Alles ächzt unter der tropischen Hitze und Trockenheit, auch die nach Wasser lechzende Natur. Man würde ja gerne Abhilfe schaffen, doch das wird immer strikter reglementiert. So darf man seit zwei Wochen im Kreis Waldshut kein Wasser mehr aus Oberflächengewässern pumpen, um Grundstücke zu bewässern.

Ausgenommen von dieser Regelung ist der Rhein, aus dem Wasser in wasserrechtlich erlaubtem Umfang entnommen werden darf. Das wird vor allem auf Schweizer Seite genutzt, etwa in Full gegenüber von Waldshut. Gerade in diesen Tagen bewässerte ein Landwirt dort ausgiebig mit bestem Rheinwasser seine Äcker.

Wenn die Natur nach Wasser schreit

Ein anderer Bauer machte das auch schon beim 1989. Dabei verursachte er ausgerechnet am Chilbi-Heimatabend jenes Jahres einen Riesenlärm. Während der Schweizer Gemeindeammann Franz Keller aus Bad Zurzach als Festredner auf der Bühne in der Kaiserstraße das gutnachbarschaftliche Verhältnis zwischen den beiden Ländern beschwor, gab sich der Bauer große Mühe, um genau das Gegenteil zu beweisen.

Direkt am Rheinufer gegenüber dem Waldshuter Campingplatz tuckerte auch in dieser Nacht fast ununterbrochen der Motor seines Traktors, an dem die Beregnungspumpe hing. „Bei dem Krach kann keiner schlafen“, schimpfte der damalige Campingplatzbetreiber Heinz Ginter.

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Campinggäste laufen Sturm

Einige seiner unsanft geweckten Gäste verließen fluchtartig den Platz, nachdem sie schon seit Mitte der Woche vom nächtlichen Lärmterror malträtiert worden waren. Aber natürlich litten auch die Bewohner der nahe am Rhein stehenden Häuser in der Schmittenau.

Nach einem wütenden Protestanruf von Campingplatzbetreiber Ginter verschob der Schweizer Landwirt von Sonntag auf Montag seine Anlage ein Stück rheinabwärts, sodass der Campingplatz etwas weniger gestört wurde. Doch jetzt hatten die Mieter im damals noch bewohnten Rheinschloss direkt an der Rheinpromenade das Vergnügen.

Eidgenossen nicht betroffen

Freilich achtete der eidgenössische Landwirt sehr genau darauf, dass nur die „Schwobe“ gestört wurden. Denn in der Nähe der bewässerten Felder auf Schweizer Seite stand weit und breit kein Haus.

Worin auch die Erklärung für das ungenierte Treiben des Regenmachers zu finden war. Wo sich kein Schweizer beklagt, schreiten die ansonsten penibel reagierenden eidgenössischen Behörden nicht ein.

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