Fußball: Die Fußballvereine in der Region bekommen in diesen Tagen Post vom Südbadischen Fußballverband (SBFV) – für einige sind es erfreuliche Nachrichten, für andere zählen sie eher zur Kategorie „ärgerlich“. Es geht dabei um das Schiedsrichter-Soll für die Saison 2019/20.

Ob die Klubs eine Ausfallgebühr bezahlen müssen oder eine Übersoll-Prämie erhalten, wurde in den vergangenen Jahren aufgrund der Schiedsrichterzahl und der Mannschaften eines Vereins berechnet. Dies hat sich geändert. Nach dem Beschluss beim Verbandstag 2019 ist beim Ist/Soll-Verhältnis ab der Saison 2019/20 die Anzahl der Spiele, die ein Schiedsrichter leitet, ein wichtiger Faktor. Für Verbands-Schiedsrichter-Obmann Ralf Brombacher (Kandern) eine längst überfällige Änderung. „Wenn ein Verein fünf Schiedsrichter hat, die jeweils nur 20 Spiele in einer Saison pfeifen, wurde er wesentlich besser eingestuft als ein Club, der einen Schiedsrichter hat, der über 100 Spiele pfeift. Die neue Berechnung ist mit Abstand fairer“, so Brombacher.

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Die Aufstellung von Gebühren und Prämien wird durch diese Änderung allerdings komplizierter. Jeder Verein hat entsprechend der Zahl seiner Mannschaften und deren Liga-Zugehörigkeit ein bestimmtes Schiedsrichter-Soll zu erfüllen. In Spielklassen, in denen Schiri-Gespanne eingesetzt werden, ist dieser Soll-Wert signifikant höher. So gibt es zum Beispiel für Landesligisten in einer Saison 135 Sollspiele, für Bezirksligisten jedoch „nur“ 40. Da in der Spielzeit 2019/20 aufgrund der Corona-Pandemie nach der Winterpause so gut wie keine Partien im Verbandsgebiet ausgetragen wurden, wurde das Schiedsrichter-Soll entsprechend reduziert.

Sogenannte Übersoll-Prämien gibt für einen Verein, der 20 und mehr geleitete Spiele vorweisen kann, als gefordert. Wer ein Übersoll von 20 hat, erhält 250 Euro. Ab 40 sind es 500 Euro. Dieser Betrag erhöht sich jeweils um 250 Euro bei 60, 80 usw.

Im Bezirk Schwarzwald dürfen sich sechs Vereine über eine vierstellige Belohnung freuen. Den größten Betrag bekommt der SV St. Märgen mit 1500 Euro für 130 Spiele Übersoll. Dahinter folgt der FC Schönwald. Der Verein von Oberliga-Schiedsrichter Jürgen Schätzle hat ein Übersoll von 116 Partien und erhält somit 1250 Euro. Diese Summe wird auch dem TuS Bonndorf überwiesen. Der FC Brigachtal, der SSC Donaueschingen (beide +94) und der FC Gütenbach (+84) erhalten je 1000 Euro.

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Das größte Defizit im Bezirk Schwarzwald hat der FC Löffingen. Von den Löffingern wurden 95 Spiele gefordert, aber nur eines geleitet. Somit muss der Verein 3400 Euro berappen. 2700 Euro, weil er das Soll für die Landesliga nicht erfüllt und 600 für die Kreisliga A, in der die zweite Löffinger Mannschaft spielt. Der FC Gutmadingen konnte keines der geforderten Spiele leiten. Dies sorgt für ein Minus von 83 und eine Strafgebühr von 3100 Euro. Den gleichen Betrag muss der FC Furtwangen bezahlen.

Die größten Summen in Südbaden müssen jedoch zwei andere Klubs berappen. Am teuersten wird es für den SC Freiburg. Der Sportclub stellt zwar insgesamt 18 Schiedsrichter, hat aufgrund seiner zahlreichen Mannschaften aber auch eine enorm hohe Soll-Zahl (673). Die Freiburger müssen 6900 Euro Ausfallgebühr bezahlen. An Nummer zwei der Strafenliste folgt der FV Lörrach-Brombach. Der Verein konnte in der Saison 2019/2020 keine einzige Spielleitung vorweisen und erhält deshalb eine Rechnung von 6600 Euro.

Über die höchste Übersoll-Prämie in Südbaden darf sich der FC Kandern freuen. 3250 Euro fließen nach Kandern. Der Verein ist im Schiedsrichter-Wesen allerdings auch besonders aktiv. Sowohl der Verbands-Obmann (Brombacher) als auch der Bezirks-Obmann des Bezirks Hochrhein (Hafes Gerspacher) und sechs Schiris kommen vom FC Kandern.

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Der Südbadische Fußballverband „verdonnerte“ seine Vereine insgesamt zu der stattlichen Summe von 272.000 Euro Ausfallgebühr. Etwa 142.000 Euro wurden an Übersoll-Prämien ausgeschüttet. Dies ergibt ein Plus für die Verbandskasse von 130.000 Euro. Eine Summe, die Ralf Brombacher mit gemischten Gefühlen sieht. „Natürlich ist das eine beträchtliche Einnahme für den Verband. Aber das ist nicht unser Ziel. Viel wichtiger ist, dass wir genügend Schiedsrichter haben.“