Eishockey: Auch beim Spiel gegen Wolfsburg (3:4) schlug das Verletzungspech der Wild Wings voll zu Buche. Nur sechs Verteidiger standen im Schwenninger Kader. Weniger geht in der Deutschen Eishockey Liga nicht – sollte man meinen. Doch Pat Cortina setzte nur fünf Abwehrspieler ein und ließ Verteidiger Nummer sechs, Yannik Mund, auf der Bank. Der Coach hält den 22-jährigen Förderlizenzspieler noch nicht für reif genug, um solch eine Aufgabe zu meistern. „Mund ist noch kein fertiger DEL-Verteidiger“, lautet das Urteil des Coaches. Hinzu kam, dass die Partie gegen die Grizzlys Spitz auf Knopf stand. Cortina: „Es ging um ein Tor. In Bremerhaven hatte Mund ein paar Einsätze, aber da war das Ergebnis klarer.“

Da in der Abwehr sprichwörtlich Not am Mann herrschte, hatten die übrig gebliebenen Verteidiger Schwerstarbeit zu verrichten. Auf 25 bis 30 Minuten beziffert Cortina die Einsatzzeiten, die Kapitän Sascha Goc und Kalle Kaijomaa jeweils auf dem Eis standen. Eine Schufterei, die auch deshalb möglich war, weil das Spiel zwei Tage zuvor bei den Fishtown Pinguins nicht allzu viel Kraft kostete. Cortina: „Die Energie war noch da. Und es hat gegen Wolfsburg in der Abwehr auch ganz gut geklappt.“ Dieser Meinung war auch Pavel Gross. „Die Schwenninger standen in der Defensive sehr gut“, so der Wolfsburger Trainer.

Allzu oft lässt sich der Kraftakt mit fünf Defendern allerdings nicht wiederholen. Das wird zumindest vorerst auch nicht nötig sein. Cortina rechnet fest damit, dass am kommenden Wochenende einer oder gar beide der verletzten Verteidiger wieder zur Verfügung stehen. Jiri Hunkes und Benedikt Brückner machen im Training große Fortschritte. „Gut möglich, dass beide spielen können“, so Cortina. Auch bei Stürmer Andrée Hult gebe es berechtigte Hoffnung, dass er gegen Augsburg (Freitag) und/oder München (Sonntag) seine Schlittschuhe wieder schnürt.

Zu dem Abwehr-Quintett gegen Wolfsburg gehörte auch Tim Bender. Für ihn hatte die Partie einen besonderen Erinnerungswert. In seinem 105. DEL-Spiel erzielte der 21-Jährige seinen ersten Treffer. „Das Tor war eine Erlösung für mich. Ich habe einfach abgezogen und gehofft, dass der Puck reingeht“, beschrieb Bender seinen Treffer zum 3:3-Ausgleich. Auch der junge Verteidiger kann sich über mangelnde Eiszeit nicht beklagen. Er zahlt das Vertrauen des Trainers mit guten Leistungen zurück und zählte schon beim 5:1-Erfolg in Bremerhaven zu den besten Schwenningern.

Bender mag sich nicht damit abfinden, dass die Wild Wings mittlerweile das Tabellenende zieren. „Es ärgert mich, dass wir Letzter sind. Das ist kein gutes Gefühl, zumal wir schon auf dem fünften Tabellenplatz standen.“ Mit der Rückkehr von Brückner, Hult und Hunkes können die Wild Wings wieder auf bessere Zeiten hoffen.