Es war eine Stunde vor Mitternacht am Pfingstsonntag, als im Schweizer Rickenbach bei Wil, etwa 30 Kilometer südlich von Konstanz, plötzlich Schüsse durch die Nacht gellten. Ein Streit vor einer Bar war eskaliert. Zwei Männer im Alter von 29 und 33 Jahren erlitten laut Thurgauer Kantonspolizei keine lebensgefährlichen, aber mittelschwere bis schwere Verletzungen durch Schüsse aus unmittelbarer Nähe.

Der mutmaßliche Schütze, ein 33-jähriger Serbe, konnte vom Tatort trotz einer umgehend eingeleiteten Großfahndung erfolgreich flüchten. Obwohl er namentlich bekannt war, gelang es ihm, unerkannt aus der Schweiz auszureisen und für Monate im Ausland unterzutauchen.

Aufgriff in Ungarn, auch Auslieferung?

Nun, fast auf den Tag genau sechs Monate später, brachte der internationale Haftbefehl einen Ermittlungserfolg: Die ungarische Polizei stieß auf den 33-Jährigen, identifizierte ihn und nahm ihn nach einer Überprüfung im Fahndungssystem fest.

Die Staatsanwaltschaft Frauenfeld hat nun einen Antrag an die ungarischen Behörden gestellt, den Mann von Osteuropa in die Schweiz auszuliefern. Dort droht ihm eine Anklage wegen mehrfacher versuchter, vorsätzlicher Tötung. Bei einer Verurteilung drohen dem 33-Jährigen mehrere Jahre Haft und eine anschließende Abschiebung.