Das Bundesliga-Abenteuer endete Wochenende sehr unglücklich. Wie bitter ist der Abstieg?

Wenn man den gesamten Saisonverlauf sieht, war es definitiv sehr bitter. Allerdings haben wir gemacht, was für uns möglich war. Im Vorjahr hatten wir beim Aufstieg das nötige Quäntchen Glück. In dieser Saison war der Tennis-Gott offenbar nicht auf unserer Seite

Am letzten Spieltag zog Thyrnau-Kellberg durch einen überraschenden Sieg in Großhesselohe noch an Ihrem spielfreien Team vorbei. Mannschaftsführer Dominik Adelhardt sprach von Wettbewerbsverzerrung. Wie ist Ihre Einschätzung?

So drastisch würde ich es nicht ausdrücken. Wenn Großhesselohe so aufgestellt hätte wie in den Spielen zuvor, hätte Thyrnau-Kellberg verloren und wir wären noch in der Bundesliga. Allerdings liegt es in der Hand von jedem Verein, wie er aufstellt. Großhesselohe hat sich ans Reglement gehalten.

Thyrnau-Kellberg lag in Großhesselohe zurück und gewann dennoch mit 5:4. Wie hat die Villinger Mannschaft das entscheidende Spiel verfolgt?

Wir haben immer und immer wieder den Live-Ticker aktualisiert. Alle waren nervlich angespannt. Es war ein Wechselbad der Gefühle.

Wie bewerten Sie die Saison in Deutschlands höchster Spielklasse?

Es war eine tolle Erfahrung. Vor einem Jahr waren wir ja nicht sicher, ob wir überhaupt aufsteigen sollen. Aber es war definitiv der richtige Weg. Man hat auch gesehen, dass wir spielerisch mithalten können. Trotz des Abstieges gibt es viel Positives.

Was bleibt besonders in Erinnerung?

Auf jeden Fall der erste Bundesliga-Sieg. Zudem ist der Zusammenhalt im Team noch größer geworden. Jeder hat gezeigt, dass er Bundesliga spielen will und auch mehr trainiert.

War das eine Jahr Bundesliga finanziell schwer zu stemmen?

So etwas auf die Beine zu stellen, bedeutet viel Arbeit. Aber die Unterstützung der Sponsoren half uns sehr.

Wie sind Sie mit dem Zuschauer-Interesse bei den Heimspielen an der Klosterhalde zufrieden?

Wir hatten eine sehr erfreuliche Resonanz. Normalerweise spielen wir vor einer spärlichen Kulisse. In der Bundesliga-Saison waren es immer über 200 Zuschauer.

Die Villinger Regionalliga-Damen haben den Klassenerhalt geschafft. Die Badenliga-Herren sind vorzeitig gesichert. Die Herren 30 sind aus der Bundesliga abgestiegen. Wie lautet I hre Bilanz als Vorsitzender des Vereins?

Natürlich waren die Herren 30 in diesem Jahr das Aushängeschild. Dennoch sind wir im Gesamten beim TC Blau Weiss zufrieden. Die Regionalliga-Damen und Badenliga-Herren haben ihr Ziel erreicht. Besonders erfreulich ist auch die Tatsache, dass die Jugendarbeit in unserem Verein klasse funktioniert.

Nun geht es für Ihre Mannschaft wieder eine Liga tiefer. Gibt es nächstes Jahr einen erneuten Anlauf in Richtung Bundesliga?

Auf jeden Fall. Die Mannschaft bleibt bis auf Edu Mustafic zusammen. Wir werden Gas geben und angreifen.

Fragen: Christof Kaltenbach