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Das Basler Pilotprojekt „Weed Care“ startet am 15. September. Die Studie will herausfinden, wie sich eine legale Abgabe auf das Konsumverhalten und die Gesundheit von Cannabiskonsumenten auswirkt. Die Erkenntnisse sollen als Diskussionsgrundlage für eine zukünftige Cannabispolitik dienen. Durchgeführt wird die Studie vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt, den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel und der Universität Basel.

Bedingung zur Teilnahme: Urinprobe muss positiv sein

Rund 370 Personen können an der Studie teilnehmen. Innerhalb einer Woche haben sich schon 560 Personen für die Cannabis-Studie angemeldet. Voraussetzung für eine Teilnahme sind: Mindestalter 18 Jahre, in Basel wohnhaft und bereit sein. Außerdem müssen die Teilnehmer bereit sein, alle sechs Monate eine Onlinebefragung auszufüllen. Bedingung ist auch, dass man schon vor der Studie Cannabis konsumiert hat. Dies wird mittels einer Urinprobe getestet. Wer sich in einer stationären psychiatrischen Einrichtung befindet, eine akute Psychose durchlebt oder schwanger ist, darf ebenfalls nicht teilnehmen.

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Wer zuerst kommt...

Melden sich mehr Personen an, als teilnehmen können, gilt: First come, first served. Diejenigen, die es in die Studie geschafft haben, können in neun Basler Apotheken ihr Cannabis beziehen und erhalten einen Teilnehmerausweis. Dieser muss in der Apotheke gezeigt werden und dient auch dazu, sich bei Polizeikontrollen ausweisen zu können. Teilnehmende dürfen bis zu zehn Gramm Studiencannabis originalverpackt bei sich tragen. Weiterhin verboten bleibt es, dieses in der Öffentlichkeit zu konsumieren oder unter Cannabiseinfluss Auto zu fahren.

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In der Schweiz gilt Cannabis mit einem THC-Gehalt über einem Prozent als verbotenes Betäubungsmittel. Seit 2013 wurde der Konsum aber entkriminalisiert, heißt der Besitz bis zu zehn Gramm bleibt straffrei und beim Konsum erhält man nur eine Ordnungsbusse. 34 Prozent der Schweizer Bevölkerung konsumiert in ihrem Leben einmal Cannabis, vier Prozent mindestens einmal im Monat. Trotz des Verbotes blieb der Anteil der Bevölkerung, der mindestens einmal im Monat kifft, zwischen 2012 und 2017 stabil.

Problematischer Konsum im Blick

Mit der Studie sollen verschiedenen Maßnahmen getestet werden, die die Gesundheit der Konsumierenden fördern. So werden etwa nur Produkte ohne Verunreinigungen und synthetischen Cannabinoiden verkauft, was auf dem Schwarzmarkt oftmals nicht der Fall ist. Zudem werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über risikoärmere Konsumformen oder Produkte informiert. Stellen die Apothekerinnen oder die Studienärzte einen problematischen Konsum oder auffälliges Verhalten fest, wird Unterstützung angeboten.

Studienende 2025

Die Studie startet am 15. September und dauert bis Ende März 2025. Es wird zwei Studiengruppen geben. Die erste wird gleich zu Beginn Zugang zum legalen Cannabis bekommen, die zweite Gruppe erst nach sechs Monaten. Somit kann der Einfluss einer regulierten Abgabe betrachtet werden.

Maximal 200 Gramm pro Monat

Geliefert wird das Cannabis von der Pure Production AG aus dem aargauischen Zeiningen. Sechs Produkte mit unterschiedlichem THC-Gehalt bieten sie für das Pilotprojekt an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich in den Apotheken beraten lassen, welches am besten zu ihnen passt. Die Preise orientieren sich am THC-Gehalt und am Schwarzmarkt und liegen zwischen acht und zwölf Franken pro Gramm.

Maximal können im Monat zehn Gramm reines THC bezogen werden. Beim Produkt „Pineapple Train“, das den geringsten THC-Gehalt aufweist, entspricht das 200 Gramm im Monat.