Fußball-Oberliga: Im zweiten Anlauf gelang dem FC 08 Villingen in diesem Frühjahr die Verpflichtung von Julian Hodek. Der „Sechser“ soll in Zukunft das Mittelfeld der Nullachter ordnen. Dies genügt dem 22-Jährigen jedoch nicht: Er will vorangehen – und zwar lauf- und lautstark.

Julian Hodek hat mit jungen Jahren bereits ein gutes Stück vom Fußball-Zirkus gesehen. Als A-Jugendlicher wechselte der gebürtige Potsdamer im Jahr 2016 vom SV Babelsberg zum FSV Zwickau, wo Hodek den Sprung in den Profi-Kader schaffte und vier Drittliga-Einsätze sammelte. Seine vielversprechende Entwicklung erlitt 2018 durch einen Kreuzbandriss im rechten Knie allerdings eine drastische Zäsur. Nach einem kurzen Intermezzo bei Dynamo Berlin zog der Mittelfeldspieler im vergangenen Jahr gen Süden zum 1. FC Rielasingen-Arlen, wo Hodek Bekanntschaft mit der Oberliga und dem FC 08 Villingen machte. All diese Erfahrungen prägten den zentralen Mittelfeldspieler und spiegeln sich in dessen Aussagen und Spielweise wider.

Auf dem Platz ist der Fußballer ein umsichtiger Organisator von Spiel und Spielern, kämpferisch, aber auch technisch beschlagen, lauf- und lautstark, kommunikativ und selbstbewusst. Als Mann in der Mitte muss er ständig anspielbar sein, das Auge für freie Mannschaftskollegen und Räume haben und im Spiel gegen den Ball Lücken stopfen. Dies erfordert eine große Fitness, die ihm sein Trainer gerne bescheinigt: „Julian ist enorm laufstark und zeigt viel Wille auf dem Platz“, sagt FC 08-Chefcoach Marcel Yahyaijan.

Obwohl Hodek neu im Team ist und noch nicht zu den gestandenen Haudegen beim FC 08 zählt, meldet der 22-Jährige Führungsansprüche an. „Ich möchte diese Rolle ausfüllen und identifiziere mich auch damit. Es ist meine Art, dass ich viel mit anderen Menschen kommuniziere und dadurch versuche, ihnen zu helfen. Das hat sich mit der Zeit entwickelt.“

Ein Prädikat als Stammspieler würde Hodeks Position als Anführer sicherlich stärken. Nach den Abgängen von Steven Ukoh, Tobias Weißhaar und Daniel Wehrle herrscht ein Vakuum im zentralen Mittelfeld, welches der Neuzugang füllen soll und auch will. „Natürlich möchte ich spielen“, macht Hodek deutlich. Ob als alleiniger Abräumer oder als defensiver Teil einer Doppelsechs, ist für den Rechtsfuß zweitrangig. Mit Stjepan Geng, Nico Tadic oder Pietro Morreale stehen verschiedene Spielertypen für die gleiche Position parat. „Julian bringt eine professionelle Einstellung mit, ist sehr zweikampfstark und hat ein gutes Spielverständnis. Er hat alle Anlagen, um uns zu helfen“, sagt Trainer Yahyaijan.

Bereits im vergangenen Sommer war Hodek, der vom selben Berater wie Marcel Yahyaijan und drei weitere Villinger Spieler vertreten wird, zum Probetraining im Friedengrund zu Gast. Aufgrund des personellen Überangebots im Mittelfeld kam ein Wechsel damals nicht zustande. Der Kontakt zwischen beiden Seiten riss in der Folge aber nie ab. Die Beförderung von Marcel Yahyaijan zum Chefcoach, aber auch das Villinger Umfeld, waren letztlich die ausschlaggebenden Faktoren für den Wechsel im zweiten Anlauf. „Beim FC 08 wird auch vormittags trainiert, es gibt eine gute Trainingssteuerung und Video-Analyse. Die Strukturen sind sehr professionell“, schwärmt Hodek.

Als Vollzeit-Profi wie in Zwickau wird der Potsdamer mit Wahlheimat Singen bei den Nullachtern nicht kicken. Stattdessen arbeitet Hodek nebenbei in der Zahnmedizin und liebäugelt zudem mit einem Fernstudium. Den Traum vom Profi-Fußball hat der 1,79 Meter große Sechser aber noch nicht endgültig aufgegeben. „Es ist mein Ziel, noch einmal höherklassig zu spielen.“ Ist Villingen bestenfalls nur ein Sprungbrett in höhere Sphären? Hodek: „Das kann sein. Allerdings ist der FC 08 ein überdurchschnittlicher Oberligist, der in den kommenden Jahren mit Sicherheit Regionalliga-Bedingungen bieten kann.“

Das alles ist jedoch Zukunftsmusik. Vor dem FC 08 Villingen liegt eine spannende Saison mit neuem Trainer sowie mit frischen, jungen Gesichtern auf dem Platz. Tabellenrang eins bis fünf lautet Hodeks persönliche Zielsetzung. „Ich denke, dass wir eine sehr gute Rolle spielen können“, erklärt der Neuzugang. Julian Hodek will dabei vorangehen – mit Leistung, Lauf- und Lautstärke.

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