Er ist gerade einmal zwei bis vier Millimeter groß, kann aber im Organismus einen erheblichen Schaden anrichten, der bis zum Tod führt. Wie der Zoo Basel in einer Pressemitteilung schreibt, sind besonders Gorillas und Javaneraffen anfällig, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren. Der Parasit kann auch für den Mensch gefährlich werden.

Weit verbreiteter Erreger in Mitteleuropa

„In Mitteleuropa ist der Fuchsbandwurm ein weit verbreiteter Erreger“, heißt es in der Mitteilung. Er wird durch den Verzehr von Nahrungsmitteln, die mit Fuchskot beziehungsweise Fuchsbandwurmeiern konterminiert sind, auf Mensch und Tier übertragen.

Die Krankheit, welche die Infektion auslöst, äußere sich als tumorartige Wucherung in der Leber. Sie können so weit fortschreiten, dass kaum noch normales Gewebe übrig sei. Im Endstadium führe sie häufig zu einer Bauchfellentzündung, schlussendlich zum Tod.

Gorillas und Javaneraffen besonders anfällig

Besonders die im Basler Zoo lebenden Gorillas und Javaneraffen seien anfällig, sich einen Fuchsbandwurm einzufangen. Der Zoo müsse die Tiere bestmöglich davor schützen. Der Zoo habe sich speziell für diesen Zweck einen Gastrosteamer (Dampfgarer) angeschafft.

Javaneraffen pflegen sich.
Javaneraffen pflegen sich. | Bild: Zoo Basel

Darin werde seit einigen Jahren regionales Gemüse wärmebehandelt. Überdies dürften die Salate und anderes Gemüse, die frisch verfüttert würden, nur aus dem Tessin oder aus südeuropäischen Ländern bezogen werden. Dort komme der Fuchsbandwurm nicht vor.

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Das ist für den Zoo allerdings nicht zufriedenstellend. „Das widerspricht dem Nachhaltigkeitsgedanken des Zollis“, heißt es. Die Einrichtung bemühe sich normalerweise darum, regionale Produkte einzulaufen. Zudem sei die Logistik hinter dieser Maßnahme enorm groß.

Versuche an Mäusen im Vorfeld der Impfstudie

Um einen möglicherweise zusätzlichen Schutz aufzubauen, leisteten die Tierärzte im Zoo seit 2016 Pionierarbeit. Sie impften die große Gruppe der Javaneraffen im Gehege regelmäßig gegen den Fuchsbandwurm. Ob die Tiere die neuartige Impfung vertragen oder, ob sie zuverlässig schützt, ist laut Schilderung im Vorfeld bei einer Impfstudie bereits an Mäusen nachgewiesen worden. Außerhalb des Basler Zoos sei sie jedoch erst an wenigen Primaten getestet worden.

Geeignete Bedingungen für die Impfstudie im Basler Zoo:

Die Gruppe der Javaneraffen im Zolli, wie der Basler Zoo liebevoll genannt wird, schien besonders geeignet für die Impfstudie, von der künftig andere zoologische Institutionen und andere Affenarten profitieren könnten – in Zukunft vielleicht sogar der Mensch. An den Zolli-Affen könne zum Beispiel untersucht werden, wie sicher der Impfstoff ist oder wie oft er verabreicht werden muss. Ein Pluspunkt: In der Affengruppe im Zolli tummeln sich Tiere jedes Alters und Geschlechts.

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