Eishockey: Endlich durfte man bei den Wild Wings wieder ausgiebig jubeln. Das 6:2 der Schwenninger gegen den amtierenden Meister Eisbären Berlin hat aber auch nur dann einen Mehrwert, wenn man diese Leistung gegen die Augsburger Panther und bestenfalls auch bei der Düsseldorfer EG bestätigt.

Es war wohl die schönste Szene an diesem spaßigen Mittwochabend in der Helios-Arena: In der 46. Minute wurde fleißig geherzt, geklapst und geknuddelt auf der Schwenninger Bank. Der so Beglückwünschte saß derweil strahlend da. Kein Wunder, hatte Miks Indrasis doch im 23. Spiel für die Wild Wings endlich sein erstes Saisontor erzielt. Und was für eines.

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Nach energischer Vorarbeit von Alexander Karachun, der sich übrigens im vierten Spiel seit seinem Comeback drei Vorlagen gutschreiben lassen durfte, sorgte Indrasis für das gefühlte Tor des Jahres. Der Lette umkurvte den Berliner Kasten, legte sich dabei die Scheibe auf die Kelle und versenkte sie aus der Luft hinter Goalie Tobias Ancicka. Nach seinem „Lacrosse-Tor“, auch „Michigan-Goal“ genannt, freute sich nicht nur der 32-Jährige, sondern die ganze Schwenninger Mannschaft gleich mit.

„Ich bin froh über die Leistung heute, froh über die Punkte und ein bisschen auch froh für mich“, sagte Indrasis nach dem Spiel immer noch „dauergrinsend“, aber auch etwas peinlich berührt. „Ich habe nicht groß überlegt, dachte einfach, warum nicht?“, erklärte er dieses wirklich feine Kunststück. Man hatte dem Nationalspieler, dessen Auswahltrainer tatsächlich am Mittwochabend auch in der Helios-Arena weilte, zuletzt den Frust über die nicht geschossenen Tore deutlich angemerkt. Eine Erklärung für diese „Ladehemmung“ hat aber auch Indrasis nicht. „Vielleicht habe ich zu viel nachgedacht. Nach vier oder fünf Spielen ohne Treffer kommt man ins Grübeln. Ich hoffe, dass dieses Tor jetzt der Brustlöser war“, so der Stürmer.

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Doch nicht nur der Balte lieferte gegen den neunmaligen Deutschen Meister ein richtig gutes Spiel. Das galt für die gesamte Mannschaft, aber im Besonderen für Torhüter Joacim Eriksson und die Spink-Zwillinge. Tyson und Tylor verbuchten sechs Punkte, davon vier Tore. Herausragend war der Hattrick von Tyson, der damit auf zehn Saisontreffer kommt. Unglücklicherweise verletzte sich der 29-Jährige bei einem Zusammenprall mit Verteidiger Morgan Ellis. Dabei erlitt er eine Platzwunde auf der Nase und eventuell eine Gehirnerschütterung. Ob er gegen Augsburg spielfähig sein wird, entscheidet sich kurzfristig.

Wie wertvoll die Brüder für Schwenningen sind, zeigen sie in dieser Saison besonders häufig. Da stellt sich logischerweise die Frage nach einer möglichen Vertragsverlängerung. „Wir hatten noch keine Gespräche. Wir wissen es noch nicht, es ist noch früh in der Saison. Ich mag Deutschland und die Wild Wings, aber im Augenblick fokussieren wir uns auf das nächste Spiel“, antwortete Tylor Spink darauf.

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Eben diese kommende Partie dürfte für die Schwäne noch wichtiger sein. Denn es gilt, die Leistung gegen Berlin nun auch gegen die Panther zu bestätigen. „Wir hatten im ersten Spiel große Mühe gegen Augsburg, haben 68 Schüsse gegen uns zugelassen. Zudem haben sie zur Zeit einen kleinen Lauf, haben in den letzten vier Spielen 13 Tore geschossen, drei Partien davon gewonnen. Wir haben also alle Hände voll zu tun mit einer läuferisch und spielerisch starken Mannschaft“, analysiert SERC-Trainer Harold Kreis den Tabellen-14.

Personaltechnisch können die Wild Wings beinahe aus dem Vollen schöpfen, doch bangt man natürlich um den Einsatz von Tyson Spink. Abhängig davon ist wiederum der Einsatz von Neuzugang Daniel Neumann. Sollte Spink passen müssen, will man mit drei U23-Akteuren spielen. Das Tor gegen die bayerischen Schwaben wird nochmals Eriksson hüten, Marvin Cüpper kommt in einem der nächsten beiden Spiele zum Einsatz. Weiter auf unbestimmte Zeit ausfallen wird Mitch Wahl.