Leichtathletik: Jede Menge Training und Geduld sind häufig gefragt, um im Sport die Spitze zu erklimmen. Auf der anderen Seite gilbt es auch Sportler, die schon früh ihre ersten Erfolge einfahren, weil sie außergewöhnlich talentiert sind, was aber ein fleißiges Training nicht ausschließt. Der 16-jährige Tim Assmann vom TV Villingen scheint so ein Naturtalent zu sein. Seit gerademal zwei Jahren hat er sich der Leichtathletik verschrieben und ist schon in der deutschen Spitze seiner Altersklasse angekommen. Am vergangenen Wochenende feierte der Schüler mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften der U18 in Ulm auf der 800 Meter-Strecke seinen bisher größten Erfolg.

Jahrelang jagte Tim bei der DJK Villingen dem runden Leder hinterher. Schon immer zeichnete ihn im Fußball seine Schnelligkeit aus. Beim Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ fiel der Teenager seinen Sportlehrern auf. „Obwohl ich damals das Rennen bestimmt habe, schaute ich immer nach hinten, was meinem Lehrer missfiel. Darauf angesprochen, rannte ich einige Meter rückwärts. Das Rennen habe ich dennoch souverän gewonnen“, erinnert sich Assmann über seine ersten Schritte als Läufer. Schnell war den Sportlehrern klar, welch außergewöhnliches Talent in dem jungen Villinger steckt. Der Fußball flog in die Ecke und die Laufschuhe waren fortan ständige Begleiter.

Schon als Kind hatte Tim Assmann erste Erfahrungen mit der Leichtathletik gesammelt. Beim sogenannten „Cooper-Test“ war er immer vorne dabei. Auf Rat seiner Sportlehrer konzentrierte sich der Schüler schnell auf die zwei Stadionrunden. „Die 800 Meter liegen mir gut. Da kann ich die halbe Distanz die Konkurrenz studieren und auf den letzten 200 Metern meine Schnelligkeit ausspielen.“ Genau diese Taktik ging am Wochenende in Ulm auf. Nur knapp verfehlte Tim Assmann die Goldmedaille, die er einige Wochen zuvor bei den Süddeutschen Meisterschaften noch gewonnen hatte. „Meine Sammlung wächst standig“, freut sich Assmann über die Medaillen. Klar, dass er in dieser Woche kaum eine TV-Übertragung der Leichtathletik-WM in London verpasst. Vor allem die Mittelstrecken-Wettbewerbe schaut er sich genau an, plant aber perspektivisch auch einen Abstecher auf die 400 Meter. Assmann: „Da werde ich in den kommenden Wochen ein Spezialtraining absolvieren. Anfang des kommenden Jahres stehen wieder die 800 Meter im Mittelpunkt.“

Von nichts kommt auch bei Tim Assmann nichts. Außer Mittwoch und Freitag ist der Schüler vom Romäus-Gymansium täglich auf den Laufstrecken unterwegs. Mit seinem Übungsleiter Gert Heinrich vom TV Villingen erstellt er die Trainingspläne. Schließlich soll die am Wochenende aufgestellte persönliche Bestzeit von 1:53.7 Minuten spätestens im nächsten Jahr fallen. „Zuerst muss ich diese Zeit bestätigen, bevor ich sie toppen kann“, zeigt sich Tim sehr realistisch. Von seiner Schnelligkeit werden zunächst wohl erst einmal die A-Junioren der DJK Villingen profitieren. Da in der Leichtathletik die Saisonhöhepunkte mittlerwweile nahezu vorbei sind, will Tim wieder mehr am Ball sein. „Ganz möchte ich den Fußball nicht sausen lassen. Dazu macht er mir zu viel Spaß.“

Klare Vorstellung hat der 16-Jährige schon jetzt von seiner Zukunft. 2019 stehen die Abiturprüfungen an. Danach möchte er möglicherweise studieren und ein Sport-Stipendum anstreben. Ob das in Deutschland sein wird, lässt Tim noch offen. Natürlich locken den Doppelstädter auch internationale Vergleiche wie Welt- oder Europameisterschaften in den Jahrgängen U19 oder U23. Dafür wird Tim hart trainieren. „Ich bin kein Typ, der sich für die Trainingseinheiten quälen muss. Training macht mir Spaß“, ergänzt der Gymnasiast. Dabei sollte es nicht zu heiß sein. Temperaturen knapp über 20 Grad findet er angenehm.

Gratulationen hat Tim Assmann in den vergangenen Tagen reichlich und von verschiedenen Seiten erhalten. Seine Zukunft sieht der Teenager zunächst weiterhin beim TV Villingen, auch wenn sein Name spätestens seit vergangenem Wochenende auch bundesweit in den Notizbüchern der Trainer steht. Nach nur zwei Jahren in der Leichtathletik scheint für Tim Assmann in dieser Sportart künftig noch einiges möglich. Mit viel Training und Talent.