Eishockey: Gelingt den Wild Wings nach acht Niederlagen in Folge und der anschließenden zweiwöchigen Pause ein Neustart? Diese Frage lässt sich am Wochenende nach den Spielen bei den Fishtown Pinguins Bremerhaven (heute, 19.30 Uhr) und am Sonntag (16.30 Uhr) zu Hause gegen die Grizzlys Wolfsburg beantworten. Allerdings sind die personellen Voraussetzungen denkbar schlecht: Von den bislang verletzten Spielern kehrt keiner in den Kader zurück.

Neue Brille, alte Sorgen: Schwenningens Trainer Pat Cortina, der sich während der Pause neue Augengläser zugelegt hat, muss weiterhin auf wichtige Profis verzichten. Leise Hoffnung hatte sich Anfang der Woche breitgemacht, dass zumindest Verteidiger Jiri Hunkes und/oder Angreifer Andrée Hult würden spielen können. Doch daraus wird nichts. „Wir gehen kein Risiko ein und hoffen, dass beide am übernächsten Wochenende einsatzfähig sind“, sagt Cortina. Das Gleiche gelte auch für Verteidiger Benedikt Brückner. Mit Stürmer István Bartalis rechnet der Coach frühestens in 14 Tagen, von Markus Poukulla ganz zu schweigen. „Das wird noch lange dauern. Er wird in diesem Jahr nicht mehr für uns spielen“, sagt der 52-Jährige. Der Finne, der sich einer Schulter-Operation unterziehen musste, hat noch kein Punktspiel für den SERC bestritten. Cortina: „Wir befinden uns weiterhin in einer schwierigen Situation.“

Doch Lamentieren hilft nichts. „Wollen die Wild Wings Platz zehn und damit den Einzug in die Pre-Playoffs nicht bereits frühzeitig abhaken, müssen sie heute in Bremerhaven punkten. Das wird nicht einfach, denn der Liga-Neuling zählt zu den Überraschungsmannschaften in dieser Saison. 19 Punkte haben die Norddeutschen in ihrem ersten DEL-Jahr nach 16 Spielen auf dem Konto, vier mehr als die Schwenninger. Dieser Rückstand sollte keinesfalls noch größer werden. „Das ist ein direkter Konkurrent. Dieses Spiel müssen wir gewinnen“, sagt Simon Danner. Der 29-jährige Stürmer verkörperte beim letzten Heimspiel vor der Pause gegen Köln geradezu die Seuche, die den Wild Wings seit Wochen am Schläger klebt. Dreimal lief Danner allein auf den Torhüter zu, dreimal brachte er den Puck nicht über die Linie. „Das nagt schon an einem. Man fühlt sich nach solch einem Spiel schuldig, dass die eigene Mannschaft nicht gewonnen hat. Aber wir dürfen uns mit solchen Dingen nicht allzu lange beschäftigen. Das bringt nichts. Solange wir uns Chancen herausspielen, ist alles in Ordnung“, sagt Danner.

Der Mittelstürmer ist nicht der einzige Schwenninger Angreifer, der zuletzt vor dem gegnerischen Tor schier verzweifelte. Auch Will Acton, der Ausnahmestürmer der vergangenen Saison, wartet nun schon seit sieben Spielen auf ein Erfolgserlebnis. Kein Tor, keine Vorlage des 29-Jährigen – auch so lassen sich die 195 Minuten erklären, die Schwenningen inzwischen ohne Torerfolg ist. Der dezimierte Kader und die Torflaute beschäftigen natürlich auch Cortina. „Es tut weh zu sehen, wie hart die Spieler arbeiten und der Erfolg ausbleibt. Wir leiden gemeinsam.“ Die Zuversicht lässt aber auch er sich nicht nehmen: „Wir haben noch 36 Spiele vor uns und sind auf dem richtigen Weg. Ich hoffe nur, dass die Spieler mental stark bleiben.“

Bei der Partie gegen Bremerhaven wird Joey MacDonald zwischen den Pfosten stehen. Wer am Sonntag das Tor hütet, lässt Cortina noch offen. Gegen Wolfsburg erwarten die Wild Wings zwischen 3500 und 4000 Zuschauer in der Helios-Arena. Cortina: „Wir hoffen auf eine gute Stimmung.“

So spielen die Wild Wings gegen Bremerhaven

Tor: MacDonald

Abwehr: Trivellato – Goc,Kaijomaa – Bender, Gysbers – Mund

Angriff: Maurer – Acton – Giliati,Samson – Danner – Kurth,Hansen – El-Sayed – Schmölz,Herpich – Palausch – Schlenker