Die Wild Wings sind wahrlich nicht zu beneiden. Zu der 1:4-Niederlage am vergangenen Freitag in Augsburg gesellte sich noch ein weiteres Malheur. Das speziell für das Wintergame am 7. Januar 2017 in Sinsheim produzierte und bereits im Verkauf befindliche Trikot muss wieder eingestampft werden. Der Grund: Das Fernsehen monierte die zu helle Farbe an den Ärmeln. Deshalb sei das Schwenninger Leibchen dem Mannheimer zu ähnlich und für die geplante Live-Übertragung des Eishockey-Freiluftspektakels nicht geeignet. Die neue Wintergame-Ausrüstung, mit der die Schwenninger in der Bundesliga-Arena der TSG 1899 Hoffenheim gegen die Adler Mannheim antreten, soll nun mit deutlich dunkleren Ärmeln auf den Markt kommen.

Als ob dies alles nicht gereicht hätte für ein tristes Wochenende, gerieten die Wild Wings beim Heimspiel gegen München auch noch früh in Rückstand. Exakt fünf Minuten waren gespielt, als Maximilian Kastner einen von der blauen Linie abgefeuerten Schuss an SERC-Schlussmann Joey MacDonald vorbei in Netz abfälschte. Die Hausherren taten sich in dieser Phase schwer, eigene Angriffe aufzubauen. Häufig wurde der Puck bereits in der neutralen Zone abgefangen, in jenem Bereich, in dem Trainer Pat Cortina das Spiel seiner Mannschaft hatte verbessern wollen. Einige Male fand die Scheibe den Weg in die gegnerische Abwehrzone und ermöglichte den Neckarstädtern Chancen.

Die beste Möglichkeit vergab der wiedergenesene Andree Hult. Nach einem Querpass von Jerome Samson hatte der Schwede freie Schussbahn und die kurze Ecke völlig verwaist vor sich. Hult wähnte sich bereits am Ziel, als Münchens Torhüter David Leggio wie ein Blitz heranflog und sensationell parierte (11.).

Im zweiten Drittel warfen die Schwenninger alles in die Waagschale, was sie dem amtierenden Deutschen Meister entgegenzusetzen hatten: Leidenschaft und Kampfgeist. Doch sie mühten sich vergeblich. Zum fehlenden Glück kam auch noch Pech hinzu, als Hult aus spitzem Winkel nur die Latte traf. Da auch die Bayern trotz spielerischer Überlegenheit ihre Angriffe nicht konsequent zu Ende spielten, verlief der Abschnitt torlos – auch deshalb, weil MacDonald zwischen den Schwenninger Pfosten eine starke Partie ablieferte.

Im Schlussdrittel bewahrheitete sich eine alte Sportlerweisheit: Steckt eine Mannschaft erstmal im Tabellenkeller, klebt ihr die Seuche am Schläger. Innerhalb von drei Minuten setzte sich Schwenningens Topscorer Will Acton zweimal glänzend in Szene, scheiterte aber zweimal am Pfosten (46. und 49. Minute). Es waren die Eisentreffer Nummer zwei und drei der Wild Wings an diesem verflixten Abend! Und damit noch nicht genug: Als der Münchner Brooks Macek die Strafbank drückte, nutzten die Schwarzwälder nicht etwa ihren Überzahlvorteil, sondern kassierten das 0:2. Michael Wolf war in Minute 50 bei einem Konter erfolgreich. Zwar verkürzte Daniel Schmölz in der vorletzten Minute auf 1:2, doch die Zeit reichte nicht mehr, um noch eine Verlängerung zu erzwingen.