Eishockey: Raus aus dem Tal der Tränen – rein in den Rhythmus. Die Wild Wings wollen an diesem Wochenende Wiedergutmachung für den verkorksten Saisonauftakt betreiben. Dabei gastieren sie am Freitagabend (19.30 Uhr) bei den Roosters in Iserlohn. Am Sonntag (19 Uhr) empfangen die Schwenninger die Augsburger Panther.

Wenige Tage vor Beginn des DEL-Saisonstarts hatte Wild Wings-Chefcoach Paul Thompson noch betont, dass sein Team mit den gleichen Angriffsreihen spiele, wie zu Beginn der Saisonvorbereitung. Doch nach dem ersten Wochenende wird bereits durchgemischt. Jamie MacQueen bildet mit Pat Cannone und Mike Blunden ein Angriffstrio. In Reihe zwei spielen Andreas Thuresson, Matt Carey und Markus Poukkula. Die dritte Angriffsformation bilden Alexander Weiß, Marcel Kurth und Troy Bourke. Trio Nummer vier besteht aus Maximilian Hadraschek, Cedric Schiemenz und Kai Herpich. Daniel Pfaffengut ist laut Thompson „Stürmer Nummer 13“. Julian Kornelli spielt am Freitag beim Kooperationspartner Ravensburg in der DEL 2. Ob er am Sonntag gegen Augsburg wieder zum Kader der Wild Wings gehört, ist noch offen.

Während der Trainer in der Offensive freie Auswahl hat, gibt es für Thompson in der Defensive aktuell nur wenige Möglichkeiten. Durch den Ausfall von Simon Danner (Knieverletzung) und Dominik Bohac (Oberkörperverletzung) haben die Wild Wings in Iserlohn lediglich sechs Verteidiger zur Verfügung. Am Sonntag wird der kurzfristig verpflichtete Rückkehrer Kyle Sonnenburg wieder auflaufen. In Iserlohn fehlt der 33-Jährige, da die benötigten Papiere den Schwenningern noch nicht vorliegen. Gegen Augsburg soll Sonnenburg, der sich in den vergangenen Monaten in seinem kanadischen Heimatort Kitchener fit gehalten hat, in eines der drei Verteidiger-Paare rücken. Der zuletzt vertragslose Deutsch-Kanadier benötigte nicht viel Zeit, um sich für eine Rückkehr nach Schwenningen zu entscheiden, obwohl er dort vergangene Saison aussortiert worden war. „Ich spiele gerne für Paul Thompson und wollte zu einem DEL-Klub“, so Sonnenburg, der am Donnerstag früh aus Übersee ankam und wenige Stunden später bereits auf dem Eis trainierte.

Apropos Training: Thompson bezeichnete die Übungseinheit am Donnerstagmorgen als „bestes Training seit Beginn der Vorbereitung“. Im Verlauf der Woche habe es deutliche Aussprachen gegeben. Nach den Leistungen der ersten beiden Saisonspiele erwartet der Chefcoach eine Reaktion, sprich eine klare Steigerung: „Die Leistung von jedem Einzelnen war inakzeptabel, ausgenommen Jamie MacQueen.“

Für den Stürmer war dieses Lob genauso wenig ein Trost wie sein derzeitiger Spitzenplatz in der DEL-Torschützenliste. MacQueen: „Vier Treffer in zwei Spielen sind gut für das Selbstvertrauen. Aber das Einzige, was wirklich zählt, ist das Mannschaftsergebnis.“ Eine richtige Erklärung für den schwachen Auftakt habe er nicht, weiß jedoch genauso wie Thompson, dass auch die bessere Leistung bei der zweiten Saisonpartie vergangenen Sonntag in Wolfsburg (3:5) „noch nicht reicht, um ein DEL-Spiel zu gewinnen“.

Gute Nachrichten gibt es, was die Verletzung von Dominik Bohac betrifft. Der Verteidiger muss nicht operiert werden. Thompson rechnet deshalb damit, dass Bohac in drei, vier Wochen zurückkehrt. Zum Heimspiel gegen Augsburg erwarten die Schwenninger rund 3500 Zuschauer. Einer davon ist Toni Söderholm. Der Bundestrainer kommt am Sonntag in die Helios-Arena.