Spitzenspiel, Erster gegen Zweiter, das waren in den vergangenen Jahren eher Fremdworte im Schwarzwald. Ein Derby gegen Mannheim hatte aber schon immer genug eigene Brisanz. Diesmal kamen die Schwaben als Tabellenführer in die SAP Arena, allerdings ohne tatsächlich Favorit zu sein.

Patrik Cerveny gibt Debüt im Schwenninger Trikot

Diesen „Schuh“ mussten sich die zweitplatzierten Adler anziehen, schließlich haben sie den tiefer und auch individuell stärker besetzten Kader. Die Wild Wings traten mit nahezu derselben Mannschaft an, die zuletzt vier Siege in Folge eingefahren hatte. Im Tor gab absprachegemäß die Nummer zwei, Patrik Cerveny, sein Debüt im Schwenninger Trikot.

Mannheim legt doppelt vor

Die Gastgeber legten erwartet druckvoll und temporeich los und Debütant Cerveny stand schnell im Blickpunkt. Die große Gefahr allerdings strahlten die Kurpfälzer nicht aus und so kam das 1:0 doch gefühlt etwas aus heiterem Himmel.

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Die Wild Wings verteidigten an der eigenen blauen Linie nicht konsequent, Stefan Loibl fiel die Scheibe vor die Füße und gegen seinen Schuss war Schwenningens Goalie ziemlich machtlos (6.). Mannheim wollte nachlegen und tat dies auch. Fünf Minuten später kombinierten sich die Adler wieder einmal prima ins Offensivdrittel und Matthias Plachta verlud Cerveny äußerst clever zum 2:0.

Erster Saisontreffer für Bassen

Die Antwort der Gäste folgte nach 30 Sekunden. Boaz Bassen verwertete einen Fehlpass von Jason Bast dankend und trocken zum 2:1-Anschlusstreffer. Es war das erste Saisontor des 21-Jährigen, sein zweites DEL-Tor überhaupt und der zweite Torschuss der Wild Wings. Diese wurden nun mutiger, aggressiver, aufsässiger, bekamen Struktur in ihr Offensivspiel und waren fortan gar leicht überlegen. Dennoch ging die Führung der Hausherren in Ordnung.

Adler nutzen Strafzeiten zum 3:1

Im Mittelabschnitt verflachte die Partie doch etwas, lebte weitestgehend von den nun zahlreicher werdenden Strafzeiten. Fünf mal zwei Minuten gab es, drei davon für Schwenningen und wiederum eine davon nutzten die Adler. Als Tylor Spink wegen Spielverzögerung draußen saß, kam die Scheibe zu David Wolf, der mit einem präzisen Handgelenkschuss zum 3:1 traf (37.).

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Für die Wild Wings hingegen resultierte aus zweimal Überzahl lediglich ein Pfostentreffer durch Alex Weiß. „Wir müssen jetzt unsere Schnelligkeit besser nutzen, die Scheibe tief bringen und mehr auf das Tor schießen“, gab Torschütze Boaz Bassen die Marschroute für das Schlussdrittel vor.

Anschlusstreffer kurz vor Schluss

Angesichts von bis dahin 22:12-Torschüssen in den ersten beiden Abschnitten keine schlechte Idee. Die Wild Wings versuchten dann auch sofort Druck zu machen, der finale Pass kam aber nicht an. Wenn es doch klappte, war Mannheims Keeper Dennis Endras zur Stelle. Seine Mannen hielten gut dagegen, den Schwarzwäldern lief die Zeit davon.

Drei Minuten vor Schluss traf Tyson Spink zum 3:2 nach einer wunderbaren Kombination mit Zwillingsbruder Tylor. Und vier Sekunden vor der Sirene hatte Jamie MacQueen die ultimative Ausgleichschance, konnte diese die aber nicht nutzen. Mit Mannheim gewann schlussendlich die cleverere und vielleicht auch ein klein wenig glücklichere Mannschaft.