0:2 in Rückstand, 3:2 geführt und doch noch verloren: Die Wild Wings verspielten bei der 3:4 (0:0, 1:2, 2:1, 0:1)-Niederlage nach Penaltyschießen gegen die Krefeld Pinguine einen möglichen Erfolg, weil sie zwei Tore in eigener Überzahl kassierten. 3919 Zuschauer in der Helios-Arena sahen eine heiß umkämpfte Partie.

Zwölf Punktspiele in Folge hatte Dustin Strahlmeier das Schwenninger Tor gehütet und einen starken Eindruck hinterlassen. Dennoch verordnete Schwenningens Trainer Pat Cortina dem 24-Jährigen eine Pause. Der Grund: Joey MacDonald war wieder fit. Nach knapp zweimonatiger Verletzungspause stand der 36-jährige Kanadier erstmals zwischen den Pfosten. Es dauerte gerade mal fünf Minuten, da musste MacDonald sein ganzes Können aufbieten, um bei eigener Unterzahl einen Schuss von Martin Schymainski zu parieren. Dies war im ersten Drittel die gefährlichste Szene, die sich vor dem Schwenninger Gehäuse abspielte.



Auf der anderen Seite stand auch Gästeschlussmann Patrick Galbraith nicht unter Dauerbeschuss. Zwei Versuche von Jake Hansen, einer von Daniel Schmölz, ein haarscharf verpasster Puck von Will Acton (16.) und ein Schuss von Stefano Giliati: Das war so ziemlich alles, was in Abschnitt eins auf den Krefelder Kasten kam.

Mangels Toren sorgte kurz vor der Pause eine Rauferei zwischen SERC-Stürmer Marc El.-Sayed und Gästeverteidiger Kyle Sonnenburg für den Höhepunkt der ersten 20 Minuten. Der Schwenninger war im Ringen besser und der Krefelder im Faustkampf. Die Strafe für beide war die gleiche. Zwei plus zwei plus zehn Minuten Disziplinarstrafe.



Den Zuschauern hat’s gefallen

Nicht nur die rund 3000 Schwenninger Fans sorgten für gute Stimmung in der Helios-Arena, sondern auch die 700 Schlachtenbummler aus Krefeld. Sie waren per Sonderzug angereist und verfolgten das Spiel hüpfend und singend.

Das zweite Drittel begann denkbar schlecht für die Hausherren: Schwenningens Verteidiger Jiri Hunkes blieb wegen einer Handverletzung in der Kabine, und ausgerechnet bei eigener Überzahl kassierten die Schwäne das 0:1 (24.). Zur tragischen Figur avancierte MacDonald.

Gästeangreifer Mike Collins befand sich bei einem Konter bereits hinter dem Schwenninger Tor und bediente sich in dieser schier ausweglosen Situation listig der Hilfe des SERC-Keepers. Von dessen rechtem Arm prallte der Puck ins Netz. Ein Billard-Tor. Als der 40-jährige Eishockey-Oldie Herberts Vasiljevs sieben Minuten später ein Krefelder Powerplay zum 0:2 (31.) ummünzte, sah es schlecht aus für die Wild Wings. Sehr schlecht. Doch El-Sayed hielt mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 (39.) die Hoffnung am Leben. Er war nach Simon Danners Schuss zur Stelle und drückte den Abpraller über die Linie.

Und weil’s so schön war, besorgte El-Sayed im Schlussdrittel auch den zweiten Streich. Diesmal fälschte er einen Schuss von Verteidiger Kalle Kajomaa zum 2:2-Ausgleich ins Krefelder Tor ab. 44 Minuten waren gespielt und die Schwenninger Fans aus dem Häuschen. Es dauerte nicht lange, da wurde es plötzlich still im Gästeblock. SERC-Neuzugang Stefano Giliati schnappte sich im eigenen Drittel den Puck, trieb die Scheibe über rechts pfeilschnell nach vorne und hämmerte sie aus dem Handgelenk in den Winkel. Ein Traumtor, das 3:2 (50.), und die erste Schwenninger Führung an diesem Nachmittag.

Die nächste kalte Dusche ließ nicht lange auf sich warten. Anstatt in Minute 56 ein Powerplay zur vorzeitigen Entscheidung zu nutzen, kassierten die Wild Wings in Überzahl erneut einen Gegentreffer. Diesmal war Simon Gysbers der Unglücksrabe. Er vertändelte den Puck an der blauen Linie. Daniel Pietta lief allein auf MacDonald zu und markierte das 3:3. Was für ein Blackout des Schwenninger Verteidigers!

In der Verlängerung vergab Stefano Giliati einen Penalty und somit den möglichen zweiten Punkt. Diesen sicherten sich im Penaltyschießen die Krefelder. Nachdem beide Team jeweils einmal getroffen hatten, machte Vasiljevs im zehnten Penalty den Sieg der Gäste perfekt.