Eishockey: Für die Wild Wings droht der Kampf um Rang zehn in der Deutschen Eishockey Liga früher zu enden als erhofft. Acht Punkte Rückstand haben die Schwenninger bereits auf jenen Platz, der das Ticket für die Pre-Playoffs bedeutet. Beim Heimspiel gegen die Straubing Tigers (Freitag, 19.30 Uhr) und am Sonntag (16.30 Uhr) in Köln wartet die nächste Chance, um den Abstand endlich zu verringern.

Langsam aber sicher schlägt sich die wenig erfolgreiche Saison auf die Psyche der Spieler nieder. „Ich bin ausgezehrt“, sagt selbst SERC-Kapitän Sascha Goc. Es ist aber auch zum Verzweifeln. Zuletzt in Ingolstadt fehlten den Wild Wings lumpige 20 Sekunden, um drei Punkte einzufahren. Am Ende blieb den Schwenningern beim 5:6 nach Verlängerung gerade mal ein Zähler. „Die Stimmung ist nicht mehr so gut wie zuvor. Aber das ist normal“, weiß auch Trainer Pat Cortina.

Beim Versuch, das Glück zu erzwingen, misslingt den Schwenninger Profis vieles. So wie beim jüngsten Heimspiel gegen Düsseldorf. Da stürmten die Wild Wings mit heißem Herzen und vergaßen dabei, kühlen Kopf zu bewahren. Das Ergebnis war vogelwildes Eishockey, das mit einer 1:3-Niederlage bestraft wurde. „Wenn wir uns Torchancen erarbeiten, feuern uns die Fans immer mehr an. Getragen von dieser Stimmung, wollen wir immer mehr und eröffnen dem Gegner zu viele Konterchancen. Wir müssen wieder lernen, das Spiel zu kontrollieren“, sagt Cortina.

Die Wild Wings treffen ausgerechnet zu einem Zeitpunkt auf Straubing, an dem es für die Tigers wieder gut läuft. Drei Siege in Serie haben das Selbstvertrauen der Bayern gestärkt, jenes Selbstbewusstsein, das die Wild Wings so dringend benötigen, sich aber nur mit Siegen einstellt. Cortina weiß, wie Straubing zu knacken ist: „Wir müssen mit hohem Tempo spielen, viel Schlittschuh laufen und den Gegner attackieren.“ Bei der Partie am Sonntag in Köln wollen die Wild Wings zu jenen Mitteln greifen, die selbst einen Außenseiter für die Haie gefährlich machen: „Wir wollen diszipliniert spielen und auf unsere Chancen lauern.“

Ob Angreifer Jerome Samson am Puck sein kann, wird sich erst kurzfristig entscheiden. „Er hat sich am Donnerstag nach 20 Minuten verletzt und musste das Training abbrechen. Wir müssen abwarten“, sagt Cortina. Sollte Samson ausfallen, steht Lennart Palausch bereit. Zwischen den Pfosten steht heute Abend Joey MacDonald. Am Sonntag in Köln hütet Dustin Strahlmeier das Tor.

Nach dem Abschied von Jonas Schlenker, der bei den Wild Wings seinen Vertrag auflöste und künftig für Ravensburg in der DEL 2 stürmt, prüfen die Wild Wings die Option, einen deutschen Stürmer zu verpflichten. Cortina: „Manager Jürgen Rumrich hält die Augen nach einem neuen Spieler offen. Wir befinden uns in einer kritischen Saisonphase.“

Im Bestreben, noch eine Verstärkung an Land zu ziehen, dürfen die Wild Wings das aktuelle Personal nicht vergessen. Daniel Schmölz zum Beispiel hat nach eigenen Angaben noch keine Klarheit über seine sportliche Zukunft. So, wie der 24-jährige Stürmer derzeit spielt, dürfte er das Interesse der 13 anderen DEL-Klubs längst geweckt haben.

Ladies Night

Beim Spiel gegen Düsseldorf dachten sich die Wild Wings eine besondere Aktion für die Vereine aus. Nun wollen sie heute Abend gegen Straubing mit einer „Ladies Night“ die Damen in die Helios-Arena locken. „Jede Frau mit einem gültigen Ticket für das Spiel gegen Straubing darf eine Freundin gratis mit ins Stadion nehmen. Außerdem gibt es Sekt zum Sonderpreis“, sagt Wild Wings-Geschäftsführer Oliver Bauer.