Eishockey: Knapp 4500 Zuschauer kamen am Mittwochabend in die Helios-Arena. Obwohl die Wild Wings mit 2:4 DEL-Spitzenreiter aus München unterlagen, gingen die meisten der heimischen Fans zufrieden nach Hause. Ihre Mannschaft hatte beherzt gekämpft, spielerisch überzeugt. Dass die Schwenninger dennoch leer ausging, hatte mehrere Gründe. Zum einen hatten die Schwenninger in dieser Partie förmlich das Pech am Schläger kleben. Zahlreiche Torchancen wurden vergeben. Münchens Torhüter Danny Aus den Birken machte zwar ein überragendes Spiel, doch mit etwas mehr Zielwasser und Scheibenglück auf Schwenninger Seite hätte auch er die erste Saisonniederlage der „Roten Bullen“ nicht verhindern können.

Zudem hatten die Münchner an diesem Abend die besseren „special teams“. Sie trafen dreimal in Überzahl und einmal sogar in Unterzahl. Dagegen konnten die Schwenninger an ihre in dieser Saison bislang überragende Penalty-Quote nicht anknüpfen. Sie waren zwar einmal nur wenige Augenblicke nach einer Powerplay-Situation und einmal in Überzahl erfolgreich. Doch für die zahlreichen Minuten, in denen die Schwenninger einen oder gar zwei Spieler mehr auf dem Eis hatten, war diese Ausbeute bescheiden.

Im ersten Drittel hatte die Heimmannschaft zahlreiche Einschussmöglichkeiten, genutzt werden konnte jedoch nur eine durch Jamie MacQueen in der 18. Minuten. Lange Bestand hatte die Führung nicht. Nach einer unnötigen Strafe von SERC-Kapitän Mark Fraser erzielten die Münchner das 1:1.

Das Mitteldrittel begann alles andere als gut für die Schwenninger. Bei eigener Überzahl verloren sie den Puck, Maximilian Kastner verwertete den toll ausgespielten Konter der Gäste zum 1:2 (22.). Die kalte Dusche blieb nicht folgenlos, die Wild Wings gerieten aus dem Rhythmus und München legte in der 25. Minute durch Frank Mauer in Überzahl das 1:3 nach.

Im Schlussdrittel gab es eine Fülle von Strafen. Von den teilweise fragwürdigen Strafen auf beiden Seiten profitierten an diesem Abend vor allem die Münchner. Während die Wild Wings eine fast siebenminütige Überzahl lediglich zum 2:3 durch Markus Poukkula (43.) nutzen konnten, sorgten die Münchner mit einem weiteren Überzahltor durch Trevor Parkes in der 56. Minute für die Vorentscheidung. Vor allem aufgrund der zahlreichen Powerplay-Situationen sprach Gästetrainer Don Jackson nach der Partie von einem „verrückten Spiel“.

Trotz des verpassten Sieges war Wild Wings-Chefcoach „stolz auf die Leistung“ seines Teams. Die Neckarstädter hatten dem Favoriten von der ersten bis zur letzten Spielminute alles abverlangt. Deshalb zählte für Thompson, genauso wie die Zuschauer, nicht nur das nackte Ergebnis. Unterm Strich blieb der Eindruck, dass die Wild Wings in der Form angekommen sind, in der sie sein wollen. Auch Verteidiger Mirko Sacher blickte zufrieden auf die Leistung der Schwenninger zurück: „Bei fünf gegen fünf waren wir die bessere Mannschaft, Punkte wären definitiv verdient gewesen.“ Zur Leistung von Torhüter Ilya Sharipov meinte Sacher: „Er hat gehalten, was es für ihn zu halten gab.“

Nachdem die Wild Wings am Mittwoch leer ausgegangen sind, haben sie nach diesem Wochenende zweimal die Chance, ihr Punktekonto aufzubessern. Am Freitag (19.30 Uhr) gastieren die Schwenninger bei den Straubing Tigers. Der Tabellenzweite aus Niederbayern ist mit sechs Siegen aus sieben Spielen bislang die Überraschungsmannschaft der Saison. Am Sonntag haben die Schwenninger dann wieder Heimrecht. Ab 19 Uhr erwartet das Thompson-Team die Icetigers aus Nürnberg.