Fußball-Verbandsliga: Nichts, aber auch gar nichts hatte vor der Partie der DJK Donaueschingen in Pfullendorf für die Allmendshofener gesprochen. Drei Spiele hatten die Baaremer zuletzt bei einem Torverhältnis von 0:11 verloren. Die Elf war auf den vorletzten Platz abgerutscht und drohte frühzeitig den Anschluss an das untere Tabellenmittelfeld zu verlieren. Auf der anderen Seite war Pfullendorf auf eigenem Platz noch ungeschlagen und hatte 19 von 21 Punkten bei nur fünf Gegentreffern geholt. Am Samstag aber kam alles anders. Mit dem 4:2-Erfolg feierte Donaueschingen den zweiten Auswärtssieg und unterstrich einmal mehr, dass im Fußball offenbar doch alles möglich ist.

„Ich hatte zuvor in den Spielen schon oft gesehen, dass wir konkurrenzfähig sind. Leider haben es die Ergebnisse nicht ausgedrückt“, sagt Donaueschingens Trainer Tim Heine. Dabei ging es auch in Pfullendorf denkbar schlecht los. Nach 13 Minuten lagen die Allmendshofener mit 0:2 Toren zurück. Eine weitere Pleite drohte. Doch anders als in den Partien zuvor, zeigte sich die DJK endlich mal effizienter bei der Chancenauswertung. „Ganz wichtig war nur zwei Minuten nach dem 0:2 unser 1:2-Anschlusstreffer. Das hat uns beflügelt“, betont Heine. Plötzlich war bei den Spielern das Selbstvertrauen da, was zuvor des Öfteren gefehlt hatte. Für Heine hat die gesamte Mannschaft „ein Riesenkompliment“ für die Leistung verdient.

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Damit nicht genug des Lobes: Heine stellte einen Mann in den Mittelpunkt, der sonst eher in der zweiten Reihe arbeitet: Co-Trainer Olaf Kurth. Als Heine in den vergangenen zehn Tagen im Urlaub weilte, bereitete Kurth die Spieler auf die Aufgabe in Pfullendorf vor. „Olaf ist mehr als ein Co-Trainer. Ich bin ihm sehr dankbar, wie er die Spieler wieder aufgebaut hat. Er hat einen großen Anteil am Erfolg“, ergänzt Heine. Zudem war offenbar ein zweiter Aspekt verantwortlich für die Leistungssteigerung. Zu oft hatte Heine in den vergangenen Wochen die fehlende Kommunikation auf dem Platz bemängelt und auch eine Hierarchie vermisst. Bei den Protagonisten sind die Worte offenbar angekommen. Ganz ohne Trainer trafen sich die Spieler in der vergangenen Woche, um Klartext zu reden und alle Dinge auf den Tisch zu legen, die zuletzt hemmten. Offenbar zur richtigen Zeit, denn die Aussprache zeigte nicht nur wegen des Ergebnisses Wirkung.

Noch hat sich für die Baaremer in der Tabelle nicht viel verändert. Donaueschingen ist weiterhin Vorletzter. Allerdings hat sich die Ausgangslage verbessert. Bei nun nur noch zwei Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz ist es sogar möglich, mit einer Platzierung zu überwintern, die vor zwei, drei Wochen noch illusorisch erschien. Voraussetzung dafür ist ein Sieg am Sonntag auf eigenem Platz gegen den FC Denzlingen. Das Ergebnis von Pfullendorf wird auch bei den unmittelbaren Konkurrenten angekommen sein, sollte den Allmendshofenern aber auch den nötigen Rückenwind geben. Wie schon Kurth vor einer Woche, lobte auch Heine diesmal den jungen Fabio Berrer, der erstmals den Sprung in die Anfangsformation schaffte. „Fabio hat großes Potenzial. Er zeigt seine Qualitäten immer mehr“, fügt Heine an. Er will aber eigentlich keinen Spieler aus der Mannschaft herausheben, denn es war eine Teamleistung, die für den unerwarteten Sieg in Pfullendorf sorgte. Obwohl im Vorfeld nichts für die Donaueschinger sprach.