Feuer, Rauch – und das alles im Tunnel. Wenn ein Zug mitten in der Röhre brennt, müssen die Abläufe sitzen, die Rettungskräfte müssen gut zusammenarbeiten. Deshalb haben die Blaulichtorganisationen des Kantons Aargau mit der Rettungsübung „Sissle 22“ den Ernstfall im SBB-Tunnel Bözberg zwischen Effingen und Brugg geprobt. Rund 800 Personen waren an der Großübung beteiligt, wie die Kantonspolizei mitteilt.

Rund 800 Passagiere müssen evakuiert werden.
Rund 800 Passagiere müssen evakuiert werden. | Bild: ©SBB CFF FFS/Valeriano Di Domenico

Dieses Szenario wurde angenommen

Eine Batterie ist defekt, sie löst in einem Doppelstockzug einen Brand aus. Eine automatische Schnellbremsung wird eingeleitet, der Zug kommt mitten im Bözbergtunnel zum Stehen. So schildert die Kantonspolizei das Szenario. Im Ernstfall wäre das ein Horror.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Rettungskräfte müssen den Brand löschen und 800 Passagiere evakuieren. Starker Rauch erschwert die Rettungsmaßnahmen.

Die Einsatzkräfte im Dienst- und Rettungsstollen.
Die Einsatzkräfte im Dienst- und Rettungsstollen. | Bild: ©SBB CFF FFS/Valeriano Di Domenico

Darum ist so eine Großübung wichtig

Seit Herbst 2020 rollen die Züge durch den neuen Bözbergtunnel. Der alte wurde zum Dienst- und Rettungsstollen umgebaut. Mit „Sissle 22“ wurde er nun auf seine Sicherheit getestet. Gleichzeitig die Betriebs- und Interventionskonzepte sowie die Ereignisbewältigung als Ganzes überprüft.

Zwei Feuerwehrmänner bringen einen Verletzten in Sicherheit.
Zwei Feuerwehrmänner bringen einen Verletzten in Sicherheit. | Bild: ©SBB CFF FFS/Valeriano Di Domenico

„Die Einsatzkräfte haben dabei die Alarmierungsabläufe, die Zusammenarbeit der Interventionskräfte des SBB, die Betriebs- und Interventionsprozesse sowie das Fluchtwegkonzept getestet“, schreibt die Kantonspolizei.

Diese Rettungskräfte waren im Einsatz

Ein Großaufgebot rückte an: Neben den SBB-Rettungsdiensten waren die Kantonspolizei (Einsatzleitung), mehrere Feuerwehren aus der Region (Oberes Fricktal, Frick, Schenkenbergertal, Aarau, Brugg, Chestenberg und Herznach-Ueken), der medizinische Rettungsdienst, die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST), der Rettungsdienst Aargau sowie der Kantonsärztliche Dienst und das Kantonale Katastrophen Einsatzelement (KKE) des Departements Gesundheit und Soziales beteiligt. SBB-Projektleiter Philipp Zimmermann leitete die Übung.

Es muss schnell gehen: Der Feuerwehrmann eilt mit dem Schlauch zum Brandherd.
Es muss schnell gehen: Der Feuerwehrmann eilt mit dem Schlauch zum Brandherd. | Bild: ©SBB CFF FFS/Valeriano Di Domenico

So sollen die Erkenntnisse ausgewertet werden

Welche Erkenntnisse die Übung brachte, wird sich nach der detaillierten Auswertung zeigen. Wie die Kantonspolizei mitteilt, überprüfen SBB und die Aargauer Rettungskräfte, basierend auf der Analyse der Übung, die Konzepte. Wenn nötig werden Verbesserungen oder Optimierungen bei der Zusammenarbeit der verschiedenen Interventionsgruppen vorgenommen. „Damit stellen sie sicher, dass im Ernstfall die Aargauer Blaulichtorganisationen und die SBB-Rettungsdienste zuverlässig funktionieren“, heißt es abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren