Fußball-Kreisliga A, Staffel 2: Vier Mannschaften haben sich an der Tabellenspitze eine Ausgangsposition erarbeitet, die ihnen alle Chancen ermöglicht, zumal es noch Nachholspiele gibt und dieses Quartett bis auf drei Punkte zusammenrücken kann. Am Tabellenende stehen zwei Aufsteiger aus dem Hochschwarzwald, die es schwer haben werden, die Liga zu halten.

Auf Rang eins überwintert mit zwei Punkten Vorsprung der FV Möhringen. Die Elf von Trainer Heinz Jäger hat bisher die meisten Tore (54) geschossen und zwölf der 15 Spiele gewonnen. Damit hat Möhringen im Schnitt 3,6 Tore pro Spiel erzielt. „Über diese Zahlen freue ich mich zwar, aber wir haben bisher zu viele Tore kassiert. Daran werden wir arbeiten, denn die zweite Saisonhälfte wird unglaublich spannend“, betont Jäger. Er will versuchen, die junge Mannschaft noch mit ein, zwei erfahrenen Akteuren zu ergänzen, hat aber noch keine Zusagen. Jäger: „Es geht nicht darum, Spieler für den Aufstieg zu holen, sondern vielmehr darum, den Kader auszugleichen. Wir haben drei langzeitverletzte Akteure, die wir ersetzen müssen.“ Für ihn können alle vier Teams aus der Spitzengruppe Meister werden. Nach dem jahrelangen Kampf um den Klassenerhalt zählt auch Möhringen dazu. „Es gibt noch einige direkte Duelle im Frühjahr. Das wird eine ganz heiße Zeit. Denkbar ist, dass die Titelfrage erst am letzten Spieltag entschieden wird“, so Jäger.

Mit dem 3:0-Derbysieg gegen Immendingen verschaffte sich die SG Kirchen-Hausen im Nachholspiel eine glänzende Ausgangslage. „Wir sind mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden. Da wir von den 15 Partien neun auswärts bestreiten mussten, haben wir im Frühjahr deutlich mehr Heimspiele, um auf eigenem Platz unsere Stärken auszuspielen“, sagt Spielertrainer Berkay Cakici, der zusammen mit Ewald Stihl die Elf trainiert. Personell wird es wohl kaum Veränderungen geben. „Wir hoffen, dass unsere drei langzeitverletzten Spieler zurückkehren. Damit hätten wir eine noch schlagkräftigere Mannschaft“, betont Cakici. Ihm habe es auf seiner ersten Trainerstation „viel Spaß gemacht“. Die Elf habe alle Möglichketen in der Hand, um den sechsten Platz der vergangenen Saison deutlich zu verbessern. Damals hatte die Elf nach 28 Spielen 47 Punkte, jetzt sind es schon 35. Mit Colucci und Jallow (beide 15 Tore) hat Kirchen-Hausen zudem die beiden Top-Torjäger in seinen Reihen.

Als möglicher Titelkandidat wurde bereits im Sommer der FC Lenzkirch eingestuft, der in der vergangenen Saison nur denkbar knapp die Aufstiegsspiele zur Bezirksliga verpasste. Zwar gingen vor der neuen Saison mit dem bisherigen Trainer Cosic auch einige Spieler, doch der neue Übungsleiter Mario Heinrich, vorher in Eisenbach tätig, hat es offenbar gut verstanden, wieder eine schlagkräftige Elf zu formieren. Lenzkirch hat von den vier Spitzenmannschaften allerdings die schwächste Tordifferenz (plus 13), was in erster Linie an zu wenigen eigenen Treffern (34) liegt. Spielerisch wird Lenzkirch von den Konkurrenten als sehr stark eingeschätzt. Auch Lenzkirch hat in der zweiten Saisonhälfte deutlich mehr Heim- als Auswärtspartien zu bestreiten.

Vor der Saison war es das Ziel der SG Riedöschingen/Hondingen, möglichst weit oben in der Tabelle mitzuspielen. Das hat die Elf von Trainer Jürgen Frank bei erst einer Niederlage geschafft. Beachtlich sind die lediglich elf Gegentreffer, ein Schnitt von 0,78 Toren pro Spiel. „Bei uns arbeiten alle Spieler defensiv mit. Eine stabile Abwehr ist immer die Grundlage für eine gute Abschlussplatzierung. Die Mannschaft ist körperlich fit und immer in der Lage, weite Laufwege zu gehen“, sagt Trainer Jürgen Frank. Er sieht seine Elf bisher im Soll und in einer guten Ausgangsposition, um weiter oben anzugreifen. Personelle Veränderungen in der Winterpause sind nicht geplant.

Nach den Abschlussplatzierungen drei und zwei in den vergangenen beiden Spielzeiten zählt der SSC Donaueschingen wieder zum erwarteten Favoritenkreis. Diesem Anspruch wurde die Elf bislang nicht gerecht. „Wir haben zu oft den nötigen Ehrgeiz vermissen lassen. Demzufolge haben wir auch nicht mehr verdient. Wir stehen genau da, wo wir hingehören“, sagt Trainer Thomas Minzer. Er glaubt indes nicht, dass die besser platzierten Teams noch komplett einbrechen werden. „Wo wir nach 26 Spielen stehen, haben wir selbst in der Hand. Wir haben die Möglichkeiten, um oben anzugreifen, doch dazu muss eine andere Einstellung her.“ Genau das erwartet Minzer auch von den Spielern. Personelle Veränderungen sind bis auf einen möglichen Abgang nicht geplant.

Bei sechs Siegen und sechs Niederlagen sowie 20 Punkten scheint für den Bezirksliga-Absteiger SV TuS Immendingen viel auf eine zweite Saison in der Kreisliga A hinzudeuten. „Mein Ziel war es, in der Saison nicht mehr als drei Spiele zu verlieren. Dabei war nicht eingeplant, dass uns das Verletzungspech so stark beutelt. Zwischenzeitlich mussten wir mit der halben zweiten Mannschaft spielen und entsprechend Abstriche machen“, analysiert Trainer Peter Tumler. Er hatte große Hoffnungen auf das Nachholspiel in Kirchen-Hausen gesetzt, doch nach der 0:3-Niederlage wird Immendingen wohl noch eine zweite Saison benötigen, um höhere Ziele zu verwirklichen. 17 respektive 15 Punkte in zwölf Partien auf die Spitzenteams aufzuholen, dürfte kaum machbar sein.

Mit 20 Punkten und Rang sechs blieb der SV Hinterzarten etwas hinter den Erwartungen zurück. Die ersten zwei Plätze scheinen für die Elf von Trainer Kay Ruf schon jetzt außer Reichweite zu sein. Zwar kassierte die Elf nur 19 Gegentreffer, doch die mageren eigenen 26 Erfolgserlebnisse werden nur von drei Ligakonkurrenten unterboten. Gegen die drei Spitzenteams gab es auf eigenem Platz keinen Sieg und nur ein Unentschieden. Am siebten Spieltag noch auf Rang drei stehend, ging es danach deutlich bergab. Auch aus den letzten drei Partien vor der Winterpause gab es nur einen Zähler.

In der vergangenen Saison musste der SV Eisenbach lange um den Klassenerhalt zittern. Diesmal überwiegen die positiven Aspekte, zumal die Elf noch zwei Partien nachzuholen hat und die 19 Punkte deutlich aufstocken kann. Die Abwehr ist deutlich sattelfester. Den 67 Gegentreffern in der vergangenen Runde stehen bisher nur 24 gegenüber. Auf eigenem Platz gab es nur eine Niederlage. Startet die Elf ähnlich gut in die zweite Saisonhälfte, sollte es diesmal keine Zitterpartie geben, zumal die Mannschaft deutlich stabiler erscheint und bereits einige Jahre in dieser Konstellation zusammen spielt.

Mit nur 15 Punkten blieb der FC Pfohren bisher hinter den Erwartungen zurück. Dennoch macht sich Trainer Erich Thurow keine Sorgen um den Klassenerhalt. Die Elf fand ganz schwer in die Saison und war nach sechs Spieltagen sogar Inhaber der Roten Laterne. Danach ging es wieder nach oben, wobei Rang neun bisher die beste Platzierung darstellte. Nach drei Niederlagen gelang mit dem 2:1-Erfolg gegen Saig noch ein einigermaßen versöhnlicher Jahresabschluss. Pfohren schoss in der vergangenen Saison 56 Tore, aktuell steht die Elf bei 26. Mit nur 18 gelben und einer gelbroten Karte ist Pfohren Spitzenreiter in der Fairplay-Wertung.

Wie Pfohren überwintert auch der SV Öfingen mit 15 Punkten. „Wir hätten fünf Zähler mehr haben können. Wir hatten defensiv lange Zeit eine große Baustelle, wie die 42 Gegentreffer zeigen“, bilanziert Trainer Jörg Kienast. Er musste vor der Saison vier Spieler ziehen lassen, was zunächst gut kompensiert wurde. An drei Spieltagen stand Öfingen sogar auf Platz drei. Dann folgte ein Tief, aus dem sich die Elf zuletzt wieder befreite. Oft stand der SV Öfingen für Spektakel. Gegen Möhringen gab es ein 4:6, gegen Löffingen II ein 6:5 und gegen die SG Schluchsee ein 4:3. „Etwas weniger Spektakel in der zweiten Saison-Hälfte wäre mir auch recht. Die zuletzt guten Eindrücke bestätigen mich, dass wir die Liga halten werden. Um mehr geht es für uns nicht“, fügt Kienast an.

Bester Aufsteiger ist die SG Unadingen/Dittishausen, die mit 15 Punkten überwintert. „Wir sind mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Die Jungs haben sich prächtig entwickelt. Wir haben das Maximum herausgeholt“, sagt Trainer Thomas Wolf. Er musste nahezu ständig seine Elf umstellen, da immer wieder Spieler ausfielen. Die Wunschformation konnte sich nie einspielen, doch die Nachrücker erfüllten ihre Aufgaben. „Personell wird es auch im Frühjahr nicht besser. Aber wir stellen uns der Herausforderung. Wir werden mindestens 30 Punkte brauchen, um sicher in der Liga zu bleiben. Das ist machbar, auch wenn die Entscheidungen möglicherweise erst am letzten Spieltag fallen“, ergänzt Wolf. Der Neuling kam bisher ohne Platzverweis über die Runden.

Der FC Löffingen II führt ein Trio von Mannschaften an, die schon etwas den Anschluss verloren haben. Magere sieben Punkte holten die Löffinger aus den vergangenen 14 Partien. Die zwei Siege gab es gegen die noch schlechter platzierten Aufsteiger. Trainer Andreas Hirschbolz setzte bisher schon 33 verschiedene Spieler ein. Mit vier roten und einer gelbroten Karte sind die Löffinger zudem Vorletzter in der Fairplay-Wertung. Um den drittletzten Tabellenplatz noch zu verlassen, wird im Frühjahr eine große Kraftanstrengung nötig sein. Kein Spieler erzielte bisher mehr als sechs Tore. Nie standen die Löffinger besser als auf dem aktuell zwölften Tabellenplatz. Als Unterbau der Landesliga-Elf scheint es denkbar, dass Löffingen die Mannschaft deutlich verstärken wird. Ansonsten gilt es auf weniger als drei Absteiger zu hoffen.

Mit bisher sechs respektive fünf Punkten blieben die beiden Aufsteiger SG Feldberg/Schluchsee und SV Saig bislang deutlich hinter den Erwartungen. In Schluchsee waren es zahlreiche Spieler-Ausfälle, die Trainer Andreas Zimmermann immer wieder zu Umstellungen zwangen. Die zwei Heimsiege gelangen gegen Immendingen und Saig. Immerhin 63 Mal schlug es bereits im Kasten der SG ein. Teilweise mussten Spieler aus der eigenen AH aushelfen. Zweimal gab es 1:6 und 0:5-Niederlagen. Auch beim SV Saig ist die Aufstiegs-Euphorie schnell verfolgen. Den einzigen Sieg gab es beim 5:1 gegen die SG Schluchsee, wo Viktor Schuchart mit einer Vier-Tore-Gala glänzte. Beide Teams kamen bisher ohne rote oder gelbrote Karte aus und werden es dennoch schwer haben, den Abstieg in die Kreisliga B zu verhindern.