Basketball, Pro B: Die Ernüchterung war bei den Wiha Panthers groß nach der verdienten 76:81-Heimniederlage in Spiel zwei gegen die Depant Gießen 46ers Rackelos und den vergebenen ersten Matchball in Sachen Halbfinaleinzug. Die Gründe für die Niederlage sind vielfältig: Unkonzentriertheit, Ballverluste, ein starker Gegner und langsam schwindende Kräfte.

Am Limit: Der vorzeitige Einzug ins Halbfinale und vor allen Dingen ein damit verbundenes spielfreies Wochenende hätten die Schwenninger herzlich begrüßt. Nach mittlerweile 27 Saisonspielen samt Playoffs sind die Beine spürbar schwerer als noch zu Beginn der Runde, wie Bill Borekambi bestätigt: „Ein freies Wochenende hätte uns sehr gutgetan. Vor allem unsere Leistungsträger spielen jede Woche 30, 35 Minuten“, so der Flügelspieler, der aktuell der am meisten beanspruchte Panther ist. Seine Topform und der Status als „Local Player“ machen ihn derzeit für Trainer Alen Velcic unverzichtbar. In den zwei Playoff-Spielen gegen Gießen verpasste der 26-Jährige ganze fünf Sekunden, am vergangenen Samstag stand er die gesamten 40 Minuten über auf dem Feld.

Von 200 möglichen Playoff-Minuten absolvierte Borekambi 179. Trainer Velcic hat das langsame Schwinden der Energiereserven registriert. „Wir gehen Spiel für Spiel ans Limit. Irgendwann geht bei jedem die Energie flöten, auch bei mir. Es ist sehr anstrengend, was wir veranstalten.“ Statt einem freien Wochenende steht den Panthers nun erneut eine anspruchsvolle Trainingswoche bevor, in der sie sich auf ein garantiert hochintensives und umkämpftes Spiel drei in Gießen vorbereiten werden.

Video: Maurice Sauter

Verpatzt: Dass die Rackelos, was den Dreier anbelangt, das beste Team der Liga sind, weiß man in Schwenningen nicht erst seit Samstagabend. Als einen Schlüssel zum Sieg in Spiel zwei identifizierten sowohl der Trainer als auch Kapitän Kosta Karamatskos, gut ins Spiel zu starten und den Gästen den Dreier zu erschweren. Das komplette Gegenteil trat ein. Von Beginn an rannten die Schwenninger einem Rückstand hinterher und schafften es vor allem in der ersten Hälfte nicht, die Schützen der Gäste entscheidend am Wurf zu stören. So trafen die Rackelos in den ersten 20 Minuten starke 46 Prozent ihrer Dreier. Vor allem der starke Bjarne Kraushaar, der fünf Dreier traf, stellte eine ständige Gefahr aus der Distanz dar. „Wir haben überhaupt nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir erlaubten freie Würfe und haben den schlechteren Start erwischt“, stellt Karamatskos fest. Velcic ergänzt: „Wir waren unkonzentriert und überheblich. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir Zugriff auf die gegnerischen Schützen. Ich bin noch etwas ratlos, wie ich diese Leistung einschätzen soll.“ Mit mangelnder Konzentration lassen sich auch die 16 teils haarsträubenden Ballverluste der Schwenninger erklären. Von Fehlpässen über Schrittfehler bis hin zu Offensivfouls hatte die Palette an Nachlässigkeiten alles zu bieten.

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Ausblick: Keiner der Schwenninger konnte nach dem Spiel seine Enttäuschung über die Niederlage verbergen. „Wenn man alles gibt und dann am Ende wegen Kleinigkeiten verliert, ist das sehr hart“, sagte Borekambi. Rasheed Moore ergänzt: „Wir hätten sehr gerne die 1400 Fans mit einem Sieg für ihre Unterstützung belohnt. Sie waren großartig.“ Velcic richtet den Blick bereits nach vorne. „Ich werde das Spiel genau analysieren. In Gießen haben wir eine 50-prozentige Chance. Wir wollen natürlich gewinnen. Ich hoffe, wir können den Ärger, den wir momentan spüren, in positive Energie umwandeln.“ Borekambi erwartet wie in den bisherigen vier Aufeinandertreffen mit den Rackelos auch in Spiel drei der Playoff-Serie ein Duell auf Augenhöhe. „Es wird wieder ein enges Ding. Wir müssen versuchen, die kleinen Fehler vor allem in der Endphase des Spiels abzustellen.“

Videos vom Heimspiel der Panthers: