Die Schwenninger Wild Wings reagierten am Freitagabend auf die Entscheidung von Sportmanager Jürgen Rumrich, nach der Saison sein Amt aufzugeben, mit einer starken Leistung beim 4:1-Erfolg gegen die Iserlohn Roosters. Nach der Schlusssirene widmeten die Spieler den Sieg jenem Mann, der mit seiner frühzeitigen Ankündigung wesentlich dazu beigetragen hatte, die explosive Stimmung bei den Fans etwas zu entschärfen. „Wir haben für Jürgen Rumrich gespielt, er ist ein toller Mensch und ein toller Manager“, sagte Schwenningens Stürmer Troy Bourke.

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Apropos Bourke: Der 25-jährige Kanadier wurde von Trainer Paul Thompson fast schon überschwänglich gelobt. „Bourke ist aktuell unser bester Spieler in dieser Saison“, sagte der Brite. Klar, dass solch ein Lob beim Adressaten gut ankam, trotzdem bleibt Bourke bescheiden: „Ich freue mich sehr darüber, hebe aber nicht ab und versuche in jedem Spiel alles zu geben, um der Mannschaft zu helfen“.

Zeichen an die Fans

Die Aktion der Schwenninger Mannschaft, nach dem Spiel nicht, wie sonst üblich, geschlossen in die Fankurve fuhren, soll Bourke zufolge nicht als Zeichen gegen die Fans gewertet werden, die mit ihren monatelangen Unmutsbekundungen sicherlich eine wichtige Rolle bei Rumrichs Entscheidung gespielt haben. Vielmehr wolle man weiterhin erst mit Leistung überzeugen: „Wir wissen die Unterstützung der Fans zu schätzen. Das hat uns gegen Iserlohn sehr geholfen. Aber wir wollten nach einem Sieg nicht so feiern, als hätten wir den Stanley Cup gewonnen“, gab der in Edmonton geborene Flügelstürmer zu Protokoll.

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Bourke war es auch, der die Wildschwäne gegen die Sauerländer auf die Siegerstraße führte. Sein Tor zum 1:0 in der 17. Spielminute war der Lohn für ein starkes Drittel. „In dieser Phase haben wir im Powerplay allerdings nicht so gut gespielt. Da wollte ich etwas versuchen und bin einfach vor das Tor gezogen, um die Scheibe mit der Rückhand zu versenken“, erklärte Bourke seinen Geniestreich. Als Jamie MacQueen nur 38 Sekunden später zum 2:0 traf, gab es auf den Rängen kein Halten mehr. Die 4614 Zuschauer feierten ihr Team lautstark.

Anschlusstreffer nach starker Phase

Obwohl die Fans geschlossen hinter der Mannschaft standen und für eine tolle Stimmung in der Helios-Arena sorgten, gab es auch in dieser Partie zahlreiche Banner, die die Vereinsführung dazu aufforderten, den Dialog mit den Fans zu vertiefen. Gleichzeitig erinnerten etliche Schriftzüge die Mannschaft daran, dass in jedem Spiel Leistung gebracht werden muss – am besten über 60 Minuten. Daran haperte es auch im Spiel gegen die Roosters. Nach wenigen Minuten im zweiten Drittel verloren die Wild Wings etwas die Linie und spielten nicht mehr so konsequent wie im ersten Abschnitt. Das lag aber auch am Gegner, den nun seine stärkste Phase hatte und den Anschlusstreffer erzielte. „Im ersten Drittel waren wir nicht gut genug, sind dann aber besser ins Spiel gekommen. Insgesamt waren wir jedoch zu schwach und haben das Spiel in den ,special teams‘ verloren“, sagte Iserlohns Trainer Jason O’Leary.

Durch die beiden Treffer im letzten Drittel machten die Neckarstädter den verdienten Heimsieg perfekt. Von Trainer Thompson gab es entsprechend Lob: „Wir wollten den Fans etwas zurückgegeben, und das ist uns gelungen. Unser Spiel in Über- und Unterzahl war diesmal ausgezeichnet. Ich bin mit dem Spiel sehr zufrieden.“

Und doch – ein Rest an Skepsis bleibt. Um diese Vorbehalte auszuräumen müssen die Wild Wings im letzten Spiel vor der Deutschlandcup-Pause am Sonntag in Düsseldorf beweisen, dass die Leistung gegen Iserlohn keine Eintagsfliege war. Zu oft wechselten sich in dieser Saison Erfolg und Misserfolg ab.