Freitagabend, 19.30 Uhr: Es ist Zeit für Eishockey. Die stark unter Druck stehenden Schwenninger Wild Wings wollen nach drei Niederlagen endlich mal wieder einen Sieg in der DEL einfahren, zu Gast ist man bei den Fischtown Pinguins aus Bremerhaven. Doch von unbändigem Siegeswillen war zu Beginn nichts zu sehen. Folgerichtig kam auch nach 148 Sekunden schon die kalte Dusche: Luca Gläser erzielt mit seinem ersten DEL-Tor das 1:0.

Durch den Rückstand aufgeweckt finden die Wild Wings nun besser ins Spiel, wirklich große Chancen gab es jedoch nicht. Und wenn, dann stand da ein Tomas Pöpperle, der alles hielt, was auf ihn zugeflogen kam.

Unterm Strich gehen die Wild Wings leer aus

Ganz anders verlief der Abend von Schwenningens Schlussmann Dustin Strahlmeier, der zwei unglückliche Tore kassierte und damit den Weg ebnete für die vierte Niederlage in Folge. Schlecht war die Leistung keineswegs, mit zahlreichen Paraden hielt Strahlmeier seine Mannschaft im Spiel, gab dadurch die Möglichkeit, Punkte auf die lange Busfahrt mitzunehmen. Doch unterm Strich bleibt, dass die Wild Wings trotz einer verbesserten Defensivleistung am Ende leer ausgingen.

Vor dem letzten Drittel stand es jedoch nur 2:1, weshalb Andreas Thuresson, der sein erstes Tor im Wild Wings Trikot erzielte, vehement forderte, weiter offensiv nach vorne zu spielen und viele Scheiben auf Pöpperle zu bringen. Ein Plan, der von ihm selbst in Mitleidenschaft gezogen wurde, als er in der 46. Minute auf die Strafbank musste. Bourke saß schon dort, und so galt es, eine 3:5 Unterzahl schadlos zu überstehen. Denkbar schlechte Vorzeichen, um eine Aufholjagd zu starten.

Das könnte Sie auch interessieren

„Wir sind motiviert ins letzte Drittel gegangen. Wenn man da direkt ein 5:3 kassiert und danach noch mal eine Unterzahlstrafe...“, war Goalie Strahlmeier nach der Partie ratlos. Er lobte aber auch die Bremerhavener, die es den Wild Wings im Anschluss richtig schwer gemacht hätten, nochmal gefährlich vor Pöpperle aufzutauchen.

Thompson sieht Leistung positiv

Durch das 1:3 stehen die Wild Wings weiter am Tabellenende, wobei Coach Paul Thompson zumindest aus den letzten beiden Dritteln Positives mitnehmen konnte: „Wir hatten eine Menge guter Chancen und haben eine deutlich bessere Leistung als im letzten Spiel, vor allem auch eine starke Unterzahl gezeigt“.

Und doch: Mit der Niederlage verschärft sich die Situation für Thompson deutlich. Am Sonntag ist das Team fast schon zum Siegen verdammt, um keine frühe Trainerentlassung verantworten zu müssen. Dafür müssen aber auch mal alle Mannschaftsteile gleich gut spielen. Eine verbesserte Defensivleistung bringt nichts, wenn der Torhüter zwei leichte Gegentore kassiert und der Sturm harmlos bleibt.

Hoffnung macht, dass der frischgebackene Vater von zwei kleinen Mädchen, Topscorer Jamie MacQueen, am Sonntag wieder mithelfen wird. Dann wird es Zeit, „den Bock umzustoßen“, wie es der junge Daniel Pfaffengut vor der Partie in Bremerhaven ausdrückte.