Eine Bundesfeier ohne Feuerwerk? Eigentlich fast undenkbar. In diesem Jahr müssen die meisten Schweizer am Nationalfeiertag auf die pyrotechnischen Schauspiele verzichten. Auch die Deutschen auf der gegenüberliegenden Rheinseite, die sonst gerne das Spektakel genießen. Wegen der akuten Waldbrandgefahr haben die meisten Kantone ein generelles Feuerwerksverbot erlassen. Wo gibt es trotzdem noch den Zauber am Himmel zu sehen? Der SÜDKURIER hat recherchiert.

In den Kantonen entlang des Hochrheins bilden Basel-Stadt und Baselland die Ausnahme. Die Regierungen des Aargau, Schaffhausen und Thurgau haben generelle Verbote ausgesprochen, wie sie in Pressemitteilungen und auf ihren Internetseiten informieren. In den beiden Basler Kantonen wird ein vorsichtiger Umgang mit Feuerwerken angemahnt. (Stand: 27. Juli)

Basel: Feuerwerk über dem Rhein am 31. Juli

Nach zwei Jahren Coronapause wird in Basel der Schweizer Nationalfeiertag wieder mit einem großen Stadtfest gefeiert, wie der Verein Bundesfeier am Rhein mitteilt. Traditionell am Vorabend, am Sonntag 31. Juli. Höhepunkt ist das Feuerwerk um 23 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Aber: Das Feuerwerk soll um 30 Prozent gekürzt werden. Allerdings ist in der Pressemitteilung des Vereins keine Rede von Waldbrandgefahr, sondern der Verein habe entschieden, das Spektakel wegen der Feinstaubbelastung zu reduzieren.

16 Minuten lang sollen Feuerwerkskörper den Himmel illuminieren. Von den Rheinschiffen „Kiesueli“ und „Schwägalp“ aus wird gezündet. Die Organisatoren erwarten laut eigenen Angaben 100.000 Festbesucher aus der ganzen Region. Der Verein rät, das Feuerwerk von der Johanniter- oder Wettsteinbrücke zu bewundern.

Nichts desto trotz: Die Kantonspolizei empfiehlt aufgrund der Trockenheit laut Information des Veranstalters, darauf zu verzichten, privat ein Feuerwerk zu zünden. Der Verein schreibt: „Das Abbrennen von Feuerwerken mit einem Abstand von weniger als 200 Metern zum Wald ist verboten.“

Das Rheinfall-Feuerwerk „Fire on the rocks“ am Schweizer Nationalfeiertag 2019. Trotz allgemeinem kantonalen Verbots darf es ...
Das Rheinfall-Feuerwerk „Fire on the rocks“ am Schweizer Nationalfeiertag 2019. Trotz allgemeinem kantonalen Verbots darf es unter Auflagen auch diesmal gezündet werden. | Bild: Peter Rosa

Feuerwerke am Rheinfall und Stein am Rhein

Die Entscheidung der Regierung des Kantons Schaffhausen ist erst am Mittwoch, 27. Juli, gefallen: Generell gelte seit dem 21. Juli neben des Feuerverbots im Wald und in der Nähe des Walds auch ein generelles Feuerwerksverbot, wie der Kanton auf seinen Internetseiten informiert. Aber: Die Regierung hat den Organisatoren der Großfeuerwerke in Schaffhausen/Neuhausen und Stein am Rhein Ausnahmebewilligungen erteilt – mit der Auflage zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen.

Das Rheinfall-Feuerwerk „Fire on the rocks“ am Sonntag, 31. Juli, und das 1.-August-Feuerwerk in Stein am Rhein dürfen also steigen.

„Da sich die Waldbrandgefahr in den vergangenen Tagen nicht weiter verschärft hat und es sich in beiden Fällen um ein – im Gegensatz zum privaten Abbrennen von Feuerwerkskörpern – zeitlich und örtlich kontrolliertes Abbrennen des Feuerwerks handelt, erteilt der Regierungsrat mit der Auflage von zahlreichen zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen eine Ausnahmebewilligung“, heißt es auf den Internetseiten des Kantons.

Die Veranstalter müssten den Gemeinden ein Sicherheits- und Ersatzkonzept zur Genehmigung vorlegen und garantieren, dass die Feuerwehren mit genügend Tanklöschfahrzeugen und Einsatzkräften zur Verfügung stehen. Auffällige, besonders gefährdete Flächen im Umkreis der Abschussstellen müssten vorher gewässert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Absolutes Feuerwerksverbot im Kanton Aargau

Bis zum Mittwoch, 27. Juli, bestand noch Hoffnung. Dann hat der kantonale Führungsstab entschieden. In einer Pressemitteilung steht deutlich: „Zusätzlich zum Feuerverbot im Wald und im Abstand von bis zu 50 Metern zum Waldrand verfügt das Departement Gesundheit und Soziales mit Blick auf die anstehenden Nationalfeierlichkeiten am 31. Juli und 1. August eine absolutes Feuerwerksverbot im ganzen Kanton.“

Das Verbot gilt laut Angaben auch für Groß- und Kleinfeuerwerke wie Vulkane und Ähnliches. Auch die Höhen- und 1.-August-Feuer sind in unbefestigten Feuerstellen verboten.

Auch der Kanton Thurgau verbietet Feuerwerke

Fast gleichlautend schreibt der Kanton Thurgau im Internet: „Aufgrund der aktuellen Trockenheit und der absehbaren Wetterentwicklung im Kanton Thurgau hat das Departement für Bau und Umwelt mit sofortiger Wirkung und bis auf Widerruf ein Feuerverbot in Wäldern und in Waldesnähe erlassen . . . für das ganze Kantonsgebiet gilt zudem bis auf Weiteres ein Verbot für das Abbrennen von Feuerwerken.“

Ein ausdrückliches ‚Nein‘ erteilt das Departement auch für Feuerwerke am Vorabend oder am Tag des Nationalfeiertags. Wer dagegen verstoße, muss mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Schweizer Franken rechnen.

Das könnte Sie auch interessieren