Eishockey: Aufatmen bei den Wild Wings: Die beiden Verteidiger Jiri Hunkes und Benedikt Brückner sowie Stürmer Andrée Hult haben ihre Verletzungen auskuriert und stehen bei den Spielen gegen die Augsburger Panther (Heute, 19.30 Uhr) und am Sonntag (19 Uhr) zu Hause gegen den EHC Red Bull München wieder im Schwenninger Kader.

SERC-Trainer Pat Cortina dürfte sich gefühlt haben wie ein Kind, das schon einige Wochen vor Weihnachten das erste Geschenk in Händen hält. „Ich hatte drei Tage in Folge 22 Spieler auf dem Eis. Das sind gute Nachrichten“, lacht der 52-Jährige. Als erfahrener Coach weiß der Italo-Kanadier jedoch am besten, dass der bloße Zuwachs an Spielern nicht gleich mehr Erfolg bedeutet. „Zu glauben, dass mit mehr Quantität nun alles einfacher wird, ist gefährlich.“ Vor allem Hult, der einige Wochen fehlte, müsse sich erst wieder an seine alte Form herantasten. Deshalb plant der Trainer den Schweden vorerst nicht für die Powerplay-Formation ein, obwohl Hult zu den Schlüsselfiguren im Schwenninger Überzahlspiel zählt. Cortina: „Ich will ihn nicht gleich überfordern. Wenn es allerdings auf Anhieb gut bei ihm läuft, werde ich Hult auch im Powerplay bringen.“

Neben dem stark verbesserungswürdigen Überzahlspiel legte Cortina den Schwerpunkt in den Übungseinheiten auf das Spiel in der neutralen Zone. „Da lassen wir dem Gegner noch zu viel Platz und Zeit. Wir schenken diese Eisfläche zu leicht her“, sagt der SERC-Coach. Nicht nur das Einmaleins des Eishockeys spielte in dieser Woche eine wichtige Rolle. Am Donnerstag arbeitete auch ein Psychologe mit den Spielern. Mentale Regeneration – so lautete das Thema, das Michael Ullmann mit der Mannschaft in einer eineinhalbstündigen Gruppensitzung erörterte. „Der Kopf ist ein wichtiger Teil eines jeden Sportlers. Das wird manchmal vergessen“, sagt Cortina. Er kennt Ullmann, der aus Mannheim stammt, noch aus seiner Zeit als Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Alle zwei Monate besucht der Mentalcoach die Wild Wings, um mit ihnen zu arbeiten. Cortina: „Wir bieten den Spielern auch persönliche Gespräche mit dem Psychologen an.“

Das beste Rezept, um die Stimmung aufzuhellen, sind ohnehin Erfolge. Um selbige zu feiern, können die Schwenninger Profis am „bayerischen Wochenende“ ihren Beitrag leisten. Dass die Wild Wings auch in Augsburg gewinnen können, haben sie in dieser Saison mit einem 4:3-Sieg nach Penaltyschießen bereits bewiesen. Auch gegen DEL-Spitzenreiter München ist auf eigenem Eis etwas zu holen. Im ersten Duell am 18. Oktober entführten die Neckarstädter bei der 1:2-Niederlage nach Verlängerung immerhin einen Punkt. Cortina: „Wir müssen gut und viel Schlittschuh laufen. Das ist in beiden Spielen der Schlüssel zum Erfolg.“