Basketball, Pro B-Halbfinale: WWU Baskets Münster – Wiha Panthers Schwenningen 86:83 (23:19, 20:18, 20:16, 23:30). Der Traum vom Pro B-Finale ist geplatzt: In Spiel drei der Halbfinalserie unterlagen die Wiha Panthers Schwenningen bei den WWU Baskets Münster knapp mit 83:86 und müssen nun die Segel streichen.

Wie nahe Sieg und Niederlage, Glück und Pech beieinander liegen können, war am Samstagabend gegen 21.35 Uhr in der Halle Berg Fidel in Münster deutlich zu beobachten. Während die WWU Baskets im Konfettiregen mit knapp 3000 Fans den 86:83-Sieg in Spiel drei und damit den Einzug ins Playoff-Finale bejubelten, hatten die Wiha Panthers mit dem Ärger über eine bittere, weil vermeidbare Niederlage und über das gleichbedeutende Saisonaus zu kämpfen. Somit blieb ein weiterer Überraschungserfolg in Spiel drei trotz großem Kampf am Ende aus.

Von Anfang an: Panthers-Trainer Alen Velcic vertraute derselben Starting Five, die eine Woche zuvor die WWU Baskets in Schwenningen deutlich besiegte. Somit nahm Rasheed Moore erneut zunächst auf der Bank Platz. Von dort aus musste der US-Amerikaner mit ansehen, wie seine Teamkollegen einen klassischen Fehlstart erwischten. In den ersten beiden Angriffen unterliefen den Schwenningern leichte Ballverluste, während Münster offensiv direkt den Rhythmus fand und an beiden Enden des Spielfelds die Rebounds kontrollierte. Die Folge war eine frühe Velcic-Auszeit beim Stand von 9:1. In der Folge kamen die Panthers etwas besser ins Spiel, was auch an der Hereinnahme von Moore lag. Der Flügelspieler zeigte in Münster seine beste Leistung in den Playoffs, erzielte allein in der ersten Hälfte 13 Punkte und kam am Ende auf 28 Zähler. Seine Dreier und vor allem seine Ruhe an der Freiwurflinie hielten die Schwenninger im Spiel.

Den anfänglichen Rückstand holten die Panthers bis Mitte des zweiten Viertels auf und gingen beim Stand von 27:25 sogar in Führung. Es sollte der erste und einzige Vorsprung der Gäste in dieser Partie sein. Denn in den letzten Minuten der ersten Hälfte übernahm Münster wieder Kontrolle und Führung, mit 43:37 ging es in die Pause.

Im dritten Viertel drohten die Schwenninger das Spiel gänzlich aus der Hand zu geben. Während offensiv nur wenig zusammenlief und vor allem Leistungsträger Bill Borekambi unter der Spezialbewachung der WWU Baskets litt, fand die Defense oftmals kein Rezept gegen den starken Briten Malcolm Delpeche, der 21 Punkte erzielte. Bei noch vier verbleibenden Minuten in Abschnitt drei war der Münster-Vorsprung bis auf 15 Zähler angewachsen.

Was die Panthers in dieser Saison vor allen Dingen auszeichnete, waren ihre Kämpferfähigkeiten. Diese stellten sie auch in Münster wieder unter Beweis: Weil aus dem Spiel heraus nichts ging, suchte das Velcic-Team immer wieder den Weg zur Freiwurflinie und kämpfte sich dadurch Stück für Stück zurück ins Spiel. Acht Minuten vor dem Ende waren die Neckarstädter beim 59:63 wieder in Reichweite. Als dann auch noch Münsters wichtiger Point Guard und Führungsspieler Joseph Cooper ausfoulte, schien sich das Momentum aufseiten der Panthers zu schlagen.

In der entscheidenden Phase gelang es den Gästen trotz aller Bemühungen und taktischer Variationen allerdings nicht, ihren eigenen Korb sauber zu halten und die Rebounds zu sammeln. Zudem ließen die Schwenninger bei insgesamt 50 (!) Versuchen 16 Punkte an der Freiwurflinie liegen. Die Gastgeber hingegen, die in den letzten Sekunden von den Panthers bewusst an die Freiwurflinie geschickt wurden, behielten die Nerven und ließen keine Zweifel am Heimsieg aufkommen. Mit 86:83 setzte sich das Team von Trainer Philipp Kappenstein durch und hat neben dem Finalticket auch die sportliche Qualifikation für die Pro A in der Tasche. Das Aufstiegsrecht werden die WWU Baskets jedoch nicht wahrnehmen und in der Pro B bleiben.

Für die Wiha Panthers geht es nun in die lange Sommerpause. Mitte Mai wird sich entscheiden, ob die Panthers eine Pro A-Lizenz erhalten und den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse stemmen können.

Für die Panthers spielten: Sergey Tsvetkov (10 Punkte/4 Rebounds/0 Assists), Anell Alexis (11/4/0), Bill Borekambi (8/10/5), Kosta Karamatskos (12/4/3), Rasheed Moore (28/3/1), Leon Friederici (6/3/2), Darius Pakamanis (5/2/1), Hannes Osterwalder, Abdulai Abaker (0/1/0), Seid Hajric (3/2/0).