Basketball, Pro B-Halbfinale: WWU Baskets Münster – Wiha Panthers Schwenningen (Samstag, 19.30 Uhr). Endlich geht es los! Die Panthers gastieren zu Spiel eins des Pro B-Halbfinals bei den WWU Baskets Münster. 3000 Zuschauer versprechen einen stimmungsvollen Auftakt der "Best-of-Three"-Serie, die für die Schwenninger nicht das Ende aller Träume darstellen soll.

In den ersten beiden Playoff-Runden sprach Panthers-Trainer Alen Velcic stets von "Bonus-Spielen", auf die er seine Mannschaft ohne jeglichen Erfolgsdruck einschwor. Nun, da die Panthers nur noch zwei Siege vor dem Finaleinzug und dem damit verbundenen Aufstieg in die Pro A stehen, haben die Schwenninger eine "Wenn schon, denn schon"-Mentalität angenommen. "Wir sind so weit gekommen, jetzt wollen wir auch den letzten Schritt gehen. Wir wollen gewinnen, sind aber alles andere als verbissen, sondern nach wie vor total entspannt", betont Velcic, der personell aus dem Vollen schöpfen kann. Mit den WWU Baskets erwartet der Coach den besten Gegner, der sich den Panthers in den Playoffs bislang in den Weg stellte. "Münster ist nicht zufällig Erster im Norden geworden. Dem müssen wir Respekt zollen." Derweil schickt Münster-Trainer Philipp Kappenstein eine Ansage an die Neckarstädter: "Schwenningen hat uns öfter schon als machbaren Gegner tituliert. Das sehe ich anders. Mit einer Serie von 13 Siegen im Rücken können wir das Halbfinale sehr selbstbewusst angehen."

Die Panthers sind nicht die einzigen Aufsteiger, die bis ins Halbfinale der Pro B vordrangen. Auch Münster, WWU steht für Westfälische Wilhelms-Universität, straften als Neuling alle Skeptiker Lügen und schloss die Hauptrunde als Meister der Nordstaffel mit 16 Siegen und sechs Niederlagen ab. Nachdem die Westfalen einen schwachen Saisonstart mit zwei Siegen aus sieben Spielen erwischten, starteten sie richtig durch und gewannen anschließend 14 der 15 Hauptrundenspiele. Die einzige Niederlage in dieser Serie erlitten sie beim SC Rist-Wedel, den die Panthers in der ersten Runde eliminierten. In den Playoffs hielt sich Münster gegen die Löwen Erfurt und den FC Bayern II mit zwei 2:0-Siegen schadlos und geht ausgeruht sowie in Bestbesetzung in die Serie.

Auf dem Parkett weisen die Münsteraner und die Schwenninger durchaus Parallelen auf. Beide Mannschaften sind enorm defensivstark. Dafür haben sie keine Experten von der Dreierlinie. Zudem sind beide Teams trotz vergleichsweise kleiner Spieler unter dem Korb dominant im Rebounding. "Münster kämpft ohne Ende, das ist ihre größte Stärke. Im Rebounding sind sie schon während der ganzen Saison richtig gut, wir sind es seit den Playoffs. Ich bin darauf gespannt, wer das Rebound-Duell gewinnen wird", betont Velcic. Der Schwenninger Trainer erwartet anders als noch in der Serie gegen Gießen, als die Spiele eher einem Schützenfest glichen, im Halbfinale einen umkämpften Schlagabtausch. "Wir haben großen Respekt vor der Abwehr der Münsteraner. Die WWU Baskets werden gegen uns von ihrem Stil nicht abweichen. Wir haben gegen Wedel gezeigt, dass wir Defensiv-Schlachten gewinnen können, aber auch punktereiche Spiele wie gegen Gießen", so Velcic.

Ein weiterer Trumpf der Westfalen ist ihre Tiefe und Ausgeglichenheit. Während in der Schwenninger Offensive oftmals die Last auf den Schultern der Topscorer Rasheed Moore und Bill Borekambi liegt, verteilen sich die Punkte bei Münster auf verschiedenen Schultern. So kommt ihr bester Punktejäger Jan König auf "nur" 13,8 Punkte pro Spiel. Coach Kappenstein kann auf eine tiefe Rotation mit elf Spielern auf einem einheitlich guten Niveau zurückgreifen. Damit lässt sich auch erklären, weshalb die Baskets in den vierten Vierteln immer eine Schippe drauflegen und enge Spiele für sich entscheiden. Nachdem die Baskets ihre Schwächephase zu Saisonbeginn überwunden hatten, gewannen sie in 19 Spielen 14 Mal das letzte Viertel.

Beide Trainer freuen sich auf einen hochklassigen Wettkampf vor 3000 Fans in der ausverkauften Halle Berg Fidel. "Es wird ein Basketball-Fest mit einer tollen Kulisse. Etwa 50 Fans werden uns unterstützen. Wir werden Werbung für den Basketball betreiben", blickt Velcic voraus. Kappenstein erwartet "eine unglaubliche Atmosphäre".