Die Schwenninger Wild Wings sind mit einem Heimsieg ins zweite Wochenende der DEL-Saison gestartet. Gestern Abend gewannen die Schwarzwälder vor 2606 Zuschauern gegen die Straubing Tigers, die bis dahin die Tabelle angeführt hatten. Die Wiedergutmachung für die jüngste Niederlage gegen Düsseldorf ist somit geglückt.

19 Sekunden waren erst gespielt, als beide Teams wieder in den Kabinen verschwanden. Es war noch keine Scheibe in einem der Tore gelandet, aber eine andere war früh im Eimer. Gästespieler Joshua Samanski war so heftig in die Bande gecheckt worden, dass das Plexiglas splitterte. Als endlich Ersatz beschafft war, konnte das Spiel zum zweiten Mal losgehen.

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Endlich, aus Sicht der Gastgeber, die mit viel Tempo loslegten. Nach zwei Minuten hatte Sebastian Uvira das 1:0 auf dem Schläger, zwei Minuten darauf schoss Phil Hungerecker über das Gästetor. Der 28-Jährige war es auch, der kurz darauf gefoult wurde, was zu einem Penalty für die Schwenninger und dem 1:0 (5.) durch Tylor Spink führte. Der Stadionsprecher war noch dabei, den Treffer anzusagen, als der Jubel der Wild-Wings-Fans ihn jäh unterbrach. Der Grund: Uvira hatte das 2:0 (6.) nachgelegt.

Auf dem Eis wurde es nun immer ruppiger. Im ersten Powerplay der Gastgeber hatte der Straubinger Torhüter Hunter Miksa mächtig was zu tun. Die Überzahlsituationen, in der Vorbereitung eine der großen Stärken, waren ja zuletzt das große Thema bei den selbstkritischen Wild Wings gewesen. „Wir haben an der Defensive und dem Forechecking gearbeitet, dem Powerplay und am Bullyspiel“, erklärte Chefcoach Harold Kreis nach der Heimniederlage gegen Düsseldorf. Sie versuchten es immer wieder, seine Spieler. Allein, ein drittes Tor wollte lange nicht fallen.

Drei Treffer im ersten Drittel

Wie es besser gemacht wird, zeigten die Straubinger in der 12. Minute. Sechs Sekunden lang waren sie noch in Überzahl, als Travis St. Denis den Anschlusstreffer erzielte. Durchatmen hieß es, als anderthalb Minuten vor der ersten Pause der Schwenninger Keeper Joacim Eriksson auf dem Posten war.

In der Schlussminute des ersten Drittels zeigten die Wild Wings eine Art Powerplay in Gleichzahl. Es blieb jedoch beim 2:1, als die Zuschauer ihr Team mit viel Applaus verabschiedeten.

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In der ersten Hälfte des zweiten Abschnitts standen die Schwäne im Anschluss an eine gegentorlose Unterzahlsituation einige Minuten unter Druck, aber sie überstanden auch diese Phase. Die Defensive, sie stand sicher bei den Gastgebern – und vorne ließen sie erneut ein Powerplay ohne Tor verstreichen. Das Gute aus Schwenninger Sicht: Es blieb bei der 2:1-Führung.

Die Partie blieb auch im Schlussdrittel hochspannend mit Chancen hüben wie drüben. Und wieder sollte ein Powerplay entscheiden. Der Schwenninger Boaz Bassen saß wegen Beinstellens auf der Strafbank, als Jason Akeson für Straubing den Ausgleich erzielte.

Erlösender Jubel vier Minuten vor Schluss

Erlösender Jubel brandete dann aber in der 56. Minute auf, als Ville Lajunen zum 3:2 traf – bei Gleichzahl. Ein Schwenninger und ein Straubinger saßen zu dem Zeitpunkt auf der Strafbank.

Am Sonntag stehen die Schwenninger vor der nächsten schweren Aufgabe in Ingolstadt. „Zuhause sind sie immer ein schwerer Gegner“, sagt Wild-Wings-Trainer Kreis über den ERC. Eine dessen Stärken ist, genau, das Powerplayspiel.