Basketball, ProA: Niners Chemnitz – wiha Panthers Schwenningen (Mittwoch, 19.30 Uhr). Viel Zeit blieb den wiha Panthers nicht, die Niederlage gegen Jena aus den Klamotten zu schütteln. Bereits am Mittwochabend wartet der nächste Brocken auf den Aufsteiger.

Schnell setzten die Schwenninger Basketballer einen Haken hinter die Heimpleite und vor allem die katastrophale erste Hälfte gegen Science City Jena. Nach einem freien Sonntag richtete Trainer Alen Velcic am Montag den Fokus schon auf die anstehende Aufgabe, die es erneut in sich hat. „Chemnitz ist eine qualitativ richtig gute Mannschaft. Sie haben mit ihren US-Amerikanern eine richtig hohe Qualität und auch die Deutschen können richtig intensiv spielen. Viele von ihnen haben langjährige Bundesliga-Erfahrung“, lobt Alen Velcic die Niners. Folgerichtig schiebt der Panthers-Coach den Sachsen die Favoritenrolle zu. „Wir können nur gewinnen. Alles andere als eine Niederlage in Chemnitz wäre eine Überraschung.“ Um für diese Überraschung zu sorgen, steht erstmals in dieser Saison der komplette Kader zur Verfügung. Die zuletzt angeschlagenen Bill Borekambi und Sean Lloyd haben ihre Blessuren auskuriert und treten die Reise in die Messehalle Chemnitz an. Vor allem Letzterer soll mit seinen großen Defensiv-Fähigkeiten dazu beitragen, dass die zuletzt löchrige Verteidigung wieder stabiler werden soll. Dies wird von Nöten sein, denn der kommende Gegner zeigte sich in den ersten drei Saisonspielen mit im Schnitt 93 Punkten als enorm offensivstark.

Die Niners Chemnitz gelten nicht umsonst gemeinsam mit Jena als heißester Titelanwärter. Neben reichlich finanziellen Mitteln – Chemnitz weist ein kolportiertes Budget von etwa drei Millionen Euro auf – verfügen die Sachsen zudem über einen qualitativ erstklassigen, breiten und variablen Kader mit vielen Einzelspielern, die jederzeit dazu in der Lage sind, ein Spiel zu entscheiden. Im Sommer gelang den Niners mit der Rückholaktion des US-amerikanischen Point Guards Chris Carter von Bundesligist Rasta Vechta ein Transfercoup. Er teilt sich die Aufgabe der Spielgestaltung meist mit seinen Landsmännern Terrell Harris und Assist-Experte Virgil Matthews. Dies führt dazu, dass für Shooting Guard Malte Ziegenhagen, immerhin Kapitän und Spieler des Jahres der Vorsaison, nur die Rolle des sechsten Mannes bleibt. Auf den großen Positionen verstärkten sich die Chemnitzer mit dem ehemaligen Braunschweiger und A2-Nationalspieler Luis Figge sowie dem Ex-Bremerhavener Jan Wimberg.

Wer über solche Alternativen verfügt, ist zwangsläufig Aufstiegsfavorit und die Mannschaft, die es zu schlagen gilt. Entsprechend ist das Saisonziel der Sachsen klar: Nach zwei bitteren Halbfinal-Niederlagen in Folge will der letztjährige Hauptrundenmeister den Sprung in die Bundesliga schaffen.

Der Saisonstart gelang mit Siegen gegen Hagen und Leverkusen, ehe die Niners am Sonntag bei den Römerstrom Gladiators Trier mit 92:97 unterlagen. Die recht kleine Chemnitzer Mannschaft verlor das Rebound-Duell deutlich, verteidigte insgesamt sehr locker und auch der Dreier, eine der größten Stärken des Teams um den argentinischen Head Coach Rodrigo Pastore, fiel nicht so effizient wie gewohnt. Die Offensive ist das Prunkstück der Sachsen: Gleich fünf Spieler legen im Schnitt zweistellige Punktewerte auf, drei Akteure haben eine Dreierquote von über 50 Prozent. Panthers-Coach Velcic analysiert: „Offensiv sind sie sehr gut, waren in den ersten Spielen aber defensiv etwas anfällig. Chemnitz liegt uns von der Spielanlage her etwas besser als Jena. Daher betrachte ich es als durchaus realistisch, dass wir lange mitspielen können.“ Auf der anderen Seite hat sich auch bis nach Sachsen durchgesprochen, dass die Panthers alles andere als Kanonenfutter in der ProA sind. Chemnitz-Coach Pastore warnt: „Schwenningen hat eine athletisch starke Mannschaft, die wir keinesfalls unterschätzen dürfen.“