Nach seinem dramatischen Ausscheiden im Halbfinale des 1500 Meter-Wettbewerbs bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in München am Montagabend war für Christoph Kessler aus Donaueschingen am Donnerstagvormittag bei der 800 Meter-Distanz bereits nach dem Vorlauf Schluss. „Es war ein sehr guter Vorlauf zum Weiterkommen – aber nur machbar, wenn ich hundertprozentig fit gewesen wäre“, lautet sein Fazit im Gespräch mit dem SÜDKURIER. „Der Tank war einfach leer. Ich weiß nicht, ob ich nach den 1500 Metern auch mental etwas durch war.“ Im Halbfinale der 1500 Meter hatte Kessler wegen der Winzigkeit von 0,02 Sekunden den EM-Endlauf verpasst.

„Der Tank war einfach leer.“
Christoph Kessler

Bei den 800 Metern belegte Kessler nun mit einer Zeit von 1:47,72 Minuten in einem achtköpfigen Vorlauf den letzten Platz. Doch neben den drei fix qualifizierten Läufern an der Spitze erreichten auch die nachfolgenden vier Starter die nächste Runde – das spricht durchaus für ein starkes Feld. Das Finale über die 800 Meter-Distanz steht am Sonntag (19.40 Uhr) an. „Die Saison war lang und es gab quasi keine Pause. Trotzdem wollten wir nach dem Ausscheiden bei den 1500 Metern noch die 800 Meter probieren. Es war mein erstes schlechtes Rennen dieses Jahr. Schade, dass es so endet, aber insgesamt kann ich zufrieden sein“, so Kessler.

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Bald mal wieder in der Heimat?

Nun möchte der Leichtathlet erst einmal etwas zur Ruhe kommen und die eigenen Akkus aufladen. „Nächste Woche gehe ich in den Urlaub. Dann werde ich mich Mitte/Ende September mit meinem Trainer hinsetzen und wieder loslegen“, sagt Kessler. Dennoch bleibt der Donaueschinger noch bis Sonntag in München, möchte die EM dort live weiterverfolgen. Und wann steht der nächste Besuch auf der Baar an? „Erst mal ist nichts geplant, vielleicht mache ich das Anfang Oktober spontan nach meinem Urlaub. Ich war schon länger nicht mehr zuhause.“

Die EM ist für den 27-Jährigen besonders, denn München ist für ihn inzwischen aus privaten und beruflichen Gründen seine neue Heimat geworden.