Die Wild Wings kämpfen verbissen gegen ihre Krise an. Vor 4614 Zuschauern feierten die Schwenninger gegen die Iserlohn Roosters zwar einen 4:1 (2:0, 0:1, 2:0)-Erfolg, bleiben aber Schlusslicht in der Deutschen Eishockey Liga.

Ein bemerkenswerter Schritt

Die Stimmung bei den Schwenninger Fans war seit der 0:4-Pleite gegen Wolfsburg am Tiefpunkt. Ihr Zorn richtet sich vor allem gegen Manager Jürgen Rumrich, den viele schon seit Jahren für die sportliche Misere der Wild Wings verantwortlich machten. Um etwas Druck aus dem Kessel zu nehmen, kündigte der 51-Jährige schon jetzt seinen Abschied zum Saisonende an. Ein bemerkenswerter Schritt, unabhängig davon, dass Rumrichs Vertrag im April ohnehin ausgelaufen und angesichts der prekären Lage vermutlich nicht verlängert worden wäre. Der Mann hatte die ganze Verantwortung für die sportliche Misere auf seine Schultern geladen. „Ich möchte damit die Diskussion um meine Person beenden, um wieder Ruhe ins Umfeld der Mannschaft zu bringen“, begründete der gebürtige Miesbacher seine Entscheidung.

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Kein Zweifel, Rumrich hatte sehr unter den ständigen Angriffen gelitten, die nicht selten weit unter die Gürtellinie gingen. Zumindest hatte der Schritt seine Wirkung nicht verfehlt und den Fans bereits im Vorfeld des Spiels den Wind aus den Segeln genommen. Keine Spur von den befürchteten Protestaktionen – abgesehen von harmlosen Plakaten wie „Ihr seid am Zug. Wir ziehen mit und keine Ausreden mehr“. Ansonsten standen die Wild Wings-Anhänger voll hinter ihrer Mannschaft.

Bourke macht das 1:0

Auch die Spieler schienen das Signal des Managers verstanden zu haben. „Wir spielen für Jürgen Rumrich„, versprach Schwenningens Stürmer Troy Bourke schon vor dem ersten Bully. Und ließ den Worten Taten folgen. Eben dieser Bourke war es, der in Minute 17 bei eigener Überzahl eine klaffende Lücke in der Iserlohner Abwehr zum 1:0 nutzte. Als die Gäste nur 38 Sekunden später erneut schliefen, erhöhte Torjäger Jamie MacQueen aus vollem Lauf auf 2:0. Der Grundstein für einen versöhnlichen Abend war gelegt. Die beiden verletzten Schwenninger Stürmer Andreas Thuresson und Marcel Kurth wurden kaum vermisst.

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Im zweiten Drittel begegneten sich beide Mannschaften lange Zeit auf Augenhöhe, ehe sich bei den Gastgebern Nachlässigkeiten einschlichen, allen voran bei Dustin Strahlmeier. Als sich die verwaiste Scheibe auf der linken Seite gemütlich in Schwenninger Richtung Tor bewegte, hätte der ansonsten „ausflugsfreudige“ Schlussmann sein Gehäuse verlassen und den Puck sichern müssen. Doch Strahlmeier blieb auf der Linie und beschwor so in Minute 35 eine brenzlige Situation herauf, die durch Tim Fleischer prompt zum Anschlusstreffer führte. Nur noch 2:1 – das Spiel war wieder offen.

Was für ein Tor!

Kurz nach Beginn des letzten Abschnitts hätte Markus Poukkula schnell wieder für klare Verhältnisse sorgen können, doch Gästeschlussmann Anthony Peters parierte den Schuss mit einem Reflex. In Minute 48 war es allerdings soweit: Jamie MacQueen markierte den zweiten Schwenninger Powerplay-Treffer an diesem Abend. Was für ein Tor! Der Kanadier nahm einen Pass von Dylan Yeo direkt und hämmerte die Scheibe mit Wucht in den Winkel. 3:1 – die Partie war entschieden und das 4:1 (60.) durch Pat Cannone mit einem Schuss ins leere Tore nur noch für die Galerie.