Torhüter Dustin Strahlmeier, der drei Penaltys abwehrte, und Will Acton, der den entscheidenden Penalty verwandelte, wurden zu den gefeierten Helden. Für das Team von Trainer Pat Cortina war es bereits der vierte Sieg im sechsten Saisonspiel. Das macht Lust auf mehr.

Das erste Drittel verblüffte viele in der Helios-Arena. Als sich die Schwenninger nach den ersten 20 Minuten auf dem Weg in die Kabine machten, erhielten sie stehende Ovationen von den 5689 Zuschauern. Und das auch zurecht. Die Schwenninger zeigten den Mannheimern deutlich, mit welcher Leidenschaft man in ein Derby geht. Bereits in der 6. Minute schlugen die Schwäne zu und das gleich doppelt. Einen Schuss von Marcel Kurth konnte Adler-Torhüter Dennis Endras nur leicht abprallen. Will Acton stand perfekt und traf zum 1:0.

Es dauerte nur 24 Sekunden, dann streckten die SERC-Spieler erneut ihre Arme zum Jubeln nach oben. Nachdem sich Lennart Palausch fast bis vors Gästetor durchgearbeitet hatte, kam der Puck zu Kai Herpich und von dort direkt in die Maschen – 2:0. Begeisterung pur in der Helios-Arena. Und was war mit dem Meisterschaftsaspiranten aus Mannheim im ersten Drittel? Ganz, ganz wenig. Zudem hielt Dustin Strahlmeier im Schwenninger Gehäuse alles, was es zu halten gab. Einmal hatte er jedoch Glück. Bei einem Powerplay der Adler verhinderte der Pfosten das 1:2 von David Wolf.

Die Wild Wings überstanden in den ersten 20 Minuten vier Minuten in Unterzahl schadlos. Als sie jedoch selbst einen Mann mehr auf dem Eis hatten, schlugen sie eiskalt zu.
Nach einem sehenswerten Spielzug krachte der Schuss von István Bartalis zunächst zwar nur gegen das Aluminium. Doch wiederum stand ein Schwenninger goldrichtig. Dieses Mal war es Andrée Hult, der in der 17. Minute auf 3:0 erhöhte. Die Führung war auch in dieser Höhe hochverdient. „Die Mannheimer befanden sich im ersten Drittel wohl noch im Tiefschlaf“, meinte Andreas Renz, TV-Experte und früher Wild Wings-Spieler. Mannheims Coach Sean Simpson fand in der Kabine offenbar die passenden Worte, um seine Mannschaft aus diesem Tiefschlaf aufzuwecken. Die Wild Wings hatten zwar nach wenigen Sekunden eine Riesenchance durch Uli Maurer zum 4:0. Doch danach übernahmen die Adler das Kommando und starteten mit viel Druck ihre Aufholjagd.

Bereits in der 22. Minute fälschte Carter Proft einen Schuss von Denis Reul ins SERC-Tor ab – 1:3. Exakt eine Minute später war Strahlmeier erneut geschlagen. Der Schuss von Chad Kolarik zischte an ihm vorbei zum 2:3. Es wurde plötzlich ruhig in der Helios-Arena. Zu hören waren im Mitteldrittel meist nur die 350 mitgereisten Mannheimer Fans. Auch auf dem Eis bestimmten die Gäste das Geschehen. Die Adler waren nun bärenstark. Dagegen wirkten die Schwäne ob der beiden Gegentreffer verunsichert. Beide Teams wirkten im Vergleich zu den ersten 20 Minuten wie ausgetauscht.

Als Wild Wings-Stürmer Jake Hansen in der 33. Minute auf die Strafbank musste, war auch die Schwenninger Führung dahin. Mit einem Schuss nahe der blauen Linie traf Sinan Akdag zum 3:3. Das Derby war wieder völlig offen.
Gegen Ende des Mitteldrittels fanden auch die Wild Wings wieder besser in ihren Rhythmus und hätten fast durch Palausch zum vierten Mal zugeschlagen. Offensichtlich sorgte diese Phase für neuen Schwung bei den Schwenningern. Im Schlussdrittel wurden die Schwäne wieder stärker und gingen auch erneut in Führung. Als Mannheims Proft auf der Strafbank saß, fälschte Simon Danner einen Schlagschuss von Sascha Goc zum 4:3 ab (43.). Danach boten sich die beiden Rivalen ein Derby auf Augenhöhe. Die Wild Wings standen einige Mal vor dem vorentscheidenden 5:3. Doch der achte Treffer des Spieles führte zum erneuten Gleichstand. Brent Raedeke erzielte in der 55. Minute das 4:4. Wenige Sekunden zuvor hatte Daniel Schmölz allein vor Endras die Riesenchance zum 5:3.

In den letzten Minuten des letzten Drittels spielten beide Mannschaften auf Sieg. Es blieb jedoch beim 4:4. Das Derby ging in die Verlängerung. Auch hier fiel keine Entscheidung. Das Penaltyschiessen folgte. Mannheim begann: Strahlmeier hält gegen Kolarek, Bartalis schoss übers Tor, Strahlmeier hält gegen Plachta, Jerome Samson trifft die Scheibe nicht richtig, auch Sparre scheitert an Strahlmeier. Acton läuft an zum sechsten Penalty, zieht vor Endras ab und der Puck zappelt im Netz.

Trainerstimmen:

Pat Cortina (Schwenningen): „Derbys sind verrückte Spiele. Unser erstes Drittel war sehr stark. Viel wichtiger war allerdings, dass wir auch ein gutes Schlussdrittel gespielt haben. Trotz der jüngsten Erfolge dürfen wir jetzt nicht abheben.“

Sean Simpson (Mannheim): „Es war ein verdienter Sieg für Schwenningen. Unser Gegner hatte über die komplette Spielzeit gesehen die besseren Chancen.“