Eishockey: Wenn es um Einschätzungen und Stimmen geht, stehen nach den Heimspielen der Wild Wings für gewöhnlich die Trainer beider Mannschaften im Mittelpunkt. Nach der Heimniederlage der Schwenninger am Sonntag gegen Düsseldorf (2:3 nach Penaltyschießen) war dies jedoch anders. Das Hauptinteresse galt Jürgen Rumrich. Dass der Sportmanager nach fünf Niederlagen, Tabellenplatz 14 und fünf Heimpleiten in sechs Heimspielen mit der Trainerfrage konfrontiert wird, dürfte Rumrich nicht überrascht haben. Für ihn stellt sich derzeit die Frage nach der Zukunft von Chefcoach Paul Thompson jedoch nicht: „Paul wird definitiv auch am kommenden Wochenende bei uns an der Bande stehen. Wir kämpfen uns da gemeinsam wieder raus.“ Man habe in den vergangenen beiden Spielen einen klaren Aufwärtstrend gesehen und vertraue daher dem Trainerteam voll und ganz.

In eine ähnliche Richtung argumentierte auch Geschäftsführer Christoph Sandner, der klar machte, dass auch die Gesellschafter und er von Thompson und seinem Trainerteam überzeugt seien. Sandner betonte allerdings auch, dass er für Entscheidungen im sportlichen Bereich nicht zuständig sei.

Auch die Zuschauerzahl von 3005 am Sonntag in der Helios-Arena ist für den Wild Wings-Geschäftsführer kein Grund zur Besorgnis: „Für solche Wetterverhältnisse und zu dieser Jahreszeit bin ich mit der Zahl absolut zufrieden.“ Dass Sponsoren aufgrund der Ergebnis-Krise Druck auf die Verantwortliche machen, verneinte Sandner: „Mir ist nichts davon bekannt.“

Paul Thompson ist überzeugt davon, dass die Wildschwäne aus dem Tabellenkeller kommen werden: „Wir hätten auch dieses Wochenende schon beide Spiele gewinnen können. Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich zufrieden“. Spielerisch ist durchaus ein Aufwärtstrend zu erkennen, defensiv stehen die Wild Wings deutlich verbessert. Auch im Unterzahlspiel sind Fortschritte zu sehen, trotz der zwei Gegentore, die die Schwenninger gegen ein starkes Düsseldorfer Überzahlspiel kassierten. Nun gilt es, den Sturm der vor drei Wochen noch gut funktionierte, wieder in Form zu bringen.

Während der Partie gegen die Düsseldorfer EG war manchen Spielern die Verunsicherung förmlich anzumerken. Wenn es darum ging, zu schießen oder doch noch einen Pass zu spielen, wurde zu oft gepasst. Ein weiteres Manko der Wild Wings sind die vergebenen Chancen im Eins gegen Eins gegen den Torhüter. Bei den Alleingänge während der Partie und bei den Penaltys gibt es noch Luft nach oben. Für die schwachen Penaltys hatte Thompson eine Erklärung: „Dadurch, dass das Eis nicht nochmal gereinigt wurde, war es sehr holprig, die Scheiben sind etwas versprungen“.

Durch die von allen Verantwortlichen ausgesprochene „Jobgarantie“ für Paul Thompson scheint zumindest etwas Ruhe in den Alltag der Wild Wings eingekehrt zu sein. Gerade richtig vor dem kommenden Wochenende. Am Freitag geht es zu den Kölner Haien. Die Domstädter gewannen nach zuvor fünf Niederlagen am Sonntag zwar das rheinische Derby gegen Krefeld, befinden sich aber weiter im Tabellenkeller. Am Sonntag (16.30 Uhr) steigt dann das für die Schwenninger Fan-Seele so wichtige Baden-Württemberg-Derby gegen die Adler Mannheim.