aussicht im Kopf und im Herzen lässt sich die Einkehr in einem der beiden Restaurants Säntisgipfel oder Alter Säntis umso mehr genießen. Die Dauer der Wandertour wird meist mit mehr als 8 Stunden angegeben, wenn sie vom Säntis über das Berggasthaus Mesmer und den Seealpsee zu Fuß beendet wird. Wer mit der Bahn zur Schwägalp abfährt, hat entsprechend weniger Zeit auf den Beinen zu absolvieren.

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Wanderung auf den Hohen Kasten

Der Hohe Kasten sieht genau so aus, wie er heißt: wie ein hoher Kasten. Der 1.793 Meter hohe Berg liegt in den Appenzeller Alpen in der Schweiz, auf der Grenze zwischen den beiden Kantonen St. Gallen und Appenzell Innerrhoden. Die Einheimischen nennen das Bergmassiv liebevoll „Tor zu den Schweizer Alpen“ – und das mit gutem Grund. Der Hohe Kasten ist ein traumhaftes Wandergebiet für Groß und Klein, Jung und Alt, Anfänger und Fortgeschrittene. Eine der beliebtesten Wanderungen auf dem Hohen Kasten ist die Drei-Seen-Wanderung. Sie startet mit einer atemberaubenden Panoramarundsicht oben auf dem Berg und folgt nach einem kurzen Abstieg zum Kastensattel dem Geologischen Panoramaweg. Der erste der drei Seen, die der Tour ihren Namen geben, ist der Sämtisersee. Je nach Jahreszeit und Witterungsbedingungen ist er mal riesengroß und mal winzig klein – ganz abhängig davon, wie viel Regen in den vergangenen Tagen gefallen ist. Der See verfügt über einen unterirdischen Abfluss ins Rheintal, der dieses Naturphänomen erst möglich macht. Von hier geht es weiter über die Rainhütte oder über das Plattenbödeli zum Fälensee, Nummer zwei in der Liste der drei Seen. Fast fühlen sich Wanderer hier versetzt in die Fjordlandschaften Skandinaviens. Das liegt an dem tiefschwarzen Wasser und den steilen Flanken des Hundsteins und des Roslenfirsts. Nach einer kleinen Pause auf der Widderalp geht es über den Widderalpsattel zum Sennendörflein Meglisalp, wo es nur noch wenige Minuten bis zum ersten Blick auf den Seealpsee dauert. Der Abstieg ist steil, aber er lohnt sich. Denn die schönsten Erinnerungsfotos an die Drei-Seen-Wanderung entstehen definitiv hier. Bis die letzte Etappe nach Wasserauen geschafft ist, kostet es nicht mehr viel Anstrengung. Wer sich mehr Anstrengung wünscht, begeht die Route in umgekehrter Reihenfolge, startet in Wasserauen und endet in Brülisau. Dann erreicht sie eine Länge von 17,3 Kilometern und nimmt mit einer Dauer von 6,5 Stunden Wanderzeit einen ganzen Tag in Anspruch. Doch es gibt auch kürzere, aber nicht weniger reizvolle Strecken. Der Europa-Rundweg auf dem Hohen Kasten macht seinem Namen zum Beispiel alle Ehre. Er umrundet nicht nur die markante Silhouette des Kastenkopfs, sondern bietet dabei auch einzigartige Ausblicke in alle Richtungen. Wenn die Wetterbedingungen stimmen, lässt sich nach Deutschland weit über den Bodensee nach Baden-Württemberg und Bayern hineinsehen. Aus dem Nachbarland Österreich lässt sich das Vorarlberger Rheintal genauso erkennen wie die Gipfel Tirols. Das Fürstentum Liechtenstein grüßt aus der Ferne, aus Italien der Monte di Zocca und aus Frankreich der Grand Ballon, während natürlich die Schweizer Alpen vom Schweizer Mittelland bis zum Jura und ins Elsass zum Greifen nah zu sein scheinen. Nicht minder sehens- und wandernswert ist der Geologische Panoramaweg. Er verläuft auf dem sanften aber teilweise auch exponierten Grat vom Hohen Kasten über Staubern an der Saxerlücke vorbei zur Bollenwees. Alle paar Meter entdecken Wanderer neue Aus- und Ansichten und wer sich in den Alpen auskennt, kann mehr als 300 Berggipfel in Nah und Fern ausmachen. Doch der Blick muss gar nicht zwingend in die Ferne schweifen: Allein schon die Aussicht auf das Rheintal, den Alpstein und das Appenzellerland sind Grund genug, viele kleine Pausen entlang des Weges einzulegen und die Seele baumeln zu lassen.

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Wanderurlaub in den Schweizer Bergen

Viele Erholungssuchende denken beim Thema „Urlaub“ erst einmal an Palmen, Strand und Meer. Dabei ist es mindestens so erholsam, sich an der frischen Luft in der meditativen Ruhe eines Bergmassivs zu bewegen, wie tiefenentspannt an der italienischen Riviera zu liegen. Ein Wanderurlaub in den Urlaubsorten der Schweizer Alpen ist aus vielen verschiedenen Gründen eine gute Ideeund hat viele Highlights zu bieten:

  • Mehr als die Hälfte der 82 Viertausender der Alpen stehen hier.
  • Viele spektakuläre Bergbahnen erleichtern den Aufstieg auf den Berg.
  • Unzählige Panoramawege wie der von der Schynige Platte zum Faulhorn im Berner Oberland mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau tragen ihren Namen völlig zurecht.
  • Tagsüber Wandern und abends in Spitzenrestaurants speisen oder in Wellnesstempeln entspannen, ist hier möglich.
  • Spannende Metropolen wie Zürich, Bern, Basel & Co. sind nie wirklich weit entfernt. Für große Distanzen ist das Land einfach zu klein.

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Zusammenfassung:

  • In der Schweiz locken viele berühmte Berge Wanderer aus der ganzen Welt an. Dazu gehören neben dem Matterhorn auch Jungfrau, Rigi, Säntis und Dufourspitze und viele andere mehr.
  • Wer sich für Wandern in den Schweizer Alpen entscheidet, kann aus dem Vollen schöpfen in einem Land, in dem fast 60 Prozent der Gesamtfläche auf die Alpen entfallen und 48 Berge mehr als 4000 Meter hoch sind.
  • Auf geführten Bergtouren erklimmen Wanderer unter fachkundiger Anleitung die Gipfel der Schweizer Alpen. Mit einem Einheimischen unterwegs zu sein, der das Wandergebiet kennt wie seine Westentasche, bedeutet immer auch, mehr zu erfahren und zu erleben, als auf eigene Faust unterwegs zu sein.
  • Die schönsten Bergwanderungen im Grenzgebiet zwischen Deutschland und der Schweiz, die diesen Namen auch verdienen, finden sich im Kanton St. Gallen und im Appenzellerland.
  • Für das Wandern auf der Schweizer Seite des Bodensees bietet sich vor allem der Kanton Thurgau als reizvolles Wandergebiet an.
  • Der Säntis als der höchste Gipfel im Alpstein und der Appenzeller Alpen hält nicht nur eine, sondern gleich viele spektakuläre Routen bereit.
  • Ein Wanderurlaub in den Schweizer Bergen ist aus vielen Gründen eine hervorragende Idee.