Glückwunsch zur Ernennung zum Mannschaftskapitän. Wie fühlt es sich an?

Vielen Dank, es fühlt sich großartig an. Ich fühle mich geehrt, so eine Gruppe mit vielen ehemaligen Mannschaftskapitänen als Kapitän aufs Eis führen zu dürfen.

Wann haben Sie davon erfahren, dass die Wahl der Trainer auf Sie fällt?

Erst am Montag, als Paul Thompson uns vor der Mannschaft seine Entscheidung mitteilte.

Waren Sie überrascht?

Nun ja, ein bisschen schon (lacht). Aber da wir im Vorfeld schon darüber gesprochen hatten und ich in einem Vorbereitungsspiel bereits Kapitän war, war mir klar, dass ich einer der Kandidaten sein würde.

Wurde vom Trainer zum neuen Kapitän der Schwenninger Wild Wings ernannt: Mark Fraser. Bild: Werner Feisst
Wurde vom Trainer zum neuen Kapitän der Schwenninger Wild Wings ernannt: Mark Fraser. Bild: Werner Feisst | Bild: Feißt, Werner

Wie wollen Sie das Team führen?

Ich mache da keinen Unterschied, ob ich ein Abzeichen auf der Brust habe oder nicht. Ich bleibe so, wie ich bin.

Das heißt?

Für mich heißt das, immer mit einer positiven Einstellung zur Arbeit zu kommen und auf und neben dem Eis hart zu arbeiten. Ich will das Team motivieren, wenn ich merke, dass es Motivation braucht. Oder ich werde die Jungs daran hindern abzuheben, wenn sie Gefahr laufen, abzuheben.

Sind das die besonderen Führungsqualitäten, die Sie mitbringen?

Ja, ich schätze schon. Ich spüre, wenn die Mannschaft etwas Bestimmtes braucht. Ich werde dann immer versuchen, die Stimmung in Bahnen zu halten. Nur so wird man wirklich erfolgreich sein.

Sie sind bekannt als harter Spieler. Auf der Strafbank können Sie ihrer Mannschaft jedoch nicht helfen. Wird das ,C‘ auf der Brust Einfluss auf ihr Spiel haben?

Nein, auf gar keinen Fall. Meine Physis und mein hartes Spiel sind meine größten Stärken. Ich wäre ein schlechter Kapitän, wenn ich meine Stärken nicht voll einbringen würde.

Kommen wir zur abgeschlossenen Vorbereitung. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Wir sind froh, dass die Vorbereitung vorbei ist. Wir können es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Mit den Ergebnissen bin ich soweit auch zufrieden. Lediglich mit dem Spiel gegen Carleton sind wir nicht so glücklich.

Das Spiel hat im Umfeld die Euphorie etwas gebremst. Hat die 4:5-Niederlage einen Einfluss auf den Start in die DEL-Saison?

Nein, wir sollten das Spiel nicht überbewerten. Wir sind sehr gut vorbereitet. und ich bin schon sehr aufgeregt, endlich in der DEL auflaufen zu können.

Werden die ,dummen‘ Strafen in den Testspielen auch im Liga-Alltag zum Problem?

Das glaube ich nicht. Wir haben viel darüber gesprochen. Außerdem glaube ich, dass wir ein Stück weit Opfer der Schweizer Schiedsrichter wurden. Ich denke, dass in der DEL nicht so kleinlich gepfiffen wird.

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Heißt dies, dass aus Ihrer Sicht in der Vorbereitung mehr gegen deutsche Mannschaften gespielt werden sollte?

Es hat Vor- und Nachteile. So haben wir gegen starke Schweizer Mannschaften spielen können und dabei sehr gut ausgesehen. Aber für jemand, der neu in der Liga ist, wie ich, ist es natürlich interessant, auch gegen die anderen Teams zu spielen. So, wie gegen Düsseldorf beim Bodensee-Cup.

Haben Sie sich schon einiges angeschaut in der neuen Umgebung?

Ja, wir waren in München und in Metzingen shoppen. Außerdem bin ich sehr gerne in der schönen Villinger Innenstadt. Aber ich habe auch noch Projekte in Kanada am Laufen, die ich in meiner Freizeit bearbeite.

Was sind das für Projekte?

Eines davon ist ein Filmprojekt über schwarze NHL-Spieler. Es wird eine Dokumentation, die zeigt, dass es nicht einfach für uns ist, man es aber schaffen kann. Das soll Kindern den Mut geben, alles für ihren Traum zu geben.

So, wie Sie und Ihr Lieblingsspieler Jerome Iginla?

Genau. Ich hoffe, dass er auch in der Dokumentation auftauchen wird, habe jedoch noch nicht mit ihm gesprochen.

Jerome Iginla wird auch ,Mr. Calgary‘ genannt. Werden Sie nun als ,Mr. Schwenningen‚ hier eine Ära prägen?

(lacht) Das ist etwas viel Druck. Ich fühle mich in Schwenningen sehr wohl und man wird sehen, wie lange ich hier spiele. Aber die Art, wie Iginla Kapitän war, da schaue ich mir etwas ab. Er ist schon lange mein großes Vorbild.

Fragen: Arnfried Mehne