Eishockey: Obwohl die Wild Wings nach ihrem ersten Saisonsieg am Freitagabend (4:1 in Iserlohn) zwei Tage später bei der 3:4-Niederlage nach Penaltyschießen gegen die Augsburger Panther nur einen Punkt holen konnten, war es spielerisch ein weiterer Schritt nach vorne. „Wir konnten die individuellen Fehler in der Abwehr deutlich minimieren“, meinte der Schwenninger Trainer Paul Thompson.

Warum es gegen Augsburg mit den vollen drei Punkten nicht geklappt hat, lag also eher am Sturm, beziehungsweise an einem teilweise überragenden Panther-Torhüter Olivier Roy, der mit 31 von 34 gehaltenen Schüssen und damit einer Fangquote von 91,18 Prozent großen Anteil hatte, dass die Fuggerstädter zwei Punkte entführten. Mit einer Fangquote von 90 Prozent zeigte allerdings auch Wild Wings-Torwart Strahlmeier vor den Augen von Bundestrainer Toni Söderholm eine gute Partie, zog hinterher jedoch ein gemischtes Fazit zu seiner Leistung: „Ich denke, da geht noch mehr. Zu meiner absoluten Topform fehlen noch ein paar Prozent“.

Söderholm kam in die Helios-Arena, um nicht nur Strahlmeier zu beobachten. Auch weitere Schwenninger nahm er unter die Lupe. „Es fängt von null an, alle Spieler haben eine Chance“, meinte der Bundestrainer. Dazu gehört auch Marcel Kurth, dem der Finne bescheinigte, viele Dinge richtig zu machen: „Wenn man die Spiele hinterher analysiert, merkt man, wie oft Marcel richtige Entscheidungen trifft.“

Trotz der Steigerung offenbarten die Wild Wings am Sonntag auch Schwächen. Coach Paul Thompson verhehlte nicht, dass seine Offensivkünstler unter Zugzwang stehen. Denn außer Jamie MacQueen, der nach vier Spielen sechs der 14 Schwenninger Tore erzielte, gibt es bei seinen Mitspielern beim Torabschluss noch Luft nach oben. Das zeigte sich vor allem im Penaltyschießen, als kein Schwenninger Olivier Roy bezwingen konnte.

Augsburgs Trainer Tray Tuomie war mit dem Spiel seiner Mannschaft sehr zufrieden: „Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird. Die Schwenninger haben es uns schwer gemacht, es war ein ausgeglichenes Spiel und die glücklichere Mannschaft hat gewonnen. Denn beim Penaltyschießen kann es so oder so ausgehen.“ Einzig beim Unterzahlspiel sah Tuomie bei seiner Mannschaft große Probleme, angesichts dreier Treffer in Überzahl durch die Wild Wings auch kein Wunder. Dass die Wild Wings in Überzahl so erfolgreich spielen, ist aktuell auch die größte Stärke der Schwenninger. Mit 38,89 Prozent Erfolgsquote rangieren sie in dieser DEL-Statistik hinter den Ice Tigers aus Nürnberg auf Rang zwei. Daher ist es umso verwunderlicher, dass neben Jamie MacQueen sich die anderen Stürmer noch mehr oder weniger schwertun, denn alle im Powerplay eingesetzten Spieler lassen den Puck gut zirkulieren. Damit das auch bei fünf gegen fünf klappt, steht der Mannschaft ab Dienstag harte Arbeit bevor, bis dann die Krefeld Pinguine am Freitag ihre Visitenkarte in der Helios-Arena abgeben. Dann soll es auch klappen mit dem ersten Heimsieg in dieser Saison.