Fußball-Landesliga: Gleich drei Schwarzwälder Derbys zogen am dritten Spieltag das Interesse der Anhänger an. Dabei feierte der FC Bad Dürrheim den dritten Sieg im dritten Spiel und eroberte die Tabellenführung. Ebenfalls noch eine weiße Weste hat der FC 08 Villingen II bei erst zwei ausgetragenen Partien.

Mit dem 6:2-Erfolg in Geisingen hat der FC Bad Dürrheim auf einen Schlag die Zahl seiner bisher erzielten Tore verdoppelt. Dabei scheute Trainer Enrique Blanco den Einsatz des angeschlagenen Kapitäns Felix Schaplewski, für den Fabian Bodenseh erstmals in der Start-Elf stand. „Wir haben mehr als nur elf Spieler, die sich von Anfang an anbieten“, so Blanco. Allerdings musste der Coach feststellen, dass seine Elf in den ersten zehn Spielminuten nicht in die Partie fand. Dann aber wurde die Spielidee immer besser umgesetzt. „Wir haben die zweiten Bälle erobert und auch unsere Laufwege sahen schon gut aus. In Halbzeit zwei haben wir Geisingen kaum noch Luft gelassen“, ergänzt Blanco, der allein mit der Chancenauswertung noch nicht ganz zufrieden ist. „Nach dem 5:2 standen wir viermal allein vor dem Geisinger Schlussmann und bringen den Ball nicht im Tor unter. Das müssen wir verbessern und uns jetzt mehr dahin orientieren, die guten Leistungen über 90 Minuten abzurufen. Aktuell sind wir bei rund 70 Minuten.“

Der SV Geisingen kassierte gegen Bad Dürrheim nicht nur die erste Saisonniederlage, die Elf verlor auch noch Spielertrainer Marijan Tucakovic mit einem Handbruch. „Drei Monate muss ich den Gips tragen und dann folgt ein Monat Reha. Da wird es bis zur Winterpause dauern, bevor ich wieder an den Ball treten darf“, fällt das ernüchternde Fazit von Tucakovic aus. Er wundert sich, dass in der verhängnisvollen Spielszene der Schiedsrichter nicht einmal pfiff. Das 2:6 empfindet Tucakovic als zu hoch ausgefallen. „Wir haben schnell die 1:0-Führung erzielt und danach einmal die Latte getroffen. Leider gab es dann bei uns einige Löcher, die von Bad Dürrheim gnadenlos bestraft wurden. Da haben wir Lehrgeld bezahlt. Der Gegner war an dem Tag eine Nummer zu groß für uns“, ergänzt Tucakovic und fügt an: „Wir werden daraus lernen und stecken das Spiel weg.“

Deutlich lauter als gewöhnlich musste Marcel Yahyaijan, Trainer des FC 08 Villingen II, gegen den SC Markdorf (3:0)werden. In der Pause nahm er einige Korrekturen vor. Offenbar mit Erfolg, denn nach dem 0:0 nach 45 Minuten zeigte die junge Villinger Elf nach dem Seitenwechsel ihre Qualitäten. „Wir haben uns in der ersten Halbzeit viel zu sehr dem Gegner angepasst und zu langsam agiert. Die Einstellung und die Umsetzung der taktischen Vorgaben stimmten nicht. Möglicherweise ist das dem Reifeprozess der jungen Mannschaft geschuldet. Von solchen Spielen, die in erster Linie im Kopf entschieden werden, werden noch einige kommen“, sagt der 08-Trainer. .

Wie vor zwölf Monaten findet der FC Furtwangen wieder schwer in die neue Saison. Gegen Schonach gab es zwar den ersten Punkt (0:0), doch für einen Jubelausbruch sorgte das Remis nicht. Noch mehr schmerzt der erneute Ausfall von Jens Fichter, der nach 20 Minuten einen Schlag auf den Knöchel bekam und laut Trainer Markus Knackmuß „wieder einige Wochen fehlen wird“. Knackmuß weiter: „Ich habe dem Schiedsrichter einige deutliche Worte deswegen gesagt. Das Foulspiel war von hinten und muss entsprechend bestraft werden.“ Schwer tun sich die Furtwanger aktuell beim Torabschluss. Nur ein Treffer steht nach 270 Minuten auf der Habenseite. „Immerhin kommen wir in die Abschlusssituationen, aber da müssen wir cleverer sein. Du kannst im Eins-gegen-eins durchaus einmal scheitern, aber dreimal ist zu viel“, betont Knackmuß. Für ihn waren es daher eher zwei verlorene Punkte.

Dank des Zählers in Furtwangen ist der FC Schonach nun bei vier Punkten angekommen und der Auftakt scheint gelungen. „Wir haben nicht so zwingend wie zuvor gespielt. Ich hatte fünf Spieler in der Formation, die noch in der vergangenen Saison keine oder nur eine kleine Rolle gespielt haben. Daher kann ich mit dem Punkt sicherlich besser leben als die Furtwanger“, bilanziert Schonachs Trainer Alex Fischinger. Mann des Abends war am Freitag Torhüter Fabian Tiel, der mehrfach die Furtwanger Angreifer zur Verzweiflung brachte. „Fabian strahlt viel Ruhe aus. Andererseits hatten auch wir zwei glasklare Möglichkeiten, um mehr mitzunehmen. Unterm Strich geht das 0:0 in Ordnung, wobei mich freut, dass wir das zweite Mal in Folge ohne Gegentreffer geblieben sind“, ergänzt Fischinger.

Drittes Spiel, drittes Unentschieden. Der FC Neustadt bleibt weiterhin ohne Sieg und Niederlage. Wie im ersten Spiel in Stockach (1:1) fällt auch das jüngste 2:2 in Walbertsweiler eher in die Kategorie Punktgewinn, da der Ausgleich in der Schlussminute fiel. Mit zehn Feldspielern und einem Torhüter reisten die Neustädter an. Denkbar schlechte Voraussetzungen für Trainer Benjamin Gallmann. „Die Personalsituation ist besorgniserregend, zumal sich aus der zweiten Mannschaft keine Spieler anbieten“, so Gallmann. Gefreut hat sich der Trainer über den ersten Treffer von Neuzugang Thomas Fischer. „Der Junge ist ein Gewinn für uns.“

Nach dem 1:0-Auftaktsieg vor einer Woche kassierte der FC Löffingen nun eine 0:1-Heimniederlage gegen die DJK Donaueschingen. „Zumindest ein Punkt wäre machbar gewesen. Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit einiges versucht, hatten aber nicht die hundertprozentigen Einschusschancen“, blickt Löffingens Trainer Uli Bärmann zurück. Donaueschingen habe druckvoll begonnen, doch die Löffinger Hintermannschaft stand mit einer Ausnahme stabil. Später hatte Löffingen aus Bärmanns Sicht mehr von der Partie. „Das Engagement meiner Spieler hat gestimmt. Wir müssen es nun schaffen, uns noch besser in Abschlusspositionen zu bringen“, ergänzt Bärmann.

Drei Punkte und vor allem keinen Gegentreffer: Bei der DJK Donaueschingen war der Jubel nach dem Derbysieg groß. „Wir haben in den ersten 45 Minuten dem Gegner durch viel Ballbesitz kaum Chancen ermöglicht. Nach dem Seitenwechsel hat sich das Spiel etwas verschoben, aber auch da standen wir defensiv sehr stabil“, freute sich Trainer Tim Heine, nachdem seine Elf zuletzt immer wieder Gegentreffer einstecken musste. Gegen Ende der Partie wären aus Sicht von Heine auch der Ausgleich, aber auch ein 0:2 oder 0:3 möglich gewesen. „Nach der Auftaktniederlage in Villingen war es wichtig, zu punkten. Das ist gut für Moral und Psyche“, ergänzt Heine.

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