Volleyball-Regionalliga, Damen: Fairplay hat im Volleyballsport einen großen Stellenwert. Es gibt keinen körperlichen Kontakt zu den Gegenspielern, keine Zweikämpfe und es wird weitgehend fair gespielt, auch wenn es oft zu hitzigen Diskussionen kommen kann. Es gibt auch kaum verbale Angriffe oder persönliche Beleidigungen. Offenbar gilt dies aber nicht immer. Die Damen des TV Villingen machten beim Gastspiel gegen den Heidelberger TV Erfahrungen, an denen sie auch Stunden später noch zu kauen hatten. „Ich bin seit 20 Jahren im Volleyball unterwegs, aber so etwas habe ich noch nie erlebt und bisher auch nicht für möglich gehalten“, sagt Villingens Trainer Sven Johansson.

Unmittelbar vor der Regionalliga-Partie der Damen waren die Männer des Heidelberger TV im Einsatz. Sie hätten sich laut Johansson die jungen Villingerinnen zur Zielscheibe ihrer verbalen Auswüchse ausgesucht. „Bei jedem Ballverlust von uns gab es Gelächter und hämische Einwürfe. Meine Spielerinnen wurden alle permanent ausgebuht. Hinzu kam, dass mit dem Namen Villingen üble Wortspiele betrieben wurden, die ich gar nicht wiedergeben möchte.“

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Johansson hat sich fast zwei Tage lang überlegt, ob er das Thema öffentlich noch einmal aufgreifen möchte. „Der Grat ist schmal, nach unserer Niederlage jetzt als schlechter Verlierer dazustehen. Meine Spielerinnen haben mich jedoch bestärkt, nun doch die Öffentlichkeit zu suchen, weil sie alle diese Ereignisse noch nie erlebt haben.“ Noch am Sonntag hatte sich der TVV-Trainer mit Spielführerin Michelle Feuerstein und Nikola Strack abgestimmt. Er werde nun einen Brief an die Führungsgremien des Heidelberger TV aufsetzen, um eine Stellungnahme zu den Vorfällen zu bekommen. Den Verband will Johansson zunächst nicht informieren.

Schlimm fand der Villinger Coach die Ereignisse vor allem für die jungen Spielerinnen. „Man kann immer die Heimmannschaft unterstützen, so wie es unsere Fans auch machen. Aber es gibt Regeln, die nicht überschritten werden sollten“, ergänzt Johansson.

Der TV Villingen selbst erhält bezüglich der Atmosphäre bei den Heimspielen in der Hoptbühlhalle immer wieder lobende Worte von den Gästetrainern. In Heidelberg machten die Villingerinnen offenbar ganz andere Erfahrungen, die laut ihrem Trainer auch seelische Spuren hinterlassen haben. Johansson: . „Was wir uns anhören mussten, ging weit unter die Gürtellinie. Sich über eine komplette Mannschaft lustig zu machen und Fehler laut johlend zu beklatschen, ist sehr schäbig und nicht hinnehmbar.“.