Eishockey: Anfang Oktober war die Wild Wings-Welt noch in bester Ordnung. Überzeugende Auftritte, überragendes Powerplay und Tabellenplatz neun. Zehn Tage und drei Niederlagen später herrscht wieder Tristesse am Neckar. Die Schwenninger sind Liga-Schlusslicht, offenbaren bedenkliche Schwächen in der Defensive und haben bereits das erste Saisonziel verfehlt. Somit ist klar: Die Wild Wings benötigen an diesem Wochenende dringend ein Erfolgserlebnis. Am Freitag (19.30 Uhr) gastieren sie bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven, am Sonntag (16.30 Uhr) kommt die Düsseldorfer EG in die Helios-Arena. Setzt sich die Niederlagen-Serie fort, dürfte die kommende Woche vor allem für Chefcoach Paul Thompson sehr ungemütlich werden. Nicht nur der Trainer steht vor einem richtungweisenden Wochenende. Die Mannschaft muss liefern.

Paul Thompson hatte vor Saisonbeginn klar kommuniziert, dass das Trainerteam in puncto Ziele zunächst nicht das große Ganze, sprich die Playoffs, im Blick habe, sondern einzelne Blöcke. Die 52 Hauptrunden-Spiele wurden unterteilt in sieben 7er-Blöcke und einen 3er-Block. Zehn Punkte lautet die Vorgabe für einen Siebener-Block. Den ersten Abschnitt haben die Wild Wings hinter sich und das erste Etappen-Ziel bereits um drei Zähler verfehlt. Soll dieses Defizit in Block zwei aufgeholt werden, bedarf es nun 13 Punkte aus den kommenden sechs Spielen. Aktuell schwer vorstellbar.

Damit die Niederlagenserie nicht weiter anhält, arbeiteten die Schwenninger in dieser Trainingswoche intensiv an ihrer Abwehr. „Unser Schwerpunkt lag auf Defensive, Defensive und nochmals Defensive“, so Thompson. Im Schnitt 4,5 Gegentreffer im bisherigen Saisonverlauf offenbaren deutlich, wo derzeit die größte Schwenninger Baustelle liegt. Immerhin hat der Chefcoach in Bremerhaven eine Abwehr-Alternative mehr, denn Verteidiger Dominik Bohac kehrt nach knapp vierwöchiger Verletzungspause zurück. Auch Kyle Sonnenburg, der am vergangenen Sonntag gegen Nürnberg, angeschlagen vorzeitig in die Kabine musste, ist laut Thompson gegen die Pinguins wieder an Bord.

Das Wild Wings-Tor hütet in Bremerhaven Dustin Strahlmeier, Angreifer Max Hadraschek fehlt krankheitsbedingt und Verteidiger Boaz Bassen soll beim Kooperationspartner in Ravensburg Spielpraxis sammeln.

Mit der Düsseldorfer EG kommt am Sonntag eine Mannschaft in die Helios-Arena, die sich kräftig im Aufwind befindet. Die Rheinländer starteten zwar mit zwei Niederlagen etwas holprig in die Saison, gewannen danach jedoch jedes Spiel und stehen nach sieben Siegen in Serie mittlerweile auf Tabellenplatz vier, zwei Zähler von Rang zwei entfernt. Die Wild Wings machten zumindest beim letzten Aufeinandertreffen mit der DEG gute Erfahrungen. Beim Vorbereitungsturnier um den Bodensee-Cup in Kreuzlingen schlugen sie die Düsseldorfer im Finale mit 2:1.

Kai Blandin muss gehen

Wild Wings-Geschäftsführer Christoph Sandner gab am Donnerstagabend bekannt, dass Kai Blandin künftig nicht mehr als Pressesprecher tätig sein wird. „Wir haben uns diese Woche dazu entschlossen, die Zusammenarbeit mit Kai Blandin im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr fortzuführen und wünschen ihm alle Gute für die Zukunft“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung von Sandner. Bis zur Neubesetzung der Stelle wollen sich Sandner und Hendrik Kolbert die Öffentlichkeitsarbeit aufteilen.

Kai Blandin war enttäuscht über die Entscheidung der GmbH und konnte die Gründe teilweise auch nicht nachvollziehen: „Ich hätte gerne weitergemacht. Es hieß, man habe sich meine Arbeit, speziell was die sozialen Medien betrifft, anders vorgestellt. Ich habe in den sozialen Medien für die Wild Wings Gas gegeben. Das hat aber offenbar nicht gereicht.“ Blandin war noch in der halbjährigen Probezeit bei der Wild Wings GmbH. Er hatte die Stelle als Nachfolger von Oliver Bauer übernommen.