Für 179.700 Franken (umgerechnet rund 173.500 Euro) kann man sich ein Luxusauto kaufen – oder aber zwei Stück Blech mit zwei Buchstaben und einer Ziffer darauf. So geschehen am Mittwoch im Kanton St. Gallen.

Das Kennzeichen „SG 4“ war einen Bieter mit dem Nutzernamen „LIAG20“ genau jene knapp 180.000 Franken wert. Gestartet war die Online-Auktion bei 5000 Franken. Teurer war ein Kennzeichen im Kanton noch nie.

Schweizer Freude am speziellen Kennzeichen

Um das zumindest im Ansatz zu verstehen, muss man die Eigenheiten der Schweizer Kennzeichenvergabe kennen. In der Eidgenossenschaft gelten bei vielen Fahrern möglichst kurze und niedrige Ziffernfolgen als begehrenswert. Also zum Beispiel nicht das standardmäßige sechsstellige „SG 123 456“ (zufällig zugeteilt kosten diese Kombinationen 30 Franken), sondern eben ein „SG 123“ oder gar eben jenes „SG 4“.

Anders als in Deutschland kann man sich diese niedrigen Ziffern in vielen Regionen jedoch nicht als Wunschkennzeichen reservieren. Die Kantone haben sich das Verlangen nach auffälligen Kennzeichen als Geldquelle erschlossen und versteigern diese, die Einnahmen gehen in die Kantonskasse.

Rekordpreis für Schweizer Kontrollschild liegt bei 233.000 Franken

Die jetzt erzielten 179.700 Franken sind dabei nur ein St. Galler Rekord – der schweizweite Höchstwert liegt noch einmal deutlich darüber. 2018 wurde das Kennzeichen ZG 10 aus dem Kanton Zug für 233.000 Franken versteigert - eine Rekordliste führt die 'Interessengesellschaft Schweizer Kontrollschilder'.

Immerhin ein Recht geht in der Schweiz mit dem Ersteigern einher: Die sündhaft teure Investition überdauert die Zeit – das Kennzeichen kann vererbt werden.