Volleyball-Regionalliga, Damen: Vor einer Woche hatte sich TV Villingens Volleyball-Trainer Sven Johansson im SÜDKURIER nach den „Beleidigungen meiner Mannschaft“ beim Gastspiel vor eineinhalb Wochen in Heidelberg mit deutlichen Worten Luft verschafft. Inzwischen liegt eine erste Reaktion des Heidelberger TV bei den Betroffenen vor. „Die Heidelberger Spielerinnen haben sich bei uns via E-Mail für die Vorfälle entschuldigt. Das reicht uns aber nicht“, sagt Sven Kieninger, Geschäftsführer des TV Villingen. Kieninger hat sich jetzt selbst den Vorkommnissen angenommen, um seine Solidarität und Unterstützung der eigenen Mannschaft zu dokumentieren und Johansson nicht allein stehen zu lassen.

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In der vergangenen Woche erfolgte eine schnelle Reaktion der Heidelberger Regionalliga-Volleyballerinnen, bei denen der SÜDKURIER-Artikel „So etwas ist schäbig“ vom 3. Dezember offenbar angekommen war. In Villingen wird die Entschuldigung seitens der Mannschaft zwar akzeptiert, doch auch diese hat einen faden Beigeschmack. Auf der eigenen Homepage bedankte sich das Heidelberger Team ausdrücklich für die lautstarke Unterstützung der eigenen Fans beim 3:2-Heimsieg gegen Villingen. Auch das Verhalten der Heidelberger Fans hatten die Villinger angeprangert.

In der Partie am 30. November hatte sich eine kleine Gruppe von Zuschauern die Villingerinnen nach Aussage von Johansson als Zielscheibe für beleidigenden Worte ausgewählt, die teilweise deutlich unter die Gürtellinie gegangen seien. Hämische verbale Einwürfe, Gelächter bei Villinger Fehlern und üble Wortspiele zum Namen Villingen und wohl auch zu den Namen der Spielerinnen seien in erster Linie von aktiven Volleyballern, die zuvor eine Partie bestritten hatten. Das gerade im Volleyballsport übliche Fairplay wurde aus Villinger Sicht mit Füßen getreten.

„Die schnelle Reaktion der Heidelberger Spielerinnen war in Ordnung. Andererseits standen sie selbst auf dem Platz und hatten keinen Anteil an den Beleidigungen“, ergänzt Kieninger. Er habe daher die Sache auch noch nicht ad acta gelegt. „Wir erwarten eine Antwort der Vereinsführung des Heidelberger TV und nicht nur von der Abteilungsleitung.“

Sven Johansson hatte in der vergangenen Woche in einem Brief an den Heidelberger Verein deutlich gemacht, dass man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne. Eine Antwort blieb bisher aus. Johansson schrieb am vergangenen Wochenende in Abstimmung mit der Vereinsführung des TV Villingen einen zweiten Brief.

„Sven hat unsere volle Unterstützung. Wir sind in Heidelberg mit minderjährigen Spielerinnen angetreten. Beleidigungen sind nicht hinzunehmen. Die E-Mail der Heidelberger Mannschaft kann daher nur ein erster Schritt sein, um die Dinge aus der Welt zu schaffen. Jetzt ist die Vereinsführung in Heidelberg am Zug“, macht Kieninger deutlich. Ebenso deutlich betont der Geschäftsführer des TV Villingen: „Sollte es solche Vorfälle in Villingen geben, würden wir sofort einschreiten.“ Bisher ist es jedoch eher so, dass von den gerischen Mannschaften ligenunabhängig stets die Stimmung in der Villinger Hoptbühlhalle und nicht selten auch das Volleyball-Verständnis der Zuschauer gewürdigt wird.