Warum schon nach einem Tag Wandern wieder nach Hause fahren, wenn es in den Schweizer Alpen so viele Möglichkeiten gibt, herrliche Mehrtageswanderungen zu unternehmen? Bis spät abends vor einer Hütte zu sitzen und früh morgens als erster auf dem Gipfel sein hat seinen ganz eigenen Reiz.

Die schönsten Mehrtageswanderungen in der Schweiz

Die bekanntesten Fernwanderwege in der Schweiz

Lohnenswerte Hüttenwanderungen in den Schweizer Alpen

Die schönsten Mehrtageswanderungen in der Schweiz

Mehrtageswanderungen in der Schweiz müssen nicht zwingend anstrengend und schweißtreibend sein. Schließlich besagt der Name zunächst einmal nichts anderes, als dass mehrere Tage am Stück gewandert wird. Und die Schweiz wäre nicht eines der besten Wandergebiete des Planeten, wenn sie nicht für Anfänger und Fortgeschrittene genau das Richtige bieten würde. Das gilt auch für die Mehrtageswanderungen. Von gemütlich bis anspruchsvoll, von zwei Tagen bis mehrere Wochen ist hier alles mit drin. Folgende drei Strecken gelten unter Kennern als drei der schönsten Mehrtageswanderungen in der Schweiz.

Via Spluga

Geschichte hautnah erleben lässt sich auf der kulturhistorischen Mehrtageswanderung der Via Spluga. Auf dem alten Saumpfad zwischen Thusis und Chiavenna passieren Wanderer den Travesiner-Steg, die Viamala- und die Rofflaschlucht, den Splügenpass und die Cardinello-Schlucht. Eine Wandertour, die niemand so schnell wieder vergisst! Vier Tage, 66 Kilometer und 21 Stunden Gehzeit warten auf naturbegeisterte Menschen mit Freude an der Bewegung an der frischen Luft.

Vier-Quellen-Weg

Vier Quellen, fünf Tage, 85 Kilometer und 8000 Höhenmeter: Das sind die wichtigsten Eckdaten des Vier-Quellen-Wegs. In fünf Etappen führt er zu den Quellen von Rhein, Reuss, Ticino und Rhone. Wanderer begeben sich auf Spurensuche am Ursprungsort der vier Flüsse mit europäischer Reichweite. Eines haben sie dabei alle gemeinsam: Sie entspringen dem größten Wasserschloss und Wasserscheidegebiet Europas: dem Gotthardmassiv.

Sentiero Cristallina

Auch zwei Tage auf Schusters Rappen sind schon eine Mehrtagestour. Deshalb zählt auch der Sentiero Cristallina mit seinen 20 Kilometern und 3000 Höhenmetern dazu, der Airolo im Val Bedretto mit Bignasco im Valle Maggia verbindet. Idyllische Alpen und einmalige Bergpanoramen wechseln sich hier ab. Ein Highlight ist dabei der Blick auf die Gletscher des Basodino von der modernen Capanna Cristallina-Hütte.

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Die bekannteste Fernwanderwege in der Schweiz

Daran, dass die Schweiz zu den schönsten Wanderländern der ganzen Welt gehört, gibt es nichts zu Rütteln. Vor allem auf ihren bekanntesten Fernwanderwegen lassen sich die Schönheit der Berge und die Einzigartigkeit der Eidgenossenschaft hautnah und intensiv erleben. Die meditative Wirkung des Fernwanderns mag sich nicht gleich am ersten Tag einstellen, wenn abends die Füße brennen und der Rücken schmerzt. Doch spätestens am dritten Tag hat jeder Wanderer sein eigenes Tempo und seinen individuellen Wander-Flow gefunden und kommt gut voran, einfach, indem er einen Fuß stoisch vor den anderen setzt.

„Hike, eat, sleep, repeat“, lautet das Motto. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, muss der Fernwanderweg im Hinblick auf seine Länge, seinen Anspruch und seiner Landschaft zu den Wanderern passen.

Die drei bekanntesten Fernwanderwege der Schweiz sind die folgenden:

Via Alpina

Die Via Alpina verläuft über 14 der schönsten Alpenpässe der Schweiz. Sechs Kantone liegen auf dem Weg zwischen Vaduz und Montreux mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer unterschiedlichen Geologie und ihrer individuellen Topografie. Flora und Fauna geben ihr Bestes, um die Aufmerksamkeit der Wanderer entlang des Weges auf sich zu ziehen. Wer sich auf diese Fernwanderung begibt, muss ein bisschen Zeit mitbringen: 20 Etappen, 390 Kilometer und 23.600 Meter Auf- sowie 24.800 Meter Abstieg wollen gemeistert werden. Da wird schnell klar: Die Via Alpina ist genau der richtige Schweizer Fernwanderweg für ehrgeizige Alpinisten.

Jura-Höhenweg

Die beiden Schweizer Metropolen Zürich und Genf verbindet der Jura-Höhenweg. Die Route durchquert zwei Sprachregionen auf einer aussichtsreichen Tour und bietet die Möglichkeit, eine vielfältige Landschaft zu entdecken. Hektik? Alltag? Massentourismus? Fehlanzeige auf dem ältesten Fernwanderweg der Schweiz! Wie der Name vermuten lässt, führt er über die Höhen des Schweizer Jura. Und weil dieser nach Nordwesten einen ausgreifenden Bogen beschreibt und die beiden Städte nicht linear miteinander verbindet, legen Wanderer 320 Kilometer auf ihm zurück. Dafür ist der Höhenweg auch für Anfänger ideal geeignet.

Alpenpässeweg

43 Etappen und 694 Kilometer? Das klingt nach einer Menge Wanderarbeit. Und die braucht es auch, um den Alpenpässeweg zu bestreiten. Die wenigsten nehmen sich den Alpenpässeweg am Stück vor. Die meisten unterteilen ihn in mehrere Mehrtagesetappen. Dabei reiht sich dann ein Höhepunkt an den nächsten zwischen Greina-Hochebene und den Dents du Midi. Viele der schönsten und eindrucksvollsten Übergänge der Bündner und Walliser Alpen sind hier aneinandergekettet.

Lohnenswerte Hüttenwanderungen in den Alpen

Natürlich lässt sich in den Schweizer Alpen auch hervorragend wandern, ohne, dass dabei eine Hütte angesteuert werden muss. Viel schöner und vor allem genussvoller allerdings ist eine Wanderung, wenn dabei eine Hütte als Ziel in Aussicht steht. In den Bergen der Schweiz gibt es bezaubernde Berghütten, bei denen es schade wäre, sie zu verpassen.

Mehr als 150 betreibt der Schweizer Alpen-Club und sie bieten nicht nur traumhafte Ausblicke auf die umliegende Bergwelt, sondern auch heimische Spezialitäten inmitten des Alpenmassivs. Nirgends schmecken Schweizer Rösti so gut wie auf dem Berg nach einem mehrstündigen, eventuell sogar schweißtreibenden Aufstieg.

Dabei ist auf Schweizer Präzision Verlass: Die Wege sind gut markiert und gepflegt. Hunderte Dörfer, Weiler, Gasthöfe und Berghütten werden von ihnen miteinander verbunden. Das hat den Vorteil, dass oft auch spontan Übernachtungen möglich sind, falls der Weg der mehrtägigen Wandertour für den Tag doch zu weit gewählt war oder die Lust auf einen Sonnenuntergang im Gebirge doch zu groß.

Den ganzen Tag draußen sein, die hohen Berge genießen und die funkelnden Seen glitzern sehen: eine Hüttenwanderung in den Alpen der Schweiz gehört für viele Wanderer zu den schönsten Dingen, die sie sich vorstellen können. Dafür gibt es organisierte Hüttentouren, Wanderungen für Familien mit Kindern oder Hüttenwanderungen mit Bergführer. Wir haben drei von vielen für Sie ausgewählt:

Geltenhütte

Die Wanderung zur Geltenhütte im Berner Oberland führt hinauf auf 2002 Meter über dem Meeresspiegel. Vom idyllischen Lauenensee an wilden Schluchten und dem donnernden Geltenschuss führt der Weg über feucht-moorige Blumenwiesen. Eines der Highlights dabei besteht darin, dass die Wanderer hinter einem der Wasserfälle durchgehen können. Nach zwei Stunden Aufstieg ist die Geltenhütte erreicht, die die Wanderer mit einem fantastischen Ausblick für die Mühen entschädigt.

Ringelspitzhütte

Am Fuß des Ringelspitz, dem mit 3247 Metern höchsten Gipfel im Kanton St. Gallen, steht die gleichnamige Hütte. Entweder entlang eines Baches oder durch den Wald führt der Weg nach oben mitten hinein ins UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona. Das Ziel steht auf einer schönen, mit Legföhren bewachsenen Kuppe oberhalb des Kunkelspass in Tamins. Für wen die Wanderung hier nicht endet, der hat vielerlei Möglichkeiten, denn die Hütte ist beliebter Ausgangspunkt für Bergsteiger, Wanderer, Biker, Kletterer, Schneeschuh- und Skitourengeher.

Kröntenhütte

Die Kröntenhütte ist ein Berggasthaus für Hochtourengänger, aber auch für Familien mit Kindern. Schließlich befinden sich Klettergärten, Boulderblöcke und Bergseen in unmittelbarer Nähe. Dort, wo die Züge Richtung Tessin in den Berg hineinfahren, geht rechter Hand das Tal ab, an dessen Ende im alpinen Hochmoorgebiet die Hütte liegt. Die Hüttenwanderung bietet zwei Möglichkeiten des Aufstiegs: entweder kurz und knackig über den Geissfad oder entspannter über die Chüeplangg.

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Zusammenfassung der Wandertouren in der Schweiz:

  • Ob Anfänger oder Fortgeschrittene: In den Schweizer Alpen sind Mehrtageswanderungen für jeden Schwierigkeitsgrad möglich.
  • Berühmte Strecken verlaufen oft auf historischen Wegen.
  • Auf Fernwanderwegen sind Wanderer teilweise viele Tage am Stück unterwegs.
  • Bei Hüttenwanderungen lässt sich die Bewegung an der frischen Luft hervorragend mit Genuss und Auszeiten vom Alltag verbinden.